Das Sieber-Anwesen Hs.Nr. 69
1583: Hafnersölde - 1623: Miller Sölde – 1641: Hafnersölde – 1691/1699: Das obere Hafnerhaus -
1760: Bünter Häusl – 1808: Dirlinger Hof Hs.Nr. 16 – ab 1838 Hs.Nr. 69
heute Hafnerstraße 14
von Claudia Heigl
Auch bei diesem Anwesen handelte es sich um eine uralte Hafnerei.
Im Jahr 1583 besitzt der Hafner Erasmus die Hafnersölde auf Freistift. Sie entrichtet eine Gilt von 2 Schilling 5 Regensburger Pfennig und zahlt . wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1

Das Sieber-Anwesen aufgenommen 1954
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach
1623 ist Balthasar Ziflinger als Hafner auf dem Haus ansässig.2 Das Häusl wird mit 5 Pfund Reg. Pfennige bewertet.3
Auch die Ziflinger sind eine alte Hafnersfamilie, die ihren Ursprung wohl auf der „Ziflinger-Sölde“ (alte Hs.Nr. 52, heute August-Schmieder-Str. 35, Prechtl) haben.
1623 gibt es drei Ziflinger als Hafner in Steinach – Hs.Nr. 44 und Hs.Nr. 50.
Sein Sohn, ebenfalls Balthasar genannt, erwirbt am 30.11.1621 eine Sölde in Wolferszell (alte Hs.Nr. 10, heute Chamer Str. 9).4
1647 wird der Hafner Simon Miller auf dem Anwesen genannt, der mit einer Ursula verheiratet ist.
Drei Kind sind von dem Ehepaar bekannt. Taufpaten der Kinder sind Bartholomäus und Katharina Ziflinger von Wolferszell. Möglicherweise stammte die Mutter Ursula ebenfalls aus der Familie Ziflinger.
- Katharina (*30.07.1647)
- Bartholomäus (*12.05.1650)
- Simon (*21-10-1653), Hoferbe
1685 übernimmt Sohn Simon das Anwesen und heiratet die Schullehrerstochter Maria Dierlinger. Ihr Vater Johann Dierlinger, bekleidet das Amts des Schullehrer in Steinach und stammt ebenfalls aus einer Steinacher Hafnersfamilie.
Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Christopher (*1685-1755), Hoferbe
- Mathias (*1686)
- Simon (*1689) heiratet 1712 die Hafnerswitwe Ursula Schuhbauer, geb. Spießl von Wolferszell Nr. 16 und übernimmt die Hafnerei seiner Ehefrau
- Maria (*1691)
- Michael (*1692)
- Katharina (*1695)
Sohn Christoph übernimmt 1711 die Hafnerei vom Vater und ehelicht die Bauerstochter Maria Deblinger von Steinach Nr. 27.

Hafnersfamilie Dierlinger
Um 1718 tauschen Christopher und Maria Miller ihr Anwesen in Steinach mit dem Hafneranwesen des Johann Dierlinger in Gschwendt Nr. 5.
Simon und Maria Deblinger haben insgesamt zehn Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
Die ersten fünf werden in Steinach geboren, die weiteren fünf in Gschwendt:
- Mathias (*1712)
- Maria (*1713)
- Joseph (1715-1766) heiratet 1743 in Ascha die Hafnerswitwe Maria Eva Wiesinger, geb. Spießl von Ascha und übernimmt die Hafnerei seiner Ehefrau in Ascha Nr. 27
- Simon (1716-1785) heiratet 1754 die Hafnerswitwe Maria Martha Lankes, geb. Weidinger von Steinach Nr. 62 und übernimmt die Hafnerei seiner Ehefrau.
- Maria (1718-1764) heiratet 1744 den Schneider u. Mesner Nikolaus Kiefel von Gschwendt
- Anna (*1719) als Kind verstorben
- Katharina (*1720)
- Anna Maria (*1726) als Kind verstorben
- Anna Maria (*1727) heiratet 1760 den Maurer Wolfgang Steinbiller von Wiesenfelden und wird mit ihrem Ehemann in Gschwendt ansässig.
- Joseph (1730-1772), übernimmt die elterliche Hafnerei in Gschwendt Nr. 5
Johann Dierlinger könnte ebenfalls ein Sohn des Steinach Schullehrer Johann Dierlinger gewesen sein.
Er ist insgesamt dreimal verheiratet und wird Vater von 17 Kinder, die alle in Gschwendt geboren werden.
Ca. 1676 heiratet er die Hafnerswitwe Ursula Schuhbauer, geb. Rothamer von Gschwendt Nr. 5.
Mit ihr hat er drei Kinder:
- Antonia (*08.01.1677)
- Adam (*11.05.1678)
- Bartholomäus (*23.08.1679)
In zweiter Ehe vermählt er sich mit der Hopfenhändlers- und Bauerstochter Ursula Stubenhofer von Gschwendt.
Aus dieser Ehe gehen nochmals sieben Kinder hervor, von denen mindestens eines im Kindsalter stirbt:
- Maria (*11.03.1684)
- Anna Maria (*+1685)
- Maria (*05.01.1687)
- Ursula (*31.01.1689)
- Anna (*18.02.1691)
- Anna (*15.01.1693)
- Adam (*02.04.1694)
In dritter Ehe heiratet er schließlich die Bauerstochter Rosina Klein von der Wurzersölde in Steinach.
Sie bringt nochmals sieben Kinder zur Welt.
- Barbara (*11.11.1696)
- Walburga (*09.04.1698)
- Georg (*18.06.1700), Hoferbe
- Adam (*24.11.1702)
- Johann (*06.05.1704)
- Johann (*21.11.1706)
- Mathias (*02.09.1711)
Um 1718 ziehen Johann und Rosina Dierlinger nach Steinach.
1722 übergeben sie das Steinacher Hafneranwesen an ihren Sohn Georg. Dieser heiratet 1722 die Tagelöhnerswitwe Walburga Geiger, geb. Bielmeier von Agendorf, die vom Grubhof bei Bogen stammt.
Aus ihrer ersten Ehe bringt Walburga eine Tochter mit:
Katharina Geiger (*1714) heiratet 1746 Sebastian Bachmaier von Steinach Nr. 48
Aus der Ehe mit Georg Dierlinger gehen nochmals vier Kinder hervor.
- Anna Maria (*1723) als Kind verstorben
- Joseph (*1724)
- Johann *1726), Hoferbe
- Walburga (*1729) heiratet 1760 in Ascha den Bauerssohn Vitus Holmer von Ascha
Um 1747 übernimmt Sohn Johann die Hafnerwerkstatt und heiratet die Kramerstochter Katharina Berger von Steinach Nr. 55.
Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Johann Michael (*1748), Hoferbe
- Anna Maria (*1752)
- Franz (*1754)
- Magdalena (*1757)
- Johann (*1759)
Zwei Tage nach der Geburt des jüngsten Kindes stirbt die 34-jährige Hafnerin. Johann geht fünf Monate später erneut eine Ehe mit der Bauerstochter Elisabeth Leiderer von Niedermenach ein, die kinderlos bleibt.
Das Anwesen übernimmt 1787 der älteste Sohn Johann Michael, der ebenfalls Hafner ist.
Bereits zuvor ist er Vater von zwei unehelichen Kindern:
- Katharina Dierlinger (*1777), Mutter: Müllerstochter Katharina Probst von der Holzmühle
- Thomas Dierlinger (*1779), Mutter: Schmiedstochter Katharina Burger von Gossersdorf
Nach der Übernahme heiratet Johann Michael Dierlinger die Bauerstochter Anna Maria Geith von Kienberg.
Sie bringt ebenfalls zwei uneheliche Kinder mit in die Ehe, deren Vater der Bader Ferdinand Ring von Ascha ist:
- Anna Maria Ring (*1784) Hoferbin
- Joseph Ring (1786-1865), heiratet 1821 die Hafnerstochter Magdalena Mayerhofer von Wolferszell Nr. 10 und übernimmt mit ihr die Hafnerei in Wolferszell.
1788 wird ein weiterer Sohn geboren, der den Namen Johann Michael erhält.
Das Hafneranwesen in Steinach übernimmt Tochter Anna Maria Ring. Sie heiratet 1810 den Hafner Joseph Schützinger von Deggendorf.
Vier Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen nur eine Tochter überlebt:
- Anna Maria (1812-1840)

Im April 1818 verkaufen Joseph und Anna Maria Schützinger das Hafneranwesen in Steinach und erwerben hierfür das Hafneranwesen in Wolferszell Nr. 16.
Käufer ist Thomas Ring, der ein Onkel der Anna Maria Schützinger, geb. Ring und Bruder des Baders Ferdinand Ring von Ascha.
Thomas Ring hatte bereits 1794 die Bauerstochter Maria Theresia Hartinger von Steinach Nr. 24 geheirate. Zunächst arbeitet er als Maurer in Steinach und wohnt mit seiner Familie in einem selbst erbauten Haus im unteren Dorf nahe dem Ziegelstadel (heute Wittelsbacher Straße 3).
Das Ehepaar hat sieben Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Anna Maria (*1780) heiratet 1806 den Häusler Johann Haseneder von Steinach Nr. 46
- Georg (*1785)
- Theresia (*1791)
- Joseph (1795-1877), Hofnachfolger
- Johann Baptist (*1799) heiratet 1827 in Hunderdorf die Steinacher Häuslerstochter Katharina Schildmayer und lässt sich in Hunderdorf als Hafner nieder.
1822 übernimmt Sohn Joseph Ring das Anwesen und heiratet die Metzgerstochter Anna Maria Wegerer von Steinach.
Das Ehepaar hat drei Kinder:
- Anna Maria (*1819)
- Joseph (1820-1868)
- Maria Theresia (*1827)
1858 übernimmt Sohn Joseph das Anwesen zum Anschlag von 1.000 Gulden vom Vater und ehelicht Katharina Heilmaier von Landau a.d. Isar.
Katharina hat bereits zwei vorehelich geborene Söhne im Alter von 16 und 14 Jahren von ihm, die beide in Landau a.d. Isar geboren wurden. Aufgrund der damaligen Gesetzgebung konnte das Paar nun heiraten, da Joseph ein Immobilienvermögen hatte. (siehe hierzu auch Ansässigmachungsgesetz)
- Joseph (1842-1889)
- Anton (*30.05.1844) heiratet 1869 Therese Penker
1869 übergibt die Witwe Katharina Ring das Hafneranwesen an ihren Sohn Joseph Ring, der ebenfalls als Hafner tätig ist.
Einen Teil des Gartens teil sie ab und übergibt ihn an ihren jüngeren Sohn Anton, der darauf einen Neubau errichtet (Hs.Nr. 69 ½, heute Schwanzer)

Quelle: Vermessungsamt Straubing Ortskarte Steinach Nr. 187b
Joseph heiratet die Nachbarstochter Helena Schuster, die auch als Hebamme in Steinach tätig ist.
Sie bringt acht Kinder zur Welt, von denen keines älter als zweieinhalb Monate wird.
1886 stirbt Helena im Alter von 45 Jahren an einer Nervenlähmung.
Der Witwer geht 1888 erneut eine Ehe mit der Hafnerswitwe Theresia Dietl von Rattiszell ein.
Ein Jahr später stirbt auch Joseph Ring an einem Lungenleiden. Der Pfarrer vermerkt im Sterbebuch: „mußte vieles in einer schmerzlichen Krankheit erleiden.“
Mit dem Tod des Hafners Joseph Ring endet auch das jahrhundertalte Hafnergewerbe auf diesem Anwesen.
Die Witwe Theresia Ring heiratet in dritter Ehe den Kramerssohn Franz Xaver Unger von Wolferszell Nr. 22 ½.
Nach ihrem Tod nimmt Franz Xaver 1915 die Witwe Theresia Luttner, geb. Högerl, zur Ehefrau. die als Einwohnerin in dem Haus lebt.
1922 übergibt Franz Xaver Unger das Anwesen an seine uneheliche Tochter Kreszenz Straßmeier. Sie heiratet den Söldnerssohn Ludwig Lehner von Weingarten bei Mitterfels.
Zwei Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen ein Sohn im zweiten Weltkrieg vermisst bleibt.
Ludwig Lehner ist von 1948 bis 1966 Bürgermeister in der Gemeinde Steinach.

Ludwig Lehner
von 1948 bis 1966 Bürgermeister in Steinach
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

Das Anwesen übernimmt Tochter Kreszenz Lehner (1928-2002), die 1963 Ludwig Sieber (1923-1987) von Steinach Nr. 16 zum Ehemann nimmt.

aufgenommen 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Dias Pfarrer Ludwig Dotzler
1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Stadtarchiv Straubing, Salbuch Gschwendt 1630, fol. 495
Weitere Quellen:
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Stand: 08.02.2026
Der Schötz-Hof – früher „der halbe Bergbauernhof“ Hs.Nr. 34
in Agendorf
1760: ½ Ortbau – 1808: Hs.Nr. 1
heute Mitterfelser Str. 2
von Claudia Heigl
Wie bei allen Höfen in Agendorf war auch bei diesem Hof das Domkapitel Augsburg der Grundherr.
Im Jahr 1535 verkauft das Domkapitel Augsburg seine Rechte an der Stadt Straubing sowie an verschiedenen Gütern, darunter auch das Dorf Agendorf, an Herzog Ludwig X. von Bayern. Der Grundherr des Hofes ist damit bis ins 19. Jahrhundert der Herzog von Bayern. Der Besitz wird vom Rentkastenamt Straubing verwaltet, das die Steuern einzieht. Diese Güter werden auch als „propsteiische Güter“ bezeichnet.
Familie Foidl
Im Steuerbuch von 1578 erscheint Georg Feuerl als Besitzer von „zwei Viertelbaus“. Dabei ist vermerkt, dass zuvor Michael Hartberger den Hof inne hatte. Der Wert des Besitzes wird mit 30 Pfund Regensburger Pfennigen angegeben.1
Im Salbuch von 1579 wird der Hof näher beschrieben. Georg Feuerl besitzt den Hof im Erbrecht aufgrund eines Kaufbriefes aus dem Jahr 1530. Zum Anwesen gehören eine hölzerne Behausung, ein Stadl mit Tenne, ein Stall sowie ein Backofen, alles in mittelmäßiger Bauweise. Dies lässt vermuten, dass Georg Feuerl in den Hof eingeheiratet hat.2
Zur gleichen Zeit sitzt ein Andreas Foierl als Bauer auf dem nahegelegenen Kindlasberg. Die Familie Feuerl (auch Foyerl, Voyerl, später Foidl) ist dort bereits 1529 nachgewiesen. Der Familienname könnte sich vom „Vayer Kündlasperger“ ableiten (siehe auch Kindlasberg).
Georg Feuerl stammt möglicherweise von diesem Hof ab, was auch den späteren Hofnamen „Bergbauernhof“ erklären würde.3

Der Hof bekam 1838 die Hs.Nr. 34
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
Nachfolger ist laut Salbuch ein Michael Foitl, vermutlich ein Sohn Georg Feuerls. Ihm folgt wiederum ein Sohn namens Georg Foyerl.
Von diesem Georg Foyerl liegen mehrere Urkunden vor. Er ist mit einer Frau namens Ursula verheiratet. Im Jahr 1610 verkaufen er und seine Ehefrau zwei Tagwerk Wiese samt einem Acker, dem sogenannten Großacker, an den Bauern Michael Wenzl von Hoerabach. Den Grundbesitz hat Georg von seinen Geschwistern nach dem Tod des Vaters geerbt.4
Von dem Ehepaar sind mindestens acht Kinder nachgewiesen:
- Jodokus (auch Jobst) (1601-1681), Bauer in Agendorf Nr. 35
- Michael, wanderte nach Wien aus und starb dort um 1663 5
- Georg, ist bei der Erbverteilung im Jahr 1663 bereits seit 37 Jahren verschollen. „Keiner wisse, ob er noch lebt“.5 6
- Sebastian (1621-1681), Söldner in Agendorf Hs.Nr. 37
- Magdalena heiratet 1661 Michael Haimerl, Bauer in Unterparkstetten und 1673 Ambros Trostmayer
- Maria, ist 1664 noch unverheiratet
- Michael (1626-1697), Hoferbe
- Ursula (+1692) heiratet 1650 in Steinach den Witwer und Bauern Michael Obermayer von Niedermenach und 1662 Georg Sollinger
Dass zwei lebende Söhne den Namen Michael tragen, ist im 17. Jahrhundert nicht ungewöhnlich. Immer wieder erreichen Geschwister mit gleichen Vornamen das Erwachsenenalter. Häufig geben die Taufpaten den Ausschlag für die Namenswahl. Wechseln die Paten und tragen zufällig denselben Vornamen, erhält auch das nachgeborene Kind erneut diesen Namen.
Der Dreißigjährige Krieg
Zwischen 1633 und 1648 wird die Gegend dreimal von schwedischen Soldaten heimgesucht. Sie plündern und töten rücksichtslos. Dazwischen ziehen auch immer wieder bayerische Truppen durch das Land und nehmen sich von den Bauern, was sie benötigen.
Von den neun Höfen in Agendorf überlebt nur die Familie Foidl die Überfälle beziehungsweise ist auch nach dem Krieg noch auf ihrem Hof ansässig (siehe auch Dreißigjähriger Krieg). Auch Georg Foyerl überlebt den Krieg nicht. Bis 1644 entrichtet seine Ehefrau Ursula noch die Abgaben für den Hof.
Im Schmalzregister führt Ursula in den Jahren 1641 und 1642 jeweils fünf Gulden an das Kastenamt Straubing ab. Zwischen 1643 und 1646 werden jährlich zehn Gulden abgeführt, 1647 wieder nur fünf Gulden. Im Jahr 1648 zahlt keiner der Agendorfer Höfe eine Abgabe. 1649 werden wieder fünf Gulden, 1650 zehn Gulden entrichtet.7
Am 18.01.1644 übernimmt während des Dreißigjährigen Krieges der jüngste Sohn Michael den Hof.8
Er heiratet im selben Jahr die Bauerstochter Anna Wintermayer von Weingarten bei Mitterfels. Als Heiratsgut bringt die Braut 120 Gulden sowie ein Bett und eine Kuh in die Ehe ein.9
Als sich Michael Foidl beim dritten schwedischen Überfall im Jahr 1647 in das Schloss Steinach flüchtet, nehmen ihm die Soldaten dort drei Rösser ab. Insgesamt plündern 62 Reiter das Schloss und erschießen auch den Steinacher Hofmarksrichter Albert Dietlmayer. Im Jahr 1648 stellt der Straubinger Rentmeister Wolf Jakob Freyman dem Bauern einen Schein aus, nachdem eines der Pferde wiedergefunden wird und Michael es zurückerhält.10
Elf Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen mindestens fünf im Kindsalter sterben:
- Walburga (*30.03.1645)
- Maria (*02.12.1646) bringt am 27.05.1675 einen unehelichen Sohn namens Georg zur Welt. Als Vater ist Johann Unger, Sohn des Leonhard Unger, Bauer in Unterniedersteinach angegeben.
- Konrad (*03.02.1649 + 15.09.1649)
- Andreas (*21.11.1650 + 28.11.1650)
- Vitus (*09.06.1652 + 16.06.1652)
- Johann (*14.11.1653 + 25.03.1654)
- Apollonia (*28.07.1655) heiratet am 22.01.1676 Jakob Unger, Bauer in Unterniedersteinach Nr. 4. Die Trauung findet am Krankenbett statt.11 Vier Tage nach der Hochzeit stirbt Jakob. Der weitere Lebensweg von Apollonia ist unbekannt.
- Adam (*01.01.1658 + 29.03.1683)
- Gregor (*26.02.1660)
- Gregor (*07.04.1663), Hoferbe
- Magdalena (*20.07.1666) heiratet am 24.11.1687 in Steinach Mathias Gruber Bauerssohn von Steinach Nr. 11
Am 31.08.1686 übergeben Michael und Anna Foidl den Hof an ihren Sohn Gregor.12 Zwei Monate später heiratet dieser die Bauerstochter Anna Riedl von Agendorf Nr. 38.
Das Ehepaar bekommt acht Kinder:
- Margaretha (*15.07.1688 +19.07.1688)
- Ursula (*06.10.1689 +05.01.1690)
- Maria (*09.02.1691) heiratet 1713 in Steinach den Halbbauerssohn Christoph Holzer von Steinburg und lebt mit ihrer Familie in Steinach.
- Apollonia (*01.03.1693) heiratet 1711 in Hunderdorf den Halbbauerssohn Norbert Holzer von Steinburg
- Johann (*01.05.1695)
- Sebastian (*20.01.1697)
- Maria (*07.12.1698)
- Michael (*31.07.1700) heiratet 1727 die Tagelöhnerstochter Katharina Diez von Steinach und erwirbt später mit ihr das Söldenanwesen Hs.Nr. 41 in Steinach.
Im Jahr 1704 stirbt Gregor im Alter von 41 Jahren. Seine Witwe heiratet in zweiter Ehe den Bauerssohn Stephan Roßhaupter (auch Roßhäutpl) von Oberzeitldorn. 1710 verkauft das Ehepaar den Hof. Ihr weiterer Lebensweg ist nicht bekannt.

Ab 1710 im Familienbesitz der Familie Zeindlmayer – Bachl - Schötz
Ab dem Jahr 1710 befindet sich der Hof im Besitz der Familie Zeindlmayer. Als neue Besitzer kommen Maria und Georg Zeindlmayer auf den Hof.
Georg Zeindlmayer (auch Zeitlmayr geschrieben) ist der Sohn der Wirtsleute Sebastian und Ursula Zeindlmayer. Er wird 1673 in Unterparkstetten geboren und zieht 1683 mit seinen Eltern nach Muckenwinkling. Die Familie Zeindlmayer ist bereits 1640 in Unterparkstetten nachweisbar, wobei der Familienname in den Kirchenbüchern lediglich als „Zeindl“ erscheint.
Im Jahr 1703 heiratet Georg die Bauerstochter Maria Bachl von Trudendorf Nr. 73. Zunächst lebt die Familie in Trudendorf, wo auch die beiden ersten Kinder zur Welt kommen.
Fünf Kinder des Ehepaares sind bekannt:
- Katharina (*25.11.1707) heiratet 1733 den Bauern Vitus Fuchs von Schmelling
- Georg (*13.01.1710), Hoferbe
- Ursula (*14.10.1713) heiratet 1739 den Bauern Sebastian Rothamer von Wolferszell Nr. 15
- Maria heiratet 1736 in Steinach den Bauerssohn Michael Stubenhofer von Gschwendt und wird mit ihrem Ehemann in Hof bei Stallwang sesshaft.
- Eva (*19.05.1716) heiratet 1743 den Bauern Mathias Eisenharter von Aign
Im Jahr 1732 übernimmt der einzige Sohn Georg Zeindlmayer den Hof von seinen Eltern. Vier Jahre später heiratet er die Bauerstochter Anna Maria Kain von Unterparkstetten Nr. 33 (heute Bogener Str. 26).
Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Maria Magdalena (1738-1814) heiratet 1763 den Bauern Jakob Dietl von Wolferszell Nr. 19
- Maria Anna (1742-1828) heiratet 1767 den Bauern Johann Georg Schirmbrand von Agendorf Nr. 39
- Maria Theresia (*1745) heiratet 1774 den Bauern Johann Simon Spießl von Münster Nr. 30, 1790 Johann Georg Färber und 1798 Simon Sieber.
- Anna Maria (1749-1790) heiratet 1785 den Bauern Paul Groß von Unterhartberg Nr. 74
- Johann Georg (1756-1832), Hoferbe
Im Jahr 1785 übernimmt erneut der einzige Sohn Johann Georg das Anwesen. Seine Ehefrau wird die Bauerstochter Maria Magdalena Foidl von Agendorf Nr. 38 (heute Kettl).
Wieder kommen fünf Kinder zur Welt:
- Joseph (1787-1830), übernimmt 1813 den Hof von seinem Onkel Johann Georg Foidl in Agendorf Nr. 38
- Katharina (1790-1828) Hoferbin
- Magdalena (1796-1803), stirbt mit 7 Jahren an Blattern
- Anna Maria (1798-1870) heiratet 1826 den Bauern Michael Bachl von Pellham Nr. 28
- Anna (*1801) heiratet 1834 in Straubing/St. Jakob den Bauerssohn Andreas Foidl von Rotham. Das Ehepaar lebt in Straubing.

Nachdem der einzige Sohn Josef 1813 den Hof vom Bruder seiner Mutter, Johann Georg Foidl in Agendorf, übernommen hat, übergeben die Eltern ihr Anwesen am 10.03.1822 an ihre älteste Tochter Katharina Zeindlmayer. Diese heiratet den Bauerssohn Jakob Bachl von Pellham, mit dem sie bereits eine vorehelich geborene Tochter hat, die auf den Namen Katharina getauft wurde.
Vier Jahre später heiratet ihre Schwester Anna Maria in den Bachl-Hof in Pellham ein.
Katharina bringt nochmals vier Kinder zur Welt, wobei die Geburten mit großen Schwierigkeiten verbunden sind.
Drei Kinder sterben unmittelbar bei oder kurz nach der schweren Geburt. Auch die hinzugezogenen Landärzte können zweimal nur die Mutter retten.
- Katharina (*1819)
- Anonymus (*+1824)
- Michael (1825-1877), Hoferbe
- Anonymus (*+1827)
- Anonymus (*+1828)
Die fünfte Geburt kostet Katharina das Leben. Sechs Tage nach ihrem Sohn stirbt auch die Wöchnerin.
Der Pfarrer vermerkt hierzu in Kirchenbuch: „Eine wahrhaft fromme Mutter und gläubige Christin, eine friedfertige Frau, die sich durch Geduld und Beständigkeit bis ans Ende auszeichnete und in das Leben der Heiligen einging.“
Der Witwer geht eine zweite Ehe mit der Wolferszeller Bauerstochter Katharina Weber ein.
Aus der Verbindung gehen keine weiteren Kinder mehr hervor.
Der einzige Sohn Michael übernimmt 1854 den Hof und heiratet die Bauerstochter Therese Heisinger von Hoerabach.
Das Ehepaar hat drei Kinder:
- Karolina (*1855)
- Johann Baptist (1857-1910) heiratet 1891 in den Helmbrecht-Hof in Steinach Nr. 45 (heute Foidl) ein.
- Michael (1858-1896), Hoferbe
Michael erkrankt schwer an einer Gliederkrankheit. Kurz vor seinem Tod übergibt er 1877 seinem noch minderjährigen, 19-jährigen Sohn Michael jun.. Zum Vormund wird sein Schwager Johann Heisinger von Hoerabach bestellt. Dem Bruder Johann muss der Hoferbe 7000 Gulden und seiner Schwester Karolina 6000 Gulden und zwei Kühe als Heiratsgut ausbezahlen.
Vier Tage nach der Übergabe stirbt der 52-jährige. Seine Ehefrau Therese war bereits sechs Jahre zuvor im Alter von 50 Jahren an Blattern verstorben.
Zwei Jahre später heiratet Michael Bachl die Rothamer Bauerstochter Katharina Rothamer.
Aus der Ehe gehen zehn Kinder hervor, von denen zwei im Säuglingsalter sterben:
- Johann Baptist (1880-1957), Hoferbe
- Theresia (*1881)
- Michael (*1882)
- Katharina (*1885) heiratet 1913 den Bauern Johann Ruhland von Ittling
- Maria (*+1886)
- Maria (1887-1941), bleibt unverheiratet auf dem Hof
- Karl (1888-1925), ist Bräumeister in Falkenfels, stirbt unverheiratet auf dem Hof
- Karolina (1891-1965), verh. Kienberger in Wetzelsberg
- Ludwig (*1893)
- Kreszenz (*+1894)
Im Jahr 1896 stirbt der 37-jährige Bauer Michael Bachl an Lungenschwindsucht. Er hinterlässt acht Kinder im Alter zwischen 16 und 3 Jahren.
Gegen den damaligen Gepflogenheiten heiratet die 36-jährige Witwe nicht erneut, sondern bewirtschaftet den Hof selbständig weiter.
1921 übergibt sie den Hof an ihren ältesten Sohn Johann. Der 41-jährige heiratet die Bauerstochter Katharina Hilmer von Wiesenzell.
Aus der Ehe gehen vier Töchter hervor.
Am 13.07.1932 stirbt die Seniorbäuerin Katharina Bachl geb. Rothamer im Alter von 72 Jahren. Vier Monate später stirbt auch ihre Schwiegertochter Katharina geb. Hilmer im Alter von 46 Jahren.
Der Witwer heiratet nicht erneut und zieht seine vier Töchter, die beim Tod der Mutter zwischen vier und elf Jahre sind, mit Hilfe seiner Schwester auf.

aufgenommen ca. 1980
Quelle: Familie Schötz, Agendorf
Im Jahr 1949 übergibt er den Hof an seine älteste Tochter Maria Bachl, die noch im gleichen Jahr Mathias Schötz von Untermiethnach heiratet.


Der Schötz-Hof
aufgenommen 2018
Bild: Claudia Heigl
1 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B99, Steuerbuch des fürstl. Kastenamts Straubing 1578
2 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B39, Sal- und Urbarsbuch über die propsteiischen Lehengüter des Rentkastenamts Straubing, 1579, fol. 53‘
3 Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836. Hier wird der Hof als Bergbauernhof bezeichnet.
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P28, fol.71 Kaufvertrag über zwei Tagwerk Wiesmad vom 10.07.1610
5 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 II, fol.213 Bürgschaft ex 51 fl. vom 09.02.1663
6 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 III, fol.458 Quittung um bezahltes Erbteil 1664
7 StA LandshutRentkastenamt Straubing B90, Schmalzbuch des Kastenamtes Straubing 1641 - 1650
8 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P 66 I, fol. 74 Übergabebrief vom 31.08.1686
9 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P56, fol.34 Heiratsbrief vom 07.10.1656
10 BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach Bd.11/22, S. 36
11 BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Kirchroth Bd.1, S. 210
12 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P 66 I, fol. 74 Übergabebrief vom 31.08.1686
Weitere Quellen:
BayHStA Kurbayern Hofkammer 515, Konskription des Hauptkastenamts Straubing Amt Trudendorf von 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B130, Häuser- und Rustikalsteuerkataster Trudendorf incl Agendorf 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B131, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Trudendorf incl Agendorf 1814 - 1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Kulturkreis Josef Schlicht e.V., Jahresheft 1993/94, Ausgabe 2/1994
Veröffentlicht: 01.02.2026
Die Hafnersölde am Thonberg Hs.Nr. 65 - heute Echinger
1583/1623/1641: Die Hafnersölde an Tonberg – 1691: Hafner Sölde – 1760: Klein Häusl –
1808: Grieneißl Hof Hof Hs.Nr. 13 – ab 1838 Hs.Nr. 65
heute Hafnerstraße 6
von Claudia Heigl
Bei diesem Anwesen handelt es sich um eine uralte Hafnerei. 1583 besitzt Magdalena, die Witwe des Peter Hafner das Erbrecht auf dem Anwesen. Sie zahlt 3 Schilling 15 Regensburger Pfennig als Gilt. Allerdings führt sie kein Tegelgeld ab, wie es bei den anderen Hafnereien üblich war. Wahrscheinlich wird zu diesem Zeitpunkt das Hafnergewerbe von ihr nicht ausgeübt.1
1623 liegt das Erbrecht bei Michael Permair (ältere Schreibweise von Bergmaier).2 Das Häusl wird auf 5 Pfund Reg. Pfennige geschätzt.3
1641 besitzt Lorenz Pichl die „Hafner Sölde Am Tonberg“ auf Erbrecht.4

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Hier hatte das Anwesen die Hs.Nr. 66
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

Das Echinger-Anwesen aufgenommen 1990
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach
Ab etwas 1680 dürfte Sebastian Fuchs auf dem Anwesen gewesen sein. Er ist der Sohn des Wolferszeller Hafners Michael Fuchs und dessen Ehefrau Maria, geb. Ziflinger. Bei stammen ebenfalls aus Hafnersfamilien.
1682 heiratet er die Wirtstochter Margaretha Schink von Wolferszell.
Sieben Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Maria (*26.02.1685)
- Mathias (*22.02.1687) heiratet 1711 in Steinach die Schneiderstochter Salome Dierlinger von Aiterhofen
- Walburga (*21.04.1689)
- Simon (*28.10.1691)
- Jakob (*05.07.1693)
- Martin (*11.11.1695)
- Ursula (*11.09.1697)
Fuchs gehört, wie alle Steinacher Hafner, der Hafnerzunft in Straubing an. In der Jahresversammlung der Hafnerzunft am 06.02.1687 in Straubing präsentiert er sein Meisterstück und wird von der Zunft damit als Meister zugelassen. Gleichzeitig stellt er bei der Versammlung seinen neuen Lehrjungen Georg Schink vor.4 Georg ist mit knapp 13 Jahren der jüngste Bruder seiner Ehefrau Margaretha.

1711 veräußern Sebastian und Margaretha Fuchs das Hafneranwesen in Steinach und werden als Hafnerseheleute in Ascha ansässig.
Als nächster Hafner kommt Georg Klein auf das Anwesen. Er heiratet im Januar 1712 Magdalena, die jüngste Tochter des Hafners Georg Grüneisl vom Nachbaranwesen Hs.Nr. 62.
Das Ehepaar hat sechs Kinder.
- Johann (*21.10.1712)
- Simon (*08.10.1716)
- Maria (*28.03.1719)
- Matthias (*20.02.1722 + 05.02.1774)) heiratet am 13.11.1747 in Roding die Wagnerstochter Ursula Jobst von Cham und wird als Hafner in Wetterfeld b. Roding ansässig.
- Maria Katharina (*06.11.1725)
- Lorenz (*03.08.1728)
Nachdem Sohn Matthias nach Wetterfeld zog, schien kein weiteres Kind die Hafnerei in Steinach übernommen zu haben.

1728 erwirbt Thomas Grüneisl, ein Neffe der Magdalena Klein, geb. Grüneisl, von Wolferszell Nr. 5 das Anwesen in Steinach.
Er geht eine Ehe mit der Steinacher Metzgerstochter Veronika Zeiler ein.
Die Hafnerin bringt fünf Kinder zur Welt.
- Michael (*02.02.1730) Hoferbe
- Ursula (*28.02.1732)
- Magdalena (*19.07.1735)
- Maria (*30.03.1738)
- Veronika (*16.04.1743) als Kind verstorben
Nach dem Tod des Vaters übernimmt Michael 1754 die Hafnersölde und heiratet die Bauerstochter Walburga Straßmayer von Eisenhart.
Das Ehepaar bekommt fünf Kinder:
- Simon (*14.03.1755)
- Maria Martha (*07.05.1756)
- Maria Theresia (*11.06.1758) heiratet 1793 den Häuslerssohn Jakob Billinger von Steinach Nr. 33 Beide sind von 1794 bis 1802 als Einwohner in Agendorf anzutreffen. Dort kommen vier Kinder zur Welt.
- Anna Maria (*02.02.1761)
- Sebastian (*03.08.1766), Hofnachfolger
Wie auch sein Vater übernimmt Sebastian nach dem Tod seines Vaters das Anwesen. Er heiratet die Bauerstochter Magdalena Fuchs vom Krähhof.
Neun Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen drei im Kindsalter sterben:
- Walburga (*1792) heiratet 1828 den Hafner Franz Xaver Stiglbauer von Steinach Nr. 52
- Johann Georg (*1795) kauft 1816 das Austragshaus des ehemaligen Bergmaier-Hofes in Steinach und übt dort das Hafnerhandwerk aus.
- Joseph (*1798)
- Michael (*1799), Hofnachfolger
- Anna Maria (*1801)
- Maria (*1804)
Am 21.12.1825 übernimmt der jüngste Sohn Michael das Anwesen von seinem Vater. Drei Jahre später heiratet er die Baderstochter Katharina Hagenauer von Steinach Nr. 56.
Als Katharina im Alter von 31 Jahren an Nervenfieber stirbt, geht 1835 er erneute eine Ehe mit der Bauerstochter Maria Theresia Foidl von Steinach Nr. 14 ein.
Beide Ehen bleiben kinderlos.

Am 17.01.1844 verkaufen Michael und Theresia Grüneisl das Anwesen an die Hafnerseheleute Maier Mathias und Maria geb. Aid von Reisbach um 1.200 Gulden.6
Die Familie bleibt jedoch nicht lange in Steinach und zieht nach Ergoldsbach.
Ab 1848 Hafnersfamilie Echinger
Schließlich erwirbt Jakob Echinger von Münster am 14.09.1848 das Hafneranwesen um 1.250 Gulden.
Jakob ist der Sohn der Häuslersehepaar Echinger Johann Georg und Anna Maria, geb. Foidl von Münster Hs.Nr. 50. Die Familie Echinger stammt ursprünglich aus Steinach. Sein Ur-Ur-Großvater Georg Echinger war 1701 als Schuster in Steinach Nr. 66, also dem Nachbaranwesen ansässig. Und der erste bekannte Vorfahre der Familie, Christopher Echinger (1619-1684), wird 1642 als Tagelöhner in Steinach genannt. Ältere Schreibeweise des Namens ist auch Ehinger, Echünger, Eginger.
Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch das sog. „Ansässigmachungsgesetz“. In Steinach bedeutete das, dass sich ohne Zustimmung des Hofmarksherren (Patrimonialgericht) niemand im Dorf niederlassen durfte.
Die Zustimmung war an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, wie z.B. guter Leumund, Vermögen, gesichertes Einkommen usw.
Im Staatsarchiv Landshut liegt hierzu noch die Akte „Ansässigmachungsgesuch des Jakob Echinger, Hafnergeselle und Häuslerssohn von Münster“ vor.7
In dieser umfangreichen Akte finden wir die Dokumente zu diesem Vorgang.
1. Protokoll den Verkauf des Mathias Mayer‘schen Hafneranwesens an Jakob Echinger und dessen Ansässigmachungsgesuch
2. Taufzeugnis des Kath. Pfarramts Münster
3. Schulzeugnis über Besuch der Werktagsschule
4. Zeugnis über den Besuch der Feiertagsschule
5. Zeugnis über genossenem Religionsunterricht
6. Schutzpockenimpfungsschein
7. Militärabschied
8. Lehrbrief
9. Prüfungszeugnis
10. Leumundszeugnis
11. Elterngutszeugnis
12. Protokollsextrakt des K. Kreis- und Stadtgerichts Straubing, Vermögensausweis
13. Hypothekenbrief über 100 Gulden
14. Zeugnis des K. Landgerichts Straubing über das Vermögen der Häuslerstochter Guß von Schwimmbach
15. Signatur an die Gemeindeverwaltung und Lokalarmenpfleger Steinach
16. Erklärung der Gemeindeverwaltung Steinach
17. Dekret der Ansässigmachung betreffen
18. Bericht an das K. Landgericht Straubing
19. Schreiben des K. Landgericht Straubing mit Abschriften des Dekrets an Jakob Echinger wegen Verehelichung
20. Protokoll Verehelichungsgesuch mit vier Beiliegen und Dekret.
Aus dieser Akte können wir auch entnehmen, dass Jakob Echinger am 23. April des gleichen Jahres bereits seine Meisterprüfung bestanden hat.
Zwei Tage vor dem Kauf hat er die Häuslerstochter Elisabeth Guß von Schwimmbach in Straubing geehelicht.
Zwei Söhne gehen aus der Ehe hervor:
- Jakob (*1849)
- Karl (1851-1854), ertrunken
Jakob Echinger verkauft seine Erzeugnisse fest in Straubing und nicht nur an den Markttagen.
Im Oktober 1863 bewilligt der Stadtrat Straubing die Errichtung einer Niederlage des Steinacher Hafners Jakob Echinger bei dem Hausbesitzer Nikolaus Rothhammer in Straubing8 und im März 1866 bei dem Inwohner Anton Reichender in Straubing. 9

Der erste Echinger-Hafner in Steinach
Elisabeth und Jakob Echinger (1817-1880)
Bild: Familie Echinger, Steinach
1878 übernimmt der einzige überlebende Sohn Jakob das Anwesen von den Eltern und heiratet die Bauerstochter Helena Hilmer von Bärnzell.
Sieben Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
Die ersten drei Kinder sterben an der gefürchteten Kinderkranheit „Fraisen“, Tochter Maria an Abzehrung.
- Jakob (*+1880)
- Helena (1881-1882)
- Kreszenz (*+1881)
- Joseph (1883-1915), Hoferbe
- Maria (1885-1888)
- Berta (1886-1924), unverheiratet
- Karl (1889-1972), Satller

Jakob und Helena Echinger mit ihren zwei ältesten Kinder Jakob und Helena
aufgenommen ca. 1881
Bild: Familie Echinger, Steinach

Das Echinger-Haus aufgenommen ca. 1910
rechts Jakob und Helena Echinger mit ihrer Tochter Berta
Bild: Familie Echinger, Steinach

Der Hl. Grab-Engel wurde 1879 von Karl Echinger gefertigt und war bis zum Abruch des Hauses in einer verglasten Nische im Gibel aufgestellt.
Darüber waren zwei Gitter in der Giebelwand angebracht, die den Getreidespeicher belüfteten.
Jakob ist der letzte Hafner dieses uralten Gewerbes in Steinach. Lt. Aussage der Familie wird 1880 die Hafnerwerkstatt aufgegeben und nur noch die Landwirtschaft betrieben.
Jakob Echinger (1849 - 1929), der letzte Hafner in Steinach
Bild: Familie Echinger, Steinach
Sohn Joseph übernimmt 1913 das Anwesen und geht eine Ehe mit der Bauerstochter Karolina Dietl von Agendorf Nr. 37 ein.
Eine Tochter kommt in der Ehe zur Welt:
Maria (*1914) heiratet 1936 Alfons Bielmeier von Steinach Nr. 35
1915 fällt der 32-jährige im 1. Weltkrieg bei einem Gefecht in Fromelles/Frankreich.

Josef und Karolina Echinger an ihrem Hochzeitstag am 08.07.1913
Bild: Familie Echinger, Steinach
Die Witwe heiratet nach dem Krieg den Bruder ihres Ehemannes, Karl Echinger.
Aus der Ehe gehen nochmals vier Kinder hervor, von denen zwei Söhne wieder Opfer des Krieges werden:
- Karl (1920-1943) gefallen im 2. Weltkrieg
- Joseph (1921-1945) gefallen im 2. Weltkrieg
- Jakob (1922-2016), Hoferbe
- Therese (1925-2017) heiratet Max Simmel von Steinach Nr. 33

Karl Echinger (1889-1972)
Bild: Familie Echinger, Steinach
Karl Echinger hat das Sattlerhandwerk erlernt.
Nach Kriegsende wurde er von der amerikanischen Besatzung als Bürgermeister eingesetzt, und hatte die schwierige Aufgabe die ankommenden Kriegs-Vertriebenen in der Gemeinde unterzubringen. Außerdem hatte er 40 Jahre das Amt des Kirchenpflegers inne.


Das Haus aufgenommen ca. 1940
Bild: Familie Simmel, Steinach

Das Haus wurde inzwischen durch einen Neubau ersetzt.
aufgenommen 2010
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: www.luftbild-Service.com
1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 III, fol.451‘ Legitimation zu einer Erbschaft vom 09.11.1664
5 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
6 StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127), Sig. 17/42-4, Umschreibehefte zum Urkataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
7 StA Landshut, Patrimionalgerichte 4469
8 Straubinger Tagblatt Nr. 250 vom 25.10.1863
9 Straubinger Tagblatt Nr. 71 vom 25.03.1866
Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Veröffentlicht: 02.01.2026
Das 1/16 Schustergütl in Gschwendt Hs.Nr. 14
heute Ortfeldweg 2
von Cornelia Landstorfer
Das Haus Nr. 14 in Gschwendt, im Volksmund „Beim Zimmermann“ genannt, ist ein kleines Anwesen, das über die Jahrhunderte wechselnde Besitzer, Berufe und Familiengeschichten erlebt hat. Der Grundherr des Hauses war das Bürgerspital Straubing. Die Gewerbe wechselten vom Weber zum Schuster, Zimmerer und wieder zurück zum Weber.

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
1708 – Kauf durch Michael Meindl
Am 29. Februar 1708 erwarb der Weber Michael Meindl aus Rotham gemeinsam mit seiner Frau Maria, geb. Wartner aus Scheibelsgrub das kleine Häusl in Gschwendt.
Er und seine Frau wohnten vorher in Dunk, wo auch Tochter Walburga (*1705) zur Welt kam. 1709 folgte Sohn Lorenz, als die Familie bereits in Gschwendt wohnte.
Nach dem Tod seiner Frau heiratete er am 18. November 1720 Eva Hackel aus Riederszell.
1721 wird Tochter Maria geboren, 1722 folgt Sohn Adam, 1724 Michael, 1725 Mathias, (1727-1742) Barbara, 1729 Lorenz, 1732 Jakob, 1737 Barbara.
1743–1744 – Übergabe an die Töchter
Im Jahr 1743 übergab Michael Meindl das Anwesen an seine beiden Töchter Walburga Meindl (*1705) und Anna Maria Meindl. Ein Jahr später, 1744, heiratete Walburga den Schuster Andreas Schröttinger aus Wetzelsberg, wodurch das Anwesen den Hausnamen „Schustergütl“ erhielt. Im Jahr 1746 wurde ihre Tochter Anna Maria geboren.

aufgenommen im September 1991
Quelle: Luftbildaufnahmen Pfarrer Gerhard Mass
1767–1802 – Die Holmer-Zeit beginnt
Anna Maria Schröttinger heiratete 1767 den Weber Mathias Holmer, Sohn des Bauern Andreas Holmer aus Ascha und seiner Frau Maria, geb. Lang.
„Der ehrsame Mathias Hollmer ledigenstands von Ascha der Baron Weichs-Hofmark Falkenfels gebürtig, seine Profession ein Zimmerergesell ist persönlich erschienen und geziemet zu vernehmen gegeben, dass er das von Andren Schröttinger, Schuhmacher ingehabte Erbrechtshäusl und Gärtl zu Gschwendt mittels Anheiratung der Schröttingerischen Tochter an sich gebracht hat.“ 17.10.1767. 1
„Andre Schröttinger, Schuhmacher zu Gschwendt und Walburga dessen Ehefrau, Beistand Franz Xaver Hällmayr, Müller, bekennen und übergeben das Erbrechtshäusl und Gärtl zwischen dem Mühlbach und der Ortwiese zu Gschwendt, welche lt. Kaufbrief v. 29. Februar 1708 Michael Mändl käufl. an sich gebracht und 1743 während der Kriegszeit seiner leibl. Tochter Walburga Schröttinger und gleichfalls der geliebten Tochter Anna Maria und ihrem zukünftigen Ehemann Mathias Holmer, seine Profession ein Zimmergesell, übergeben hat.
Zeugen: Johann Georg Prengler und Joseph Schrötter, beide Schreiber zu Gschwendt. 07.10.1767.“ 2
In der Ehe werden sieben Kinder geboren:
03.10.1768 Martin
08.10.1769 Simon
27.04.1771 Johann
05.07.1773 Regina
10.08.1776 Mathias
18.06.1782 Johann Baptist
27.09.1784 Theresia
Der Sohn Matthias Holmer übernahm am 21. Dezember 1799 das Anwesen von seinem Vater für 140 Gulden. 3
„Mathias Hollmer, Häusler und Zimmermann zu Gschwendt und Maria, dessen Eheweib, anstatt welcher Stefan Hollmer abgeordnet, bekennen hiermit, [..] auch beiderseits aufhabend hohen Alters wegen übergeben zu haben den ingehabten und von ihrer Übergeber durch Erheiratung der Anna Maria Schrettinger, Häuslerswitwe an sich gebrachtes Häusl samt Gärtl, welches zum Spital erbrechtig grundbar ist, ihrem Sohn Mathias Hollmer um die Summe von 140 Gulden. Der Übernehmer muss seine vier Geschwister auszahlen:
- Martin Hollmer, 33 Jahre alt, ein gelernter Mühler – dermal in der Fremde, unwissend, wo er sich befindet
- Simon, 30 Jahre
- Johann, 18 Jahre
- Regina, 27 Jahre 21.12.1799.“ 4
Im Jahr 1802 heiratete Matthias Holmer Theresia Frankl, Tochter des Schusters Leonhard Frankl aus Forst.
„Der ehrbare Mathias Hollmer, Weber und Häusler von Gschwendt erscheint heute vor Gericht und bekennt, dass er sich mit der tugendsamen und selbst gegenwärtigen Theresia, Tochter des ehrbaren Leonhard Frankl, ½ Gütlers zu Forst und Katharina dessen Eheweib in ein eheliches Verlöbnis eingelassen hat. 10. 11.1802.“ 5
In der Ehe wurden fünf Kinder geboren:
20.08.1803 Mathias
15.07.1805 Jakob
19.08.1808 Katharina
15.01.1811 Sebastian
22.10.1812 Simon
Im Liquidationsprotokoll vom 6. November 1838 wird Matthias Holmer als Weber genannt.
Im Urkataster von 1842 erscheint er erneut als Besitzer, und das Anwesen wird als „1/16 Schustergütl – Beim Zimmermann“ bezeichnet.

Kleinbauernhaus. Eineinhalbgeschossig, mit Blockbau-Oberteil aus dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts
aufgenommen Juni 2017
Quelle: Wikipedia
Am 30. August 1845 übernahm sein Sohn Simon Holmer das Haus für 600 Gulden. Simon war mit Maria Lehner verheiratet und hatte mit ihr drei Kinder:
15.01.1847 Joseph
21.05.1849 Johann Baptist
29.10.1850 Katharina
1876–1878 – Johann Baptist Holmer
Nach dem Tod seines Vaters Simon erbte Johann Baptist Holmer am 3. Januar 1878 das Anwesen. Johann Baptist war Weber von Beruf und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Gschwendt, der er bereits am 21. Oktober 1876 beitrat. Seit 1876 war er mit Anna Gietlhuber aus Michelsneukirchen verheiratet.
Fünf Kinder gingen aus der Ehe hervor:
18.01.1877 Anna (+1918)
10.11.1878 Katharina
05.12.1881 Johann Baptist
08.04.1888 Alois
08.03.1890 Maria
1919–1937 – Übergabe an den Sohn
Im Jahr 1919 übernahm der Sohn Johann Baptist Holmer das Anwesen. Er heiratete Margaretha Dietl, Tochter des Söldners Georg Dietl aus Loitzendorf und seiner Frau Margaretha, geb. Zollner. Nach seinem Tod wurde 1937 seine Witwe Margaretha Holmer Alleinerbin des Hauses.6

1938 – Kauf durch Gottfried Bachmeier
Im Jahr 1938 erwarb Gottfried Bachmeier das Anwesen. Im selben Jahr heiratete er Maria Niedermeier aus Neukirchen. Der Kauf umfasste 6000 Reichsmark, inklusive 1500 Reichsmark Mobiliar, mit dem Hauptbesitz in Gschwendt Hs. Nr. 14 sowie Nebenbesitz in Ascha und Agendorf.

Freiwillige Feuerwehr Gschwendt: rechts Gottfried Bachmeier (Besitzer des Anwesens).
Links neben ihm Eduard Eyerer, Mitte Michael Landstorfer, Fahnenträger Konrad Landstorfer.
Bild ca. 1960 aufgenommen
Bild: Familie Landstorfer, Gschwendt

Bachmeier-Hof
aufgenommen vermutlich in den 1990er Jahren
Bild: Cornelia Landstorfer
Damit spannt sich die Chronik von 1708 bis 1940, zeigt die wechselseitigen Eigentumsverhältnisse, Familienverbindungen, Handwerksberufe und Besonderheiten des Hauses, insbesondere die Verbindung zu den Webern, Schustern und Zimmermann.
1 StA Landshut, Kommunalarchive, Rep. 219 (1589).
2 StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1587).
3 StALa, Grundsteuerkataster 208.
4 StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1594).
5 StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1596).
5 StALa, Grundsteuerkataster 214.
Weitere Quelle:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach
Der heutige Kirchenparkplatz – ehemals Wallner-Hof Hs.Nr. 64
1583: Die Sölde neben der Kaplanei – 1623: Schrettenloher Sölde – 1641: Georg Fuxens Sölden Häusl – 1691: Fleischbauernsölde –
1760: Fux Sölde – 1808: Hs.Nr. 18 Wallner Hof Hs.Nr. 18 – ab 1838: Hs.Nr. 64 Wallner-Anwesen
von Claudia Heigl
Heute erinnert nichts mehr daran, dass sich an der Stelle des heutigen Kirchenparkplatzes einst eine alte Hofstelle befand.
Der frühere Garten ist heute Teil des Friedhofes sowie des Grundstücks, auf dem die Alte Schule steht.

Der Hof hat auf der Uraufnahme im Jahr 1827 die Hs.Nr. 65, später erhält er die Hs.Nr. 64
rechts der Vergleich von heute - Kirchenparkplatz, Friedhof, Alte Schule
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
1583 besitzt Michael Schretenloher die „Sölde neben der Kaplanei“ zur Freistift.1
Dies ist vergleichbar mit einem heutigen Pachtverhältnis. Meist wurde es auf drei oder sechs Jahre vergeben und musste dann wieder erneuert werden.
1623 finden wir darauf einen Georg Fuchs2zw. Andreas Fux3. Er besitzt das Leibrecht. Als Wert der Sölde wird 5 Schilling Pfennige angegeben.
Leibrecht bedeutet, dass er das Nutzungsrecht lebenslang hat. Danach wird es neu vergeben.
1641 besitzt „Georg Fuxens Sölden Häusl“ ein Georg Schleinkofer auf Leibrecht.4
Als nächster Besitzer ist erst wieder Georg Grimm bekannt. Er heiratet ca. 1678 eine Margaretha. Da die Hochzeiten aus dieser Zeit im Kirchenbuch fehlen, hat er wahrscheinlich in den Hof eingeheiratet.
Er stammt vom Wiedenhof in Steinach Nr. 30 ab. Als Beruf übt er das Weberhandwerk aus.
Drei Kinder des Ehepaares sind bekannt:
- Wolfgang (*28.06.1681)
- Michael (*30.08.1682), Hofnachfolger
- Magdalena (*06.08.1684)
Die Geburt seines dritten Kindes erlebt Georg nicht mehr. Im April 1684 stirbt er mit 36 Jahren. Im November geht die Witwe erneut eine Ehe mit dem Bauerssohn Martin Semmelbauer von Zisterau ein, der sich ebenfalls als Weber seinen Lebensunterhalt verdient.
1699 wird die Sölde auf 25 Pfund Regensburger Pfennige geschätzt.5
Am 04.10.1705 übergeben Margaretha und Martin Semmelbauer die Erbrechtssölde an ihren Sohn bzw. Stiefsohn Michael Grimm. Dazu gehört noch ein Viertelbau, worauf Hans Klein, Söldner alhier, das Leibrecht hat.6
Zwei Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau vermählt sich Martin Semmelbauer am 09.02.1722 erneut mit der Einwohnerstochter Ursula Wasl von Münster.
Doch dem Ehepaar ist kein Glück beschieden. Eine Woche nach der Hochzeit stirbt die 33-jährige. Martin folgt ihr drei Monate später auf den Friedhof.
Michael Grimm heiratet 1705 Jahr die Bauerstochter Anna Bründl von Muckenwinkling.
Das Paar bekommt vier Kinder:
- Wolfgang (* 03.10.1707)
- Johann Michael (*24.05.1714 + 06.06.1778) heiratet 1750 in Pfelling die Bauerstochter Walburga Edenhofer von Liepolding und übernimmt mit seiner Braut den Hof der Schwiegereltern in Liepolding Nr. 63
- Mathias (*21.09.1717), Hoferbe
- Georg (* 02.04.1721)
Sohn Mathias übernimmt 1755 den Hof und nimmt die Bauerstochter Christina Fuchs von Steinach Nr. 12 zur Ehefrau.

Wahrscheinlich zwischen 1792 und 1800 erwirbt die Witwe Magdalena Wallner vom Nachbarhof Hs.Nr. 66 das Anwesen.
Am 02.04.1800 übergibt sie den Hof an ihren Sohn Joseph.
1803 heiratet dieser die Bäckerstochter Walburga Röckl von Steinach.
Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Joseph (*1805)
- Anna Maria (*1806)
- Georg (*1808)
- Joseph (*1813)
- Johann Evangelist (1819-1880), Hoferbe
1861 übernimmt der jüngste Sohn Johann den Hof. Seine Braut ist die Hafnerstochter Anna Fuchs vom Nachbarhof Hs.Nr. 63.
Eine einzige Tochter stirbt mit drei Wochen.

Am 23.10.1878 verkauft das kinderlose Ehepaar das Anwesen an Andreas und Johanna Buchner.
Andreas war vorher als Müller in Steinburg ansässig. Nach der Übergabe der Mühle an seinen Sohn Josef, erwirbt er in Steinach das Anwesen.
1888 übernimmt Georg Buchner, ein Sohn aus erster Ehe des Andreas, den Hof. Als Ehefrau nimmt er die Gütlerstochter Katharina Eyerer von Gschwendt.

Das Haus wird eine Lehrerdienstwohnung
Am 14.04.1902 erwirbt die Gemeinde Steinach das Wohnhaus mit dem Garten um 8.000 Mark.

Das Lehrerwohnhaus und Gemeindekanzlei aufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach
Das Haus dient von nun an als Lehrerdienstwohnung.
Seit 1900 hatte die Schule in Steinach neben dem Hauptlehrer noch zwei Hilfskräfte – einen zweiten Lehrer dazu entweder eine Schulverweserin oder eine Hilfslehrerin.
Für diese beiden zusätzlichen Lehrkräfte wurden nun Wohnungen in dem neu erworbenen Haus eingerichtet.
Lt. Josef Schlicht beliefen sich die Gesamtkosten für Ankauf und Umbau auf 12.000 Mark.7
Der Hauptlehrer wohnte mit seiner Familie im Alten Schulhaus neben der Kirche.
Als man 1959/1960 für den Neubau einer Grundschule in Steinach einen geeigneten Platz sucht, bietet sich der untere Gartenanteil der gemeindeeigenen Immobilie an. Pfarrer Gnogler verkauft zunächst einen kleinen Teil seines Pfarrgartens an die Gemeinde, damit der große Bau errichtet werden kann.

1960 wird die Alte Schule in den unteren Teil des Gartens gebaut.
aufgenommen 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram
Auch die Gemeindekanzlei, die früher in der Alten Schule untergebracht war, wird in das Erdgeschoß des Lehrerhauses verlegt. Dafür werden das Haus und der Garten nochmals grundlegend renoviert.
In der Zeitung erschient am 27.10.1961 ein Artikel:8
„In letzter Zeit herrschte am Gebäude, in welchem die Gemeindekanzlei und die Lehrerdienstwohnung untergebracht sind, reges Treiben. Arbeiter des Bauunternehmens Kimberger, Steinach, waren damit beschäftigt, den schadhaften alten Verputz am Haus zu lösen und zu erneuern. Gleichzeitig wurde an der Wetterseite ein betonierter Wasserablauf geschaffen. Das Gestrüpp im und vor dem Vorgarten ist verschwunden, ebenso der schafhafte verrostete Drahtzaun. An seiner Stelle soll bald ein hölzerner Zierzaun treten. Auch das Gartentor wird noch erneuert werden. Schutt und Geröll müssen erst noch abgefahren werden. Dennoch bietet das haus jetzt schon ein gefälliges Bild; es ist kaum wieder zu erkennen. Richtig wirken wird es wohl erst, wenn auch der Hausgarten wieder bepflanzt sein wird. Auch am hause selbstwerden kleine Ausbesserungsarbeiten, wie z.B. eine teilweise Erneuerung des Ölfarbenanstrichs an Fenstern und Türen das Bild noch vervollkommnen. So nähert sich das alte Lehrerwohnhaus dem Eindruck, den der Fremde von der modernen Josef Schlicht-Schule mitnimmt.“
Am 8. November 1961 bezog Hauptlehrer Gottfried Hengster mit seiner Familie den ersten Stock des Hauses, das er bis ca. 1976 bewohnte.

1980 wurde der erste Teil des Friedhofes im Garten des Lehrerwohnhauses erweitert.
aufgenommen 1986
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram
Nachdem die Gemeindekanzlei bereits 1981 in das neu errichtete Rathaus übersiedelt war, wurde das Gebäude nicht mehr genutzt.
Der Friedhof im Garten des Lehrerwohnhauses war schon 1976 erweitert worden; 1989 wurde schließlich das alte Lehrerwohnhaus abgerissen und an seiner Stelle ein Parkplatz für die Kirche errichtet.
1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
6 StA Landshut, Hofmark Steinach 405, Übergabevertrag von 04.10.1705, fol. 9'
7 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, S. 90
8 Straubinger Tagblatt Nr. 248 vom Freitag, den 27.10.1961
Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Das Zollner-Anwesen Hs.Nr. 66
1583/1623/1641/1691: Schuhbauernsölde – 1760: Hallmer Gütl - 1808: Pellkofer Hof Hs.Nr. 17 - 1838: Häusleranwesen
heute Hafner Str. 9
von Claudia Heigl
Erstes Benefiziatenhaus
In dem Landsteuer-Verzeichnis von 1699 wird dieses Anwesen als „altes Benefiziatenhaus“ bezeichnet.1 Dies lässt den Schluss zu, dass hier der Standort des ersten Benefiziatenhauses gewesen ist. Der Gutsbesitzer Max von der Wart stiftet um 1400 „eine wohlgebaute und wohlgelege Behausung, des Paul Fleischbauer seligen gewesen und von Hansen Pernzeller kauft“ an das Benefizium in Steinach.2
Die Lage war ideal. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche und zur damaligen Benefiziumskapelle St. Maria, die damals noch direkt an der Pfarrkirche auf dem Steinacher Friedhof stand, hatte das Haus einen wundbaren Blick auf den Bogenberg.
Als das Benefizium unter der Schlossherrin Anna von der Wart um 1550 einging und das Benefiziat über 30 Jahre verwaist lag, dürfte auch das Benefiziatenhaus von der Schlossherrin auf Leibrecht anderweitig vergeben worden sein.
Erst durch Wiguläus Hundt wurde das Benefizium 1583 wiedererrichtet. Zu dieser Zeit dürfte dann das spätere Benefiziatenhaus zwischen Kirche und Schloss von ihm erworben worden sein. Leider gibt es hierzu keinerlei urkundlichen Nachweise.

Hier auf der Uraufnahme wurde die Hofstelle mit der Hs.Nr. 67 eingezeichnet.
Ab 1838 hatte der Hof die Hs.Nr. 66
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
Bauernhof
1583 wird das Anwesen als Schuhbauernsölde bezeichnet, da ein Stefan Schuhbauer darauf das Leibrecht hat und Abgaben zahlt.3
Das Leibrecht bedeutet, dass er nur zu Lebzeiten das Nutzungsrecht auf dem Anwesen hat und es nach seinem Tod von der Hofmarksherrschaft, natürlich gegen eine Gebühr, wieder neu vergeben wird.
1623 folgt ein Ambrosy Schuhpauer, der mit seiner Mutter Margaretha darauf Leibrecht hat.4
Lt. Giltregister von 1641 ist ein haben Jakob und Barbara Fuchs auf der „Schuechpaur Sölde am KirchPühel“ das Leibrecht.5
Jakob ist seit 1639 mit der Bauerstochter Barbara Dirrigl von Unterniedersteinach Nr. 4 verheiratet.
Bei seiner Hochzeit wird der noch als Tagelöhner bezeichnet, ab 1640 erscheint er im Kirchenbuch als Söldner.
Das Ehepaar hat acht Kinder:
- Barbara *26.10.1640
- Magdalena *29.03.1642
- Gregor *02.06.1644
- Maria * 30.06.1646, Hoferbin
- Markus *01.11.1651, seit ca. 1676 Schuster in Steinach Nr. 68
- Jakob * 10.03.1654
- Paul *+ April 1656
- Barbara *16.06.1661 + 16.08.1699 mit 38 Jahren unverheiratet
1669 heiratet die Tochter Maria Fuchs den Bauerssohn Andreas Götzlbauer aus dem Getzlhof in dem Land ob der Enns.
Sie bringt sechs Kinder zur Welt:
- Gregor *1670
- Georg *1673 heiratet 1717 in einen Hof in Muckenwinkling ein (Hs.Nr.53) und wird dort Weber.
- Magdalena *1675
- Simon *+1678
- Simon *1680, Hoferbe
- Margaretha *1684
1699 zahlt Andre Gözlpauer von dem „alten Benefiziatenhaus“ 4 Schilling Pfennige Steuer. Das Haus wird mit 10 Pfund Pfennige bewertet.
Der Söldner besitzt außerdem zwei Ochsen und eine Kuh, für die er ebenfalls Steuer abführen muss.6
1708 übergibt der verwitwete Andreas Götzlbauer die Erbrechtssölde an seinen Sohn Simon, der die Bauerstochter Maria Schäffler von Roßhaupten zur Ehefrau nimmt.7
Eine Tochter mit Namen Walburga kommt von dem Ehepaar 1710 in Steinach zur Welt, dann zieht die Familie von Steinach fort.

Neuer Hofbesitzer werden um 1710 Georg und Elisabeth Echinger.
Georg ist der Sohn des Tagelöhners und Totengräbers Gregor Echinger, der gegenüber wohnt. Seine Ehefrau Elisabeth die Tochter des Hafners Georg Grüneisl von Steinach. Beide haben bereits 1701 geheiratet und werden seitdem als Schneiderseheleute bezeichnet.
Acht Kinder sind von Ihnen bekannt:
- Maria Margaretha *1705
- Johann Stephan *1707 heiratet 1734 Elisabeth Aichinger von Steinach und ist zunächst Schuster in Steinach und Agendorf, bevor er ab 1742 Kramer in Steinach Nr. 56 wird.
- Maria Ursula *1710
- Mathias (ca. 1713-1777) heiratet 1732 die Witwe Barbara Schötz von Münster Nr. 50
- Franz Andreas 1713-1717
- Georg *1715
- Johann Thomas *1719
- Maria (ca.1721-1768) Hoferbin
1747 übernimmt Tochter Maria den Hof und geht eine Ehe mit dem Kramerssohn Johann Joseph Berger von Steinach Nr. 55 ein.
Nachdem Joseph Berger nach fünfjähriger Ehe mit 32 Jahren stirbt heiratet die Witwe 1757 den Schusterssohn August Wallner von Geiselhöring.
Nach ihrem Tod vermählt sich der Witwer 1769 mit Magdalena Edbauer von Unterwachsenberg.

Interessanterweise wird das Anwesen 1760 im Hofanlagsbuch als „Hallmer Gütl“ bezeichnet. Es bleibt ein Rätsel, woher dieser Name kommt.8
Wahrscheinlich nach dem Tod von August Wallner 1792 verkauft die Witwe Magdalena Wallner das Anwesen an Johann und Maria Pellkofer von Stallwang.
Sie erwirbt im Gegenzug das Nachbaranwesen Nr. 64 (heute Kirchenparkplatz und Teil des Friedhofes in Steinach).
Sohn Kaspar Pellkofer übernimmt 1813 das Anwesen von den Eltern und nimmt die Bauerstochter Anna Maria Foidl von Rotham zur Ehefrau.

1835 tauschen Kaspar und Anna Maria Pellkofer ihr bisheriges Anwesen mit dem größeren Hof des Joseph Waas Hs.Nr. 55 (heute Fischer-Anwesen in der August-Schmieder-Str.40).

Aber bereits zwei Jahre später erwirbt der Müllerssohn Johann Pummer und seine Braut Katharina Dietl von Eben, das Anwesen von der Familie Waas.
1861 übergibt Johann Pummer den Hof an seinen unehelich geborenen Sohn Jakob Pummer. Bei dessen Hochzeit wird als Mutter eine Anna Wenninger angegeben.
Jakob heiratet Anna Gerstl, die Mutter seiner ebenfalls vorehelich geborenen Tochter Anna. (Siehe hierzu uneheliche Kinder.)
Im November 1879 übernimmt Tochter Anna Pummer das Anwesen von den Eltern und vermählt sich mit dem Bauerssohn Joseph Zollner von Englberg.
1885 errichtet Anna und Joseph Zollner neben dem alten Wohnhaus ein neues Haus, dass die Hs.Nr. 85 erhält.

Das alte Wohnhaus verkaufen sie am 23.12.1885 an Joseph’s Schwester Margaretha, die mit Joseph Amann von Oberwachsenberg verheiratet ist.
Das Ehepaar bewirtschaftete vorher einen Hof in Oberwachsenberg.
Zwei bekannte Kinder kamen in der Ehe zur Welt:
- Theresia (1874-1951) heiratet 1898 Johann Schwarz von Steinach Nr. 52 und 1903 dessen Bruder Ludwig.
- Maria (*1888) heiratet 1908 den Bauern Alois Knott von Steinach Nr. 32

Im März 1911 erwirbt ihr Neffe Joseph Zollner jun. das Haus wieder von seiner Tante. Im gleichen Jahr übernimmt er den Hof von den Eltern Joseph und Anna Zollner. Das ursprüngliche alte Bauernhaus bricht er später ab.
Somit sind beide Anwesen wieder zusammengeführt worden. Die Hofstelle behält die neue Hs.Nr. 85.
Die alte Hs.Nr. 66 erlischt.
1 Archiv für Heimatgeschichte, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699, fol. 3
2 Schlicht Josef, Steinach – ein niederbayerisches Geschichtsbild, erschienen im Unterhaltungsteil des Straubinger Tagblatt am 26.02.1883
3 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
6 Archiv für Heimatgeschichte, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699, fol. 3
7 StA Landshut, Hofmark Steinach 405, Übergabevertrag von 1708, fol. 36'
8 BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
Weitere Quellen:
Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Das Zollner-Anwesen Hs.Nr. 85
früher Hs.Nr. 66
heute Hafner Str. 9
von Claudia Heigl
Im November 1879 übernimmt Tochter Anna Pummer das Anwesen Hs. Nr. 66 (Hafner Str. 9) von den Eltern und vermählt sich mit dem Bauerssohn Joseph Zollner von Englberg.
1885 errichtet Anna und Joseph Zollner neben dem alten Wohnhaus ein neues Haus, dass die Hs.Nr. 85 erhält.
(Bis zur Einführung der Straßennamen erhielt jedes neu erbaute Haus in Steinach die nächst höhere Hausnummer, egal wo es erbaut wurde.)

vorne an der Straße das alte Bauernhaus, dahinter der Neubau von 1885, der die Hs.Nr. 85 erhält
aufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte, Bestand Luftbildverlag Bertram
Das alte Wohnhaus verkaufen sie an Joseph’s Schwester Margaretha, die mit Joseph Amann von Oberwachsenberg verheiratet ist.
Das Zollner-Ehepaar hat zehn Kinder, von denen sechs im Kleinkindalter sterben. Vier Kinder erreichen das Erwachsenenalter:
- Franziska (*1883) heiratet 1909 Alois Meier
- Anna (*1885)
- Joseph (1887-1927), Hoferbe
- Maria (*1888) heiratet 1920 Joseph Pflügl

Das "neu" erbaute Zollner-Haus mit der Hs.Nr. 85
aufgenommen 1942
Familie Zollner, Steinach
Den Hof übernimmt im September 1911 der einzige Sohn Joseph. Im März desselben Jahres hatte er bereits das frühere Bauernhaus (Hs.Nr. 66) von seinem Onkel und Tante Joseph und Margaretha Amann erworben, dass später abgebrochen wird. Somit sind beide Anwesen wieder zusammengeführt worden. Die Hofstelle behält aber die neue Hs.Nr. 85.
1912 heiratet er die Söldnerstochter Therese Bachl von Steinach Nr. 8.
Zehn Kinder gehen aus der Verbindung hervor, von denen ein Zwillingspaar kurz nach der Geburt stirbt:
- Therese (1913-1979), verh. mit Otto Berger von Steinach Nr. 72
- Joseph (1915-1942), vermisst im 2. Weltkrieg
- Karolina (1918-1998)
- Karl (*1920)
- Maria (*1921) verh. Högerl
- Anna (1922-2009), verh. Langhans
- Franz Xaver (1925-2023), wohnhaft in Wolferszell
- Adolf (1927-2013), Hoferbe

Therese Zollner geb. Bachl und Joseph Zollner
mit den Kindern Josef und Therese
aufgenommen 1917
Bild: Familie Zollner
Kurz nach der Geburt des jüngsten Kindes, stirbt der 40-jährige am 11.08.1927 an Malaria und Brechdurchfall, eine Folge des ersten Weltkrieges. Die Witwe muss ihre acht Kinder zwischen 14 Jahre und 3 Monaten alleine großziehen.
hinten v.l.Karl (1920), Therese verh. Berger (1913), Joseph (1915), Karolina verh. Kohlmeier (1918),
vorne Mutter Theres Zollner (1885-1968), Maria verh Högerl (1921) Anna verh. Langhans (1922), Adolf (1927), Großmutter Zollner Anna geb. Pummer (1858-1942), Franz Xaver (1925-2013)
aufgenommen 1933
Bild: Familie Zollner, Steinach

Das Wohnhaus aufgenommen 1990 kurz vor dem Abriss
Das alte Haus wurde durch einen Neubau ersetzt.
Bild: Familie Zollner, Steinach

1952 übernimmt der jüngste Sohn Adolf (1927-2013) den Hof und ehelicht die Landwirtstochter Therese, geb.Bogenberger (1929-2024) von Steinach.
2024 wird das ehemalige Zollner-Anwesen von der Gemeinde Steinach erworben. Seit 2025 ist in dem Haus der Seniorentreff untergebracht.

aufgenommen im April 2025
Bild: Claudia Heigl
Quellen:
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Veröffentlicht: 27.12.2025
Die Stanglsölde mit realer Hafnersgerechtigkeit Hs.Nr. 52
1583/1623: Die Ziflingersölde – 1641: Die Ziflinger- oder Imbhoversölde – 1691: Imhofer Sölde – 1760: Stangl-Gütl – 1808: Stiglbauer Hof Hs.Nr. 23
heute August-Schmieder-Str. 35
von Claudia Heigl
Uraltes Hafneranwesen bis 1845
Bei diesem Anwesen handelt es sich um eine uralte Hafnerei. Bereits 1583 besitzt der Hafner Paul Ziflinger darauf das Erbrecht und führt dafür 5 Schilling 25 Regensburger Pfennige „Tegelgeld“ an die Steinacher Schlossherrschaft ab. Die Familie Ziflinger tritt auch in Wolferszell als Hafner auf.
1623 liegt das Erbrecht bei der Witwe des Hans Imhofer. Auch die Imhofer zählen zu den alten Hafnersfamilien in Steinach.1

Die Stangl-Sölde erhielt 1838 die Hs.Nr. 52
Der Baumgarten daneben (rote Zahl 58) gehörte zum Metzgeranwesen Nr. 58 und wurde 1869 von Joseph und Philomena Schwarz vom Metzger Eduard Wegerer dazugekauft.
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
1641 besitzt der Steinacher Schullehrer Wolfgang Rosenhamer die Sölde auf Erbrecht. Er ist mit einer Barbara verheiratet und ist der Sohn des Andreas Rosenhamer, Müller von Bruckmühl und später Söldner in Agendorf Nr.43 .2
Fünf Kinder des Paares sind bekannt:
- Elisabeth + 12.01.1645
- Maria * 22.05.1640
- Barbara *08.07.1642
- Christopher * 19.08.1643
- Barbara * 09.02.1646
- Christoph * 24.11.1650
Wolfgang Rosenhamer ist von 1634 bis 1661 als Schullehrer in Steinach tätig, danach verliert sich die Spur der Familie. Den Mesnerdienst lässt er durch seinen Tagwerker ausüben. Ab 1634 fährt zu den Zehenttagen zusätzlich der sogenannte „Mesnerwagen“ als vierter Wagen mit, um die jährlichen Zehntabgaben der Bauern einzusammeln.
Ein Sittendelikt bringt ihm vor dem Hofmarks- und Landesgericht einen schweren Prozess ein. Um die Tat von sich abzuwälzen, beschuldigt er dabei einen Webergesellen aus Österreich fälschlicherweise.3

Die Steinacher Hafner gehören der Hafnerzunft in Straubing an. Nur mit deren Zustimmung dürfen sich Hafner im Straubinger Umland niederlassen. Dass sich auf dem Anwesen eine uralte Hafnerei mit entsprechender Gerechtigkeit befindet, dürfte dazu führen, dass hier erneut ein Hafner ansässig wird.
1668 kommt mit Jakob Stelzer wieder ein Hafner auf das Anwesen. Er heiratet die Söldnerstochter Katharina „Laimer“ aus Steinach, die die Sölde vermutlich in die Ehe einbringt. Jakob stammt aus Steinburg, wo seine Eltern Sebastian und Anna Stelzer eine Bäckerei betreiben.
Seine Familie ist eng mit dem Hafnerhandwerk verbunden:
- Eine Schwester, Margaretha, heiratet den Hafner Wolfgang Pummer von Wolferszell Nr. 10
- Eine weitere Schwester, Magdalena, heiratet den Hafner Georg Schuhbauer von Wolferszell Nr. 8
- Sein Bruder Christoph wird Hafner in Oberhunderdorf
Fünf Kinder der Hafnerseheleute sind bekannt:
- Andreas ( Am 29.07.1680 stellt Georg Schuhbauer, Hafner in Wolferszell, seinen Neffen und neuen Lehrjungen Andreas Stelzer von Steinach in der Zunftversammlung in Straubing vor, der 3 ½ Jahre bei ihm lernen soll und zahlt hierfür wieder 1 Schilling 12 Pfennige.4)
- Christoph (*1670)
- Anna (*1676) heiratet 1698 den Schusterssohn Johann Georg Rudolph von Gschwendt
- Martin (*1681) heiratet 1704 in Ascha die Bauerstochter Margaretha Sieber von Münster Nr. 3 und lässt sich als Hafner in Ascha Hs. Nr. 6 nieder.
- Maria (*1687)
Um 1688 stirbt Jakob Stelzer. Die Witwe heiratet daraufhin den Hafnerssohn Gregor Bachmaier (auch Pamer oder Pomer genannt) aus Au vorm Wald.
Aus dieser Verbindung geht die Tochter Maria Bachmaier (1693-1742) hervor.
Söhne von Hafnermeistern oder -gesellen erhalten von der Hafnerzunft gewisse Vergünstigungen bei der Übernahme einer Hafnerei, wenn sie sich bereit erklären, hinterlassene Witwen oder Töchter zu heiraten.
Nach dem frühen Tod des nur 31-jährigen Gregor Bachmaier heiratet die Witwe 1695 den Hafner Mathias Stangl aus Bogen. Diese Ehe bleibt kinderlos.
1720 übernimmt Maria Bachmaier das Hafneranwesen und vermählt sich mit dem Bauerssohn Michael Artmann aus Dunk, der ebenfalls das Hafnerhandwerk ausübt.
Acht Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen vier bereits im Kindsalter sterben:
- Johann Michael (*1721)
- Johann (1729-1763), Hafner in Steinach, bleibt unverheiratet
- Maria Katharina (*1731)
- Maria Theresia (*1735)
1742 stirbt Maria Artmann im Alter von 49 Jahren. Michael Artmann heiratet sieben Jahre später die 34 Jahre jüngere Nachbars- und Söldnerstochter Anna Maria Deblinger aus Steinach Nr. 45.
In der zweiten Ehe kommen nochmals fünf Kinder zur Welt.
- Joseph (*1749)
- Maria (*1751)
- Walburga (*1752)
- Simon (1753-1761)
- Andreas (*1757)
Als der Hafner 1757 im Alter von 63 Jahren zu Grabe getragen wird, ehelicht die Witwe einen Sebastian Heizer.5
Es kommen nochmals neun Kinder zur Welt, von denen mind. drei im Kindsalter sterben:
- Anna Maria (*1759)
- Magdalena (*1761)
- Anna (*1762)
- Andreas (*1763)
- Rosina (*1766)
- Mathias (*1769)
1773 stirbt Sebastian Haizer. Ob anschließend ein neuer Besitzer auf das Anwesen kommt oder die Witwe dieses allein weiter bewirtschaftet, ist nicht bekannt.

Erst 1804 ist mit Georg Freimuth, einem Tagelöhnerssohn aus Steinach, wieder ein neuer Besitzer des Anwesens nachweisbar.
Auch er übt das Hafnerhandwerk aus. Seine erste Ehefrau ist Maria Anna Poller, Tochter des Bürgers und Silberhändlers Willibald Poller von Deggendorf.
Der Hafner stirbt bereits zwei Jahre nach der Hochzeit an Lungensucht. Die Witwe heiratet daraufhin den Hafnerssohn Franz Xaver Stiglbauer aus Viechtach.
Nach dem Tod dieser Ehefrau geht Stiglbauer 1828 erneut eine Ehe mit der Hafnerstochter Walburga Grüneisl von Steinach Nr. 65 ein.
Als Walburga nach dreijähriger Ehe ebenfalls stirbt, heiratet der Witwer die Schneiderstochter Maria Anna Fellinger von Abensberg.
Mit dem Tod des kinderlosen Franz Xaver Stiglbauer im Jahr 1845 endet die jahrhundertalte Hafner-Tradition auf dem Anwesen.

Das Hafnergewerbe endet
Die Witwe Maria Stiglbauer verkauft 1849 den „Rest der zertrümmerten Standlsölde mit realer Hafnergerechtigkeit“ um 900 Gulden an die unverheirateten Baderstöchter Anna und Walburga Hagenauer aus Steinach. Sie selbst bleibt als Inwohnerin im Stübl auf dem Anwesen wohnen.
Anna Hagenauer ist Mutter einer unehelichen Tochter namens Philomena, die später die Hofstelle von Mutter und Tante übernimmt.
1867 heiratet sie den Söldnerssohn Joseph Schwarz von Untergrafenried.
Das Paar bekommt sieben Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Johann Baptist (1869-1902), Hoferbe
- Philomena (1872-1950) unverheiratet
- Therese (1874-1954) verh. Huber
- Ludwig (1878-1943), Hoferbe
- Karl (*1881), heiratet 1908 in München Anna Doll und lässt sich dort als Kaufmann nieder

Das Prechtl-Anwesen
aufgenommen ca. 1931
Bild: Familie Prechtl, Steinach
1898 übernimmt der älteste Sohn Johann Baptist Schwarz das Anwesen in Steinach und vermählt sich mit der Söldnerstochter Theresia Amann aus Steinach Nr. 66.
Drei Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen zwei das Erwachsenenalter erreichen:
- Maria (*1900) verh. mit Peter Guggenmoos, Garmisch
- Theresia (1901-1966), Hoferbin
Vier Jahre später stirbt Johann Baptist im Alter von 33 Jahren. Die Witwe heiratet daraufhin seinen jüngeren Bruder Ludwig.
Aus dieser Ehe gehen nochmals sieben Kinder hervor:
- Rosa (1904-1981) verh. mit Franz Xaver Herrnberger, Kurzwarenhändler in Steinach Hs. Nr. 53
- Anna (1906-1972) verh. mit Josef Stadler in Steinach
- Ludwig (*1907)
- Johann Baptist (1909-1942) gefallen
- Ottilie (*1913) verh. mit Thomas Reiser, Garmisch
- Philomena (*1915) verh. mit Friedrich Sieber, München
- Alois (1917-1983)
1931 übernimmt Tochter Theresia aus erster Ehe das Anwesen und vermählt sich mit Josef Prechtl aus Gollau.


Das Prechtl-Anwesen
aufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach
! Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
2 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 III, fol.451‘ Legitimation zu einer Erbschaft vom 09.11.1664
3 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, S. 85
4 Stadtarchiv Straubing, Rep. II, Abt. 1dd1, Nr. 15, Protokollbuch der Hafner 1678 - 1706
5 Die Herkunft des neuen Ehemannes konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Weder in Steinach noch in den Nachbarpfarreien Münster und Ascha ist ein Traueintrag verzeichnet.
Weitere Quellen:
Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10582, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 55, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10586, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1-65, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Veröffentlicht: 27.12.2025
Textilgeschäft Herrnberger Hs.Nr. 53 (neu)
heute August-Schmieder-Str. 37
von Claudia Heigl
Ursprünglich gehörte dieses Grundstück zur benachbarten „Stangl-Sölde“ mit der Hausnummer 52, das spätere Prechtl-Anwesen.

Das Grundstück, auf dem das Haus 1930 erbaut wurde, gehörte ursprünglich zum Schwarz-Hof, später Prechtl (rechts daneben)
aufgenommen 1956
Bild: Archiv für Heimatgeschichte Steinach
Im Jahr 1930 überließen Ludwig und Therese Schwarz das Grundstück ihrer Tochter Rosa (1904–1981) und ihrem zukünftigen Schwiegersohn, damit sie darauf ein Wohnhaus errichten konnten. Das neu erbaute Haus erhielt die Hausnummer 53, da das frühere Söldenanwesen mit dieser Nummer auf der gegenüberliegenden Straßenseite inzwischen abgebrochen worden war.
1938 heiratete Rosa den Schmiedsohn Franz Xaver Herrnberger (1903–1990) aus Niederharthausen.
Ludwig Herrnberger, Wirt in Steinach Nr. 17, war ein Cousin von ihm.
Aus der Ehe ging eine Tochter - Rosemarie - hervor.
Das Ehepaar richtete in dem Haus ein Textilgeschäft ein, in dem Kurz- und Schnittwaren sowie verschiedene Kleidungsstücke angeboten wurden.

aufgenommen 1950
Bild: Familie Röckl, Steinach
Das ursprüngliche Haus aus dem Jahr 1930 existiert heute nicht mehr und wurde mittlerweile durch einen Neubau ersetzt.
Quelle:
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10586, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1-65, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Veröffentlicht: 27.12.2025
Das Lohaus Hs.Nr. 9 1/2 in Gschwendt
heute Hauptstraße 4
von Cornelia Landstorfer
„Ein Haus zu Gschwendt, Lohaus genannt“
Das sogenannte Lohaus erscheint bereits im Jahr 1630 in den Aufzeichnungen des Bürgerspitals Straubing und wird dort ausdrücklich als zum Wirtshaus gehörig bezeichnet. Es befand sich gegenüber dem Wirtshaus auf einem Wiesengrund, unweit des damals bestehenden Backofens. Auf dem Gebäude ruhte eine Krämergerechtigkeit. Das Haus umfasste zu dieser Zeit eine Stube, zwei Kammern und ein Obergeschoss. Zum zugehörigen Besitz zählten ferner ein Stadel sowie ein kleiner Stall.
1630: „Georg Stubenhofer Würth hat ein Lerhaus gleich gegenüber der Tafern das Lohaus genannt.
Ein Haus zu der Tafern gehörig, so das Lohaus genannt, Georg Stubenhofer hat ein Ploß laß Haus liegt gleich gegenüber der Tafern. Das Lohaus genannt steht mitten in des Wirtes Gründen und Wies.
Zu negst bey seinem Packofen, gleich daran die Kuglstatt, gehört zu obbemelter Taferne, hat ain Stuben, zwei Kömmern, ein Poden, ain Städel und Ställel, hat Gerechtigkeit auf ein Crämerei, aber ist kein Brief vorhanden.“1
Das in den Quellen als Lohhaus, Lohaus oder Lonhaus bezeichnete Gebäude erhielt seinen Namen von der angrenzenden Flur Lohfeld. Der Flurname leitet sich sehr wahrscheinlich vom althochdeutschen loh für ein lichtes Waldstück oder eine Rodungsfläche ab. Das Lohhaus war demnach das Haus „am Lohfeld“, also ein zum Wirtshaus gehöriges Nebengebäude, das in dieser Flur lag. Vereinzelt wird das Gebäude auch als Ploßhaus bezeichnet, eine mundartliche Variante, die ebenfalls auf eine offene, unbewaldete Fläche hinweist.

Das Lohhaus erhielt nach der Abtrennung vom Wirtshaus die Hs.Nr. 9 1/2
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
Mit dem zum Wirtshaus gehörenden Lohaus waren stets die jeweiligen Gastwirte zugleich Inhaber dieses Hauses (siehe hierzu auch Wirtshaus in Gschwendt:
1656: Thomas Georg, Sohn des Handelsmannes Georg Stubenhofer, wird als Wirt in Gschwendt genannt. Nach dem Tod seiner Ehefrau Anna Sabina Nißl heiratet er 1667 Magdalena Thanner aus Haselbach. Noch im selben Jahr verstirbt Thomas Georg; seine Witwe heiratet 1669 Peter Ludsteck aus Reibersdorf.
1706: Die Tochter Maria Ludsteck heiratet Wolfgang Seidl aus Neumark in Böhmen. In der Ehe werden vier Kinder geboren: Johann Stefan, Andreas, und Magdalena.
1731: Das Wirtshaus samt Lohhaus fällt an deren ältesten Sohn Stefan Seidl, der Klara Elena Klugmann, Tochter des Wirtes Johann Klugmann von Au heiratet.2
1742: Nach dem Tod Stefans heiratet die Witwe Klara Seidl Franz Thanner aus Gonnersdorf. Nach dem Tod von Klara heiratet Franz Thanner im Jahr 1745 Maria Catharina Probst aus Eggenfelden.
1768: Die Wirtstochter Walburga Thanner übernimmt mit ihrem Ehemann Lorenz Brandstetter aus Bruckhof das Anwesen, einschließlich Bier- und Branntweinausschank sowie Kram- und Metzgergerechtigkeit. Zu den Besitzungen zählen das Thurmaiergütl, das Lohrhäusl und insgesamt neun Weiher.3 Walburga stirbt 1776 und hinterlässt ein Kleinkind mit 3 ½ Jahren und einen Säugling mit ¼ Jahr.
1777: Der Witwer Lorenz Brandstetter heiratet Margaretha Sämer aus Furth im Wald; aus dieser Ehe geht ein Sohn hervor, ebenfalls Lorenz genannt.
Am 23. Januar 1782 stellt Lorenz Brandstätter einen Stiftbrief aus, durch den er Jakob Späth für die Dauer von vier Jahren die Metzger- und Kramgerechtigkeit sowie die Behausung auf dem „Bütlhof“ überlässt. Der Bütlhof muss das Lohhaus gewesen sein, da es bei einem späteren Stiftbrief wieder als solches bezeichnet wurde. Späth hat im Rahmen dieser Verleihung die üblichen Abgaben zu entrichten, darunter das herkömmliche Schutzgeld, die Inleutsteuer sowie die Herdstättengelder.4
Offenbar wurde der Vertrag vor Ablauf der vorgesehenen Frist beendet, denn bereits am 25. Mai 1784 wurde ein weiterer Stiftsbrief ausgestellt. Darin überträgt Lorenz Brandstätter die Metzger- und Kramgerechtigkeit samt der Behausung nun an Georg Kufner aus Viechtach, und zwar für die festgesetzte Dauer von sechs Jahren.5
Am 1. Juni 1799 verstiftet der Tafernwirt Lorenz Brandstetter die Metzger- und Krämersgerechtigkeit sowie das sogenannte Lohnhaus an Michael Praun, einen verheirateten Metzgerssohn aus Münster, der zu dieser Zeit das Metzgerhandwerk in Bogen ausübte.6
Am 20. September 1803 verstiftet Lorenz Brandstetter dem ledigen Metzgerknecht Anton Schneider, angehender Söldner zu Rattiszell, seine Metzger- und Krämergerechtigkeit sowie die Behausung auf dem sogenannten Lohnhaus. Die Verleihung gilt für die Dauer von drei Jahren, also bis 1806. Als Zeugen treten der Amtsschreiber Johann Michael Schuegraf sowie Josef Zeitlmayr, beide aus Gschwendt, auf.7
Am 9. August 1823 übernimmt Lorenz Brandstetter, der erst neunzehnjährige Sohn des Wirtes, das gesamte Anwesen von seinem Vater um den Betrag von 9.300 Gulden. Im Jahr 1827 vermählt er sich mit Anna Maria Bergmaier.8
1871 erbt Ludwig Brandstetter mit dem Wirtshaus auch das zugehörige Lohhaus.9
1888 übernimmt Sohn Lorenz. Dieser vermählt sich im Jahr 1890 mit Therese Landstorfer.

Jahrhundertelang gehörte das Lohhaus zum Wirtshaus
Links im Bild das Deuschl-Anwesen, rechts das Wirtshaus,
aufgenommen ca. 1935.
Das Lohhaus wird vom Wirtshaus unabhängig
Im Jahr 1908 wird das Lohhaus erstmals als eigenständige Hausnummer geführt. Inhaberin ist Maria Reifner; das Anwesen wird beschrieben als „Lohhaus mit Stall unter einem Dach, Wagenremise und Hofraum“.
1909 erwerben Michael Weber und Franziska, geb. Sieber von Thal bei Traitsching den Besitz.
1913 erfolgt die Übergabe an deren Sohn Josef und seine Frau Anna, geb. Ring.10

1914 verkauft das Ehepaar Josef und Anna Weber das Anwesen an den Witwer und Metzger Jakob Baumgartner aus Stallwang.
Im August 1914 tauschen Johann und Franziska Krottenthaler, letztere eine geborene Stelzl, das kleine Anwesen gegen ihren Besitz in Loitzendorf. Dieser lässt das Wohnhaus erhöhen.11

Bauplan Johann Krottenthaler in Gschwendt über die Erhöhung des Wohnhauses, Oktober 1914.
Quelle: StALa, Baugenehmigungsakten BezA/LRA Bogen 2369

So hat das Bauernhaus nach der Aufstockung ausgesehen.
Bild: aufgenommen ca. 1970

Franz Xaver Deuschl, Landwirt in Hagnberg Nr. 39 und seine Ehefrau Maria, geb. Fuchs erwerben am 19.06.1928 den Hof für 15 000 Goldmark.
Franz-Xaver Deuschl ist am 17.03.189612 in Hagnberg als Sohn von Johann und Josefa, geb. Scheubeck aus Buchberg, zur Welt gekommen. Sein Bruder Johann Deuschl, geb. 26.12.1890, ist am 17.06.1917 im ersten Weltkrieg gefallen. Maria Fuchs wurde am 27.08.1898 als Tochter des Bauern Michael Fuchs aus Hinterbuchberg und dessen Ehefrau Franziska Zollner geboren.13
Xaver Deuschl war ab ca. 1948 bis in die 1960er Jahre Bürgermeister in Gschwendt.


rechts außen Xaver Deuschl
aufgenommen ca. 1950 in Ascha

Links Franz Xaver Deuschl, daneben Ehgartner, dritter von links Theo Hölzl aus Ascha, rechts Josef Haimerl aus Gschwendt, kniend Paul Ammer
nach der Jagd
aufgenommen ca. 1960

Rechts hinten Franz-Xaver Deuschl, 3. von links hinten: Merl (Au).

Das Haus ist inzwischen abgerissen.
aufgenommen ca. 1970
1 Stadtarchiv Straubing, Salbuch 1630 von Gschwendt, fol. 812.
2 StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1586).
3 StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1589).
4 StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1589).
5 StALa, Kommunalarchive Rep. 219 (1591), Stiftsbrief auf 6 Jahr 25. Mai 1784.
6 StALa, Kommunalarchive Rep. 219 (1594), Stiftskontrakt 75fl.
7 StALa, Kommunalarchive Rep. 219 (1596), Stiftskontrakt.
8 StALa, Grundsteuerkataster 208.
9 StALa, Grundsteuerkataster 214.
10 StANürnberg, Notariatsurkunde Nr. 46, Mitterfels.
11 StALa, Grundsteuerkataster 214.
12 https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/regensburg/mitterfels/Mitterfels004/?pg=190.
13 https://data.matricula-online.eu/de/deutschland/regensburg/mitterfels/Mitterfels004/?pg=204.
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