Haus Nr. 16 „Das 1/8 Müllergut mit dem Recht im Wolfsberg Degel zu graben“

 1760: 1/8 Pöckengütl - 1808: 1/8 Müller Hof Hs.nr. 12 - ab 1838: 1/8 Müllergut Hs.Nr. 16

 

Mühlenweg 15

 

Das „Müllergut“ hat nichts mit der Mühle zu tun, sondern es handelt sich hier um das dritte alte Hafneranwesen in Wolferszell. Seinen Namen erhielt es von der Hafnersfamilie Müller/Miller.

 

Im Salbuch von 1579 wird das Anwesen folgendermaßen beschrieben:1
Melchior Fuchs hat eine Sölde auf Erbrecht, dem Kloster Oberalteich zugehörig. Davon dient er auf den fürstl. Kasten Straubing an Geld 22 Regensburger Pfennige
Er gibt vom dem Thegel am Wolfsperg zugraben 24 Regensburger Pfennige
Zugehördt auch mit der Steuer, Scharwerch zum fürstl. Renthaus Straubing

Die Familie Fuchs ist eine alte Hafnerfamilie in Wolferszell, die immer wieder auf den Hafneranwesen erscheint.

 

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Das "Millergütl" erhielt 1838 die Hs.Nr. 16

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

Im Mai 1638 verkauften die gerichtlich bestellten Schätzleute die Sölde des verstorbenen Georg Fuxen von Wolferszell  um 65 Gulden dem ehrbaren Michael Eisenhart von Wolferszell und seiner Ehefrau Anna2.3

Eisenharter stirbt am 12.03.1646 und erlebt den dritten Schwedeneinfall im Juli 1647 nicht mehr. Die Sölde blieb weitgehend von den Schweden verschont, denn Eisenharter und auch sein Nachfolger Georg Stubenhofer d. Ältere leisten fast durchwegs Abgaben zwischen 1641 und 1650.4

 

Mit „Fux Michael, Hafner in Wolferszell“ kommt wieder ein Hafner aus der Fuchs-Familie auf das Anwesen. Aus der Ehe mit der Hafnerstochter Maria Ziflinger gehen drei Kinder hervor:
-  Sebastian Fuchs (*02.05.1660) heiratete am 01.06.1682 die Wirtstochter Margaretha Schink (*15.04.1661) und lässt sich als Hafner in Steinach Nr. 65 nieder. 1687 macht er vor der Hafnerzunft in Straubing sein Meisterstück.5
- Katharina (*15.03.1663)
- Magdalena (*07.07.1666) heiratet 1690 in Steinach Anton Laimgruber von Straßzell

 

Als Michael Fuchs im Alter von 40 Jahren stirbt, heiratet die ca. 40-jährige Witwe den 23-jährigen Hafnerssohn Sebastian Schuhbauer von Wolferszell Nr. 8.
Aus dieser Ehe gehen zwei Söhne hervor:
- Georg (*ca. 1667)
- Benedikt (*22.03.1672) heiratet 1698 die Wolferszeller Wirtstochter Barbara Lanzinger und lässt sich als Hafner in Ascha nieder.

 

In der Zunftversammlung am 28.07.1681 stellt Sebastian Schuhbauer seinen neuen Lehrjungen Mathias Unger von Unterniedersteinach Hs.Nr. 4 vor. Die Lehrzeit beträgt drei Jahre.

1683 präsentiert er seinen 17-jährigen Sohn Georg für vier Jahre als Lehrjungen und 1687 folgt sein Sohn Benedikt.6

Als Maria Schuhbauer 1711 stirbt, gibt der damalige Pfarrer ihr Alter mit 84 Jahren an.
Der Witwer heiratete fünf Monate später die 31-jährige Ursula Spießl vom Wiedenhof.

Doch Sebastian Schuhbauer genießt sein neues Eheglück nur kurz, denn er stirbt bereits nach sechs Monaten Ehe im Alter von 67 Jahren.

 

Die Witwe heiratet drei Monate später den 23-jährigen  Hafnerssohn Simon Miller von Steinach Nr. 69.
Aus der Ehe gehen nochmals vier Kinder hervor:
- Joseph (*1713)
- Johann Vitus (1714) als Kind verstorben
- Andreas (*1715), Hoferbe
- Maria Katharina (*1719) als Kind verstorben

 

Fuchs Miller Besitzer

 

Sohn Andreas erlernt ebenfalls das Hafnerhandwerk und heiratet die Hafnerstochter Margaretha Schuhbauer von Wolferszell Nr. 8.

Das Ehepaar hat drei Kinder:
- Johann Georg (*1742), Hoferbe
- Joseph (*1744)
- Maria Margaretha (*1746)

 

1761 stirbt die Hafnerin und der Witwer heiratet die Söldnerstochter Agatha Staudinger von Muckenwinkling Nr. 57.

 

1782 übernimmt Sohn Johann Georg die Hafnerwerkstätte. Zur Ehefrau nimmt er Anna Huber aus Tragenschwand. Anna war die vorehelich geborene Tochter der Maria Auer, einer Schwester des Steinacher Schullehrers Wolfgang Auer und des Halbbauerssohn Andreas Huber von Tragenschwand.

 

In der Ehe kommen sechs Kinder zur Welt, von denen nur zwei das Erwachsenenalter erreichen:
- Anna Maria (*1786) bekommt drei uneheliche Kinder: 1809 Maria, Vater der ledige Michael Steger, Zimmermann in Niedersteinach; 1815 Katharina, Vater der Schneiderssohn Simon Obermaier von Wolferszell; 1826 Joseph (Berl), Vater nicht angegeben.
- Johann Georg (*1787), Hoferbe

 

1812 übernimmt Sohn Georg Miller das Anwesen, der ebenfalls das Hafnerhandwerk ausübt. Seine Ehefrau wird die Söldnerstochter Katharina Lehner von Roßhaupten.
Ein Sohn kommt in Wolferszell zur Welt: Joseph (*1816)

 

Miller Besitzer

 

Die Familie Miller bleiben bis 1817 auf dem Anwesen. Kurz nach dem Tod seiner Mutter Anna Miller,  veräußerte Georg Miller das Hafnergütl an den Steinacher Hafner Joseph Schützinger und verlässt mit seiner Familie aus Wolferszell.

 

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Der Grüneisl-Hof aufgenommen 1956
Quelle: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

 

 

Hafnersfamilie Schützinger und Dorfner

Joseph Schützinger stammte ursprünglich aus Deggendorf und hatte 1810 die Stieftochter, Anna Maria Ring, des Steinacher Hafners Michael Dierlinger geheiratet. Ca. 1817 veräußern sie ihr Hafneranwesen in Steinach Hs.Nr. 69 an Thomas Ring und erwerben das Hafnersgütl in Wolferszell.

 

Von den vier Kindern überlebt nur Tochter Anna Maria das Kindesalter, die am 01.01.1837 den Wirtssohn Joseph Dorfner von Hunderdorf heiratet. 

 

Das junge Ehepaar übernimmt das ca. 15 Tagwerk große Anwesen zum Anschlag von 1.100 Gulden von Joseph Schützinger und Joseph führt das Hafnergewerbe vom Schwiegervater weiter.

Anna Maria stirbt fünf Tage nach der Geburt des dritten Kindes am 06.11.1840 im Alter von 27 Jahren an Friesel. Keines ihrer drei Kinder wird älter als 7 Monate.

 

Schuetzinger Dorfner Besitzer

 

 

 

Das Hafnerhandwerk wird unrentabel

Im 19. Jahrhundert verliert das Hafnerhandwerk zunehmend an Bedeutung. Industriell gefertigte Eisenwaren verdrängen die handgefertigte Keramik. Auch in Wolferszell geben die Hafner schließlich ihr Gewerbe auf.

Der kinderlose Joseph Dorfner verkauft das „Müllergut“ am 06.09.1843 an Georg Wirth. Dieser zertrümmert das Anwesen und verkauft es am 09.04.1844 mit vier Tagwerk Grund für 1.100 Gulden wieder an Joseph Dorfner zurück.

 

Im selben Jahr heiratet der Witwer Therese Staudinger von Kötzting. Aus dieser Ehe gehen keine Kinder mehr hervor. Sein Schwiegervater Joseph Schützinger erlebt die Zertrümmerung noch und stirbt am 13.11.1844 in Wolferszell.  Über das weitere Schicksal der Schwiegermutter Anna Maria Schützinger ist nichts bekannt.

 

Am 21.04.1848 verkauft Joseph Dorfner das Haus schließlich um 1000 Gulden an den Weber Franz Xaver Hartl und seine Ehefrau Therese. Joseph Dorfner bleibt in Wolferszell wohnen und verdient sich seinen Lebensunterhalt als Gemeindediener.
Wolfgang Dorfner, der Enkel seines Bruders Jakob Dorfner, erwirbt übrigens 1902 die Mühle in Wolferszell.

 

Das nur mehr 4 Tagwerk große Gütl wechselte in den nächsten Jahren nun öfters den Eigentümer.

Am 07.12.1857 kommt ein Johann Schwanzer auf das Haus, der dieses vom Hartl um 1511 Gulden erkauft. Er war mit einer Magdalena Grill verheiratet, vermutlich einer Schwester der Mesnerin vom Kapflberg, Katharina Geiger, geb. Grill.

 

Am 13.05.1865 kauft Jakob Foierl, Bruder des Johann Foierl/Foidl von Haus Nr. 15, das Anwesen. Er ist mit Barbara Hilmer aus Dinzling verheiratet und zuvor in Haunkenzell Nr. 11 ansässig. Da Barbara offenbar nicht gut wirtschaftet, sieht sich ihr Ehemann gezwungen, eine Anzeige im Straubinger Tagblatt Nr. 66 vom 23.03.1869 zu veröffentlichen.

 

 StraubingerTagblatt

Straubinger Tagblatt Nr. 66,  23.03.1869

 

 

Foierl Besitzer

 

 

Am 29.09.1882 ersteigert Michael Nißl das Haus mit 1,8 Tagwerk Grund und verkauft es am 12.03.1885 für 3.600 Mark an Katharina Landstorfer weiter. Später folgen Xaver und Maria Fischer als Besitzer, die das Anwesen mit 7,5 Tagwerk an Alois Grüneisl verkaufen und selbst das Gütleranwesen Hs.Nr. 6 in Steinach erwerben.

 

 

Die Familie Grüneisl kommt auf das Anwesen

Alois Grüneisl stammt aus der Hafnerfamilie Grüneisl von Steinach. Sein Großvater, Georg Grüneisl war der letzte Hafner in dieser Linie. Sein Vater Joseph übte das Gewerbe nicht mehr aus und war Hirte.
Die Grüneisl waren ursprünglich Schmiede in Wolferszell, von denen sich ein Stamm, dann als Hafner in Wolferszell und Steinach ansässig machten. (siehe hierzu auch Hs.Nr. 5 und Hs.Nr. 6)

  

1897 heiratete Alois Grüneisl die Schneiderstochter Maria Freundorfer  von Wolferszell Nr. 20 und zunächst bei den Schwiegereltern. Vier Monate später wird Sohn Joseph geboren. Bereits fünf Monate danach stirbt die erst 26-jährige Mutter an einer Lungenkrankheit.

Am 23.04.1906 kauft der Witwer den Rest des ehemaligen „Müllergütls“ und zieht mit Sohn und Schwiegermutter Maria Freundorfer in das neue Eigenheim.

 

1908 heiratet er Maria Popp  (siehe Wolferszell Nr. 13). Alois Grüneisl stirbt am 01.11.1937 im Alter von 65 Jahren an Herzschwäche, seine Ehefrau Maria folgt ihm 1946.
Aus dieser Ehe gehen vier weitere Kinder hervor, drei Söhne und eine Tochter. Ein Sohn stirbt im Alter von neun Monaten, ein weiterer fällt im Zweiten Weltkrieg.

 

Grneisl Besitzer

 

Der jüngste Sohn, Johann Grüneisl (1920-1998), übernimmt schließlich das Anwesen.

 

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Das einstöckige Bauernhaus wurde in den 1980er Jahren aufgestockt.
aufgenommen 1983
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

 

Durch Heirat hat sich der Familienname inzwischen auf Zirngibl geändert.

 

 

1 StaLa, Rentkastenamt Straubing B38, Sal- und Urbarsbuch des Rentkastenamts Straubing, Band II 1579-1807, fol 149‘
Am 23.12.1662 wird eine Anna Eisenharter, Bäuerin von Wolferszell, mit 90 Jahren beerdigt. Dies war mit großer Wahrscheinlichkeit seine Ehefrau.
3 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P51,  fol.38‘  Kaufbrief vom Mai 1638
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B90, Schmalzbuch des Kastenamts Straubing 1641-1650
5 Stadtarchiv Straubing, Rep. II, Abt. 1dd1, Nr. 15, Protokollbuch der Hafner, Jahrtagsmesse 05.02.1687: Sebastian Fuchs zu Steinach macht sein Meisterstück

6 Stadtarchiv Straubing, Rep. II, Abt. 1dd1, Nr. 15, Protokollbuch der Hafner

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Conservatorium Camerale 242, Neustiftbuch des Rentkastenamt Straubing 1438
StA Landshut, Rentkastenamt Straubing A1457, Salbuch Kastenamt Straubing 1497, mit Besitzer bis 1578 nachgetragen
BayHSta München, Hofkammer Ämterrechnungen Rentmeisteramt Straubing 660, Rechnung des Kasten 1512
StA Landshut, Rentkastenamt Straubing A1458, Steuerregister der Untertanen des im Pfleggerichts Mitterfels gelegenen Hofmarken 1516
BayHStA Kurbayern Hofkammer 114, Konskription des Haupkastenamts Straubing von 1752
Rentamt Straubing B138, Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1808
Rentamt Straubing B139, Umschreibbuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932, Umschreibeheft von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Stand: 14.02.2026

 

 

Haus Nr. 8 „Das Schneidergütl mit dem Recht im Wolfsberg Degel zu graben“

 

1760: 1/16 Schneiderhäusl - 1808: 1/16 Schneider Hof Hs.Nr. 4 - ab 1838: 1/7 Schneidergütl Hs.Nr. 8

 

heute Kreuzstr. 1

 

 

 

Dieses Gütl gehört zu den drei alten Hafnereien in Wolferszell.

1579 besitzt ein Christoph Hafner die Sölde, welche aus Holz erbaut ist. „Dazu gehört ein Stadel und ein Stall unter einem Dach, samt Backofen und alles mittelmäßig erbaut“.1 Dafür muss er an das Kastenamt Straubing 12 Regensburger Pfennige Gilt zahlen und noch zusätzlich 24 Pfennige für das Recht am Wolfsberg Tegel zu stechen.

Alle drei ursprünglichen Hafneranwesen besitzen übrigens das Recht am Wolfsberg Tegel abzugraben.

 

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1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 8
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatalas Uraufnahme

 

Als Hafner folgen auf dem Anwesen: Paul Vischer, Georg Vischer, Georg Schneider

 

Paul Fischer wird 1592 im Salbuch des Gotteshauses auf dem Kapflberg genannt, da er Leibgedingsweis von einer Wiese und zwei Äckern an das Gotteshaus Abgaben zu leisen hatte.2

 

Von Georg Schneider stammt vermutlich auch der spätere Hausname „Schneidergütl“, denn auf dem Anwesen waren Jahrhunderte Hafner ansässig und keine Schneider, wie der Name sonst vermuten lässt.
1621 verkauft Georg Schneider Hafner zu Wolferszell zusammen mit seiner ehelichen Hausfrau dem ehrbaren Hans Fuchs zu Steinach, ledigen Stand, seine Behausung samt der dazugehörigen Hafnerstatt mit aller Ein- und Zugehörung, so auf den fürstl. Kasten Straubing grundbar für 175 Gulden.3

 

1638 wird Michael Fux/Fuchs und seine Ehefrau Margaretha als Hafnerseheleute genannt.4

Bis 1643 finden wir von dem Ehepaar Einträge in den Steinacher Matrikel bei einer Taufe des Sohnes Markus (*07.10.1640)5 und als Taufpaten bei Kindern vom Bauern Markus Wörl6.

1650 heiratet Michael Fuchs in zweiter Ehe die Hafnerswitwe Magdalena Pachmayer von Gaishausen bei Hunderdorf und übernimmt die Hafnerei der Ehefrau in Hunderdorf.7

 

Von 1645 bis 1659 ist Wolfgang Eberl und seine Ehefrau Rosina Besitzer des Gütls, der allerdings das Wagner-Handwerk ausübt.
Von dem Ehepaar sind sechs Kinder bekannt, von denen das jüngste Tod geboren wird:
- Walburga (*06.1645)
- Margaretha (*20.11.1650)
- Martin (*10.11.1652)
- Georg (*24.01.1655) heiratet 1677 in Kirchroth Katharina Haimerl und lässt sich als Tagelöhner in Kirchroth nieder.
- Maria (*08.07.1657)

 

Um 1658 folgen als neue Besitzer die Hafnerseheleute Stephan und Maria Pachmayer (auch Pamayr, Pamer).
Stephan war vermutlich der Sohn des Hafners Mathias Pachmayer in Gaishausen bei Hunderdorf und dessen Ehefrau Magdalena, die 1650 als Witwe den oben genannten Michael Fuchs heiratete.

Bis 1663 sind sie als Hafnerseheleute in Wolferszell ansässig, dann zieht das Ehepaar nach Au vorm Wald und betreibt dort eine Hafnerwerkstätte.
In Au kommen auch acht Kinder zur Welt.

 

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Das Wilhelm-Anwesen aufgenommen 1983
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

Die Hafnersfamilie Schuhbauer

Am 14.04.1663 verkaufen Stephan und Maria Pachmayer die Erbrechtsölde an Georg und Maria Schuhbauer.8

Die Schuhbauer sind ein altes Hafnergeschlecht. Weitere Schreibweise: Schuepauer, Schurbauer, Schurhbauer, Schurinbauer, Schurpauer, Schurchbauer.
Durch Heirat gibt es viele verzweigte verwandtschaftliche Beziehungen zu anderen Hafnersfamilien.
Seit 1671 sind sie in Wolferszell ansässig und gelten damit die älteste Familie des Ortes.

Bereits 1640 werden Georg und Maria Schuhbauer in Steinach als Hafnerseheleute in Steinach Hs.Nr. 62 (Hafnerstr. 4) genannt. Nach der Übergabe der Hafnersölde in Steinach an ihren ältesten Sohn Johann, erwerben die Eltern 1663 das Hafnergütl in Wolferszell

Das Ehepaar hat drei Söhne, die alle Hafner werden:
- Johann (1642-1675) ab 1663 Hafner in Steinach Nr. 62, ab 1668 Hafner in Gschwendt Nr. 5
- Sebastian (1645-1712) ab 1668 Hafner in Wolferszell Nr. 16
- Georg (1650-1694) ab 1671 Hafner in Wolferszell Nr. 8

 

 

1671 übergeben sie die Wolferszeller Hafnerei ihrem jüngsten Sohn Georg9, der die Bäckerstochter Magdalena Stelzer von Steinburg heiratet.

Der Hauptkasten der Hafnerzunft war in Straubing. Zu dieser gehörten auch die Wolferszeller Hafner. Jedes Jahr zur Jahrtagsmesse mussten sich hier alle Hafnermeister einfinden, einen Vertreter schicken oder sich zumindest entschuldigen. Dies wurde alles im Protokollbuch der Hafnerzunft genauestens verzeichnet.10

 

Aus diesem Protokollbuch gehen auch die Lehrjungen des Hafnermeisters Georg Schuhbauer hervor:

  • · 31.07.1679: Georg Schuhbauer erscheint zur Jahrtagsmesse und spricht seinen Lehrjungen Simon Resch von Niedersteinach nach drei Lehrjahren frei.11  Er zahlt dafür 1 Schilling 12 Pfennige.
  • · Ein Jahr später stellt er seinen Neffen und neuen Lehrjungen Andreas Stelzer von Steinach vor, der 3½ Jahre lernen soll, und zahlt erneut 1 Schilling 12 Pfennige.
  • · 19.03.1684: Paul (*18.01.1668), Sohn des Leinwebers Wolfgang Schmidbauer zu Steinach und dessen verstorbener Ehefrau Margaretha, geb. Wörl, beginnt eine dreijährige Lehre.
  • · 16.02.1689: Michael Wintermayer (*27.09.1674), Sohn des Mathias Wintermayer und dessen Ehefrau Barbara, geb. Wenger, wird neuer Lehrjunge.

 

Als Georg Schuhbauer im April 1694 im Alter von 44 stirbt, war sein ältester Sohn Bartholomäus erst 21 Jahre alt.

Georg und Magdalena hatten insgesamt acht Kinder, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichten:
- Maria (*1671) heiratet 1691 Jodokus Deblinger, Bauer in Steinach Nr. 27
- Bartholomäus, Nachfolger
- Eva (*1676)
- Susanna (*1680)
- Walburga (*1685)
- Ursula (*1687) heiratet 1710 den Hofmarksrichter Sebastian Gottfried Gaßner von Steinach

Die Meistersfamilie genießt hohes gesellschaftliches Ansehen, sodass Bartholomäus die Schloßverwalterstochter Elisabeth Brenner heiratet.

 

Bachmeier Schuhbauer Besitzer

 

Ein Jahr später, am 01.07.1695, bittet Bartholomäus auf der Jahresversammlung der Hafner die Werkstatt des verstorbenen Vaters Georg Schuhbauer übernehmen zu dürfen und macht hierfür gleich sein Meisterstück, dass er auch besteht.

Die Sölde in Wolferszell erhält bei der Erbauseinanderteilung vorerst die Mutter, geht aber dann auf den Sohn Bartholomäus über.12

 

Bartholomäus hat zehn Kinder, von denen mindestens drei im Kindesalter sterben. Drei Söhne werden Hafner, eine Tochter heiratet in eine Hafnerei in Steinach ein:
- Maria Magdalena (*1695)
- Joseph (*1697) heiratet die Hafnerswitwe Regina Pummer von Wolferszell Nr. 10
- Maria Monika (*1700)
- Fran Joseph (*1702), Nachfolger
- Johann Peter (1708-1755), stirbt als lediger Hafner in Wolferszell
- Anna Margaretha (1713-1761) heiratet 1741 den Hafner Andreas Miller von Wolferszell Nr. 16
- Anna Maria (*1715)

 

 

Sohn Franz übernimmt 1739 das elterliche Anwesen und heiratet die Bauerstochter Maria Wirth von Wollersdorf bei Mitterfels.

Im Hofanlagsregister von 1760 erscheint er zusätzlich als Besitzer des Anwesens Nr. 22 (1/8 Schuhbauerngut, Chamer Str. 4). Dies musste er zwischen 1746 und 1752 erworben haben.
Das Ehepaar hat zwei Kinder:
- Joseph (*1744) Hoferbe
- Eva (*1747)

 

Der gleichnamige Sohn Joseph übernimmt 1764 nach dem Tod des Vaters die Hafnerwerkstätte und heiratet die Bauerstochter Katharina Spießl von Oberniedersteinach Nr. 8.
Von ihren zehn Kindern sterben mindestens drei im Kindsalter:
- Barbara (*1765)
- Johann Georg (*1767) heiratet 1800 die Hafnerstochter Maria Anna Wiesinger von Ascha Nr. 27 und übernimmt mit ihr die Werkstätte der Schwiegereltern.
- Jakob (1771-1829) heiratet 1801 in Hunderdorf die Hafnerstochter Magdalena Pachmayer von Steinburg und übernimmt die Hafnerei seiner Schwiegereltern
- Anna Maria (*1773)
- Gertrud (*1775)
- Katharina (*1777)
- Anton (*1778) Hoferbe

 

Schuhbauer Besitzer 2

 

Der jüngste Sohn Anton übernimmt 1802 das Hafneranwesen von seinen Eltern und heiratet die Söldnerstochter Maria Magdalena Hofreiter von Steinach Nr. 21.

 

Die verwitwete Magdalena Schuhbauer übergibt am 11.08.1857 das Anwesen an ihren Sohn Johann, der die Bauerstochter Katharina Dietl von Neuvielreich bei Haibach ehelicht.

 

 

 

 

Am 20.03.1877 tauschen Johann und Katharina Schuhbauer das Schneidergütl mit den Immobilienhändlern Max und Amalie Groetsch und Xaver Niedermayer gegen das Haus Nr. 19 in Wolferszell.

Die neuen Besitzer verkaufen das Schneidergütl einen Monat später mit 13,6 Tagwerk Grund an Georg und Theres Luttner.
Therese ist eine Schwester der Katharina Schuhbauer.
Die Familie Luttner wohnte vorher in Steinach Hs.Nr. 34.
Dort kamen auch fünf Kinder zur Welt, von denen die ersten drei als Säuglinge verstarben:
- Philomena (*1871)
- Joseph (*1874) heiratet 1903 Elisabeth Langgartner

 

Schuhbauer Besitzer 3

 

 


Die Familie Luttner bleibt bis 1891 in Wolferszell, dann verkaufen sie das Anwesen an einen Mathias Sturm und ziehen nach Hermannsdorf.

 

1891 erwirbt es schließlich Hilmer Johann von Bärnzell. Ein Jahr später heiratet er die Steinacher Baderstochter Helena Hagenauer. Als Helena Hilmer 1925 mit knapp 60 Jahren stirbt, erben der Witwer Johann und die Kinder Maria, Otto, Rosina und Kreszenz das Gütl.
1929 übernimmt es schließlich Tochter Rosina Hilmer, die den Maurer Joseph Schreiner von Münster heiratete. 

 

Hilmer Besitzer

 

1932 kauft es ihr Bruder Otto Hilmer ab, der es schließlich 1935 an Rupert Winterl und dessen Ehefrau Auguste, geb. Bergbauer weiterveräußert. Das Ehepaar stammte aus Schorndorf und hatte das Gschwendter Wirtshaus gepachtet.

 

1938 veräußern sie es wieder an den Schneidermeister Liborius Winterl und dessen Ehefrau Rosina, geb. Haberl aus Schorndorf und ziehen wieder nach Gschwendt.

 

Winterl Besitzer

 

1947 beginnt Sohn Liborius Winterl jun. auf dem Wolfsberg ein Haus zu errichten. und heiratet die Nachbarstochter Rosa Amberger aus Wolferszell. Nach der Heirat zieht das Ehepaar auf den Wolfsberg.

 

Später kommt das Haus durch Kauf an die Familie Wilhelm.

 

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fo wolf 230 kopieDas Wilhelm-Anwesen aufgenommen 1990
Foto: Familie Wilhelm, Wolferszell

 

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Das Wilhelm-Anwesen aufgenommen 2002
Foto: Familie Wilhelm, Wolferszell

 

 

 

 

1 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B38, Sal- und Urbarsbuch des Rentkastenamts Straubing, Band II 1579-1807, fol 150
2 Staatsarchiv Landshut, Rentkastenamt Straubing, B 124 "SaalPüech des Sanct Ursula Gotshauß aufm Khäpfl Perg Im Casstn Ambt Straubing gelegen" aus dem Jahre 1592,
3 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P38, fol. 56  Verkauf der Hafnersölde von Georg und ? Schneider Hafner zu Wolferszell an Hans Fuchs von Steinach 1621
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P51,  fol.38‘  Kaufbrief vom Mai 1638
5 BZAR, Pfarrmatrikel Steinach, Bd.1, S.27
6 Markus Wörl war als Schneider auf dem Anwesen Hs.Nr. 5 (Kreuzstr. 9) in Wolferszell ansässig.
7 BZA Regensburg, Pfarrei Hunderdorf Bd. 2/174, S. 39
8 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 II,  fol.276   Kauf pr. 68 fl vom  22.04.1663
9 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P61 I,  fol. 54  Übergabebrief vom 16.04.1671

16.04.1671: Georg Schurpaur von Wolferszell und Maria sein Eheweib übergeben ihren freundlich lieben Sohn Georg, so ein Hafner, und Magdalena seinem Eheweib ihren, lt. Brief vom 14.04.1663 von Stephan Pachmayr erkauften Erbenrechtsölden zu Wolferszell, gem. Salbuch von 1579 fol. 150 auf den chufrtl. Kasten Urbar, weder Äcker noch Wiesen, sondern allein ein Garten ums Haus, dann ein Stadl und Backofen, um 60 Gulden und die vorhandene Hafnerszeug für 20 Gulden also zusammen um 80 Gulden. Dazu hat er Übernehmer als sein Heiratsgut gleich 40 Gulden einzubehalten und die übrigen 40 Gulden sind ohne Zins wie folgt zu entrichten: 15 Gulden dann kommenden Georgi, dann 1672 wieder 15 Gulden und zu Georgi 1673 10 Gulden. Dazu können die Übergebenden ihrer Lebzeiten im Haus in einem absonderlichen Stüber wohnen .... Zeugen: Michael Schmidbauer von Wolferszell und Georg Kägermayer von der Aichmühl
10 Stadtarchiv Straubing, Rep. II, Abt. 1dd1, Nr. 15, Protokollbuch der Hafner 1678 - 1706
11 Dieser Simon Resch war der Sohn von Resch Wolfgang und Ursula geb. Haas, Bauerseheleute von Oberniedersteinach Nr. 10. Er lässt sich später als Hafnermeister in Rattiszell nieder und machte am 07.09.1688 bei der Hafnerzunft sein Meisterstück.
12 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P 70 I,  fol. 12  Vertrag vom  03.01.1696

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Conservatorium Camerale 242, Neustiftbuch des Rentkastenamt Straubing 1438
StA Landshut, Rentkastenamt Straubing A1457, Salbuch Kastenamt Straubing 1497, mit Besitzer bis 1578 nachgetragen
BayHSta München, Hofkammer Ämterrechnungen Rentmeisteramt Straubing 660, Rechnung des Kasten 1512
StA Landshut, Rentkastenamt Straubing A1458, Steuerregister der Untertanen des im Pfleggerichts Mitterfels gelegenen Hofmarken 1516
BayHStA Kurbayern Hofkammer 114, Konskription des Haupkastenamts Straubing von 1752
Rentamt Straubing B138, Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1808
Rentamt Straubing B139, Umschreibbuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932, Umschreibeheft von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Stand: 14.02.2026

 

 

 

 

 

 

 

 

 

zusammengestellt von Claudia Heigl, März 2024

Haus Nr. 10 „ Das Mayerhofergütl mit dem Rechte im Wolfsberg Degel zu graben

  

1760: Pruckgütl - 1808: Mayrhofer Hof Hs.Nr.6 – ab 1838: 1/8 Mayerhofergütl Hs.Nr. 10

  

heute Chamer Str. 9

 

 

Dieses Anwesen war eins von den drei Gütl, auf denen das Hafnergewerbe seit Urzeiten ausgeübt wurde und der Besitzer das Recht besaß auf dem Wolfsberg Degel zu stechen. Die Erbrechtssölde gehörte zum Bürgerspital von Straubing und wurde bereits 1429 im dortigen Salbuch erwähnt.1

Es lässt sich nicht nachweisen, wann und wie das Bürgerspital zu diesem Eigentum gekommen ist. Da jedoch die meisten Anwesen in Wolferszell Wittelsbacher Besitz waren, war die Sölde wohl eine herzogliche Stiftung an das Spital.2

 

Mitte des 16. Jahrhunderts besitzt ein Hans Fux Erbrecht.3
Die Familie Fuchs ist eine alte Hafnerfamilie in Wolferszell, die auf allen Hafneranwesen zu finden ist.

 

Neben den Abgaben an das Spital musste der Anwesenbesitzer auch Steuern an den Herzog von Bayern abführen und Scharwerk leisten. Deshalb erscheint die Sölde auch im Salbuch des Kastenamts Straubing von 1579:4

Wolf Hueber gibt vom Tegel am Wolfsperg zugraben hat samt ain Sölden Heusl alda, sambt sein Zuegehörn, so dem Spitall zur Straubing gehörig, aber mit der Steur und Scharberch Inn das fürstlich Renthaus Straubing und gibt allein wie vorgemelt vom Tegel, auf des fürstlichen Kasten alda an Geldt  24 Regensburger Pfennige.“

Alle drei Hafnereien mussten jeweils 24 Pfennige Steuer für den Tegel an das Kastenamt Straubing zahlen.

 

uraufnahme kopie

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Die Hafnersamilie Ziflinger/Pummer

Anfang des 17. Jhd., hatte der Wolferszeller Müller und Wirt Melchior Grim und seine Ehefrau Eva, geb. Fläckl, das Leibrecht auf der Sölde. Am 30.11.1621 verkaufen sie dieses an Bartholomäus Ziflinger, den Sohn des Steinacher Hafners Balthasar Ziflinger.  Im Salbuch von 1630 ist eine Abschrift des Originalkaufbriefes enthalten:

„Ich Melchior Grim, Wirt zu Wolferszell, und ich Eva, seine Hausfrau, wir zu kaufen gegeben, dem erbaren Bärtlme Ziflinger, Balthauser Siflinger Hafner zu Steinach eheleiblicher Sohn, derzeit noch ledich doch vogtbaren Stands, nämlich unsere Leibrecht auf der Sölden zu Wolferszell. Jährliche Gilt 50 Regensburger Pfennige, 30 Eier, ain Henen und vierzige Regensburger Pfennig Stiftgelt.“

Wieviel Ziflinger dafür bezahlt, geht daraus nicht hervor. In den Briefprotokollen findet sich sein Schuldbrief vom 02. Juli 1622 bei dem sich Ziflinger von dem erbaren Georgen Fuxen zu Wolferszell und Melchior Grimb daselbst, als über das würdige St. Ursula Gottshaus aufm Khäpflberg verpflichtete Kirchenpröbsten, 150 Gulden entleiht. Der Zins muss jedes Jahr auf Lichtmess bezahlt werden, erstmals 1623  und kann mit einem 1/2 Jahr gekündigt werden. Dafür bürgt Ziflinger mit seiner Erbgerechtigkeit auf das Spitals zu Straubing eigenthümliche Sölden zu Wolferszell.“ 5

Die Sölde wurde demnach auch bereits auf Erbrecht erworben und nicht auf das schlechter gestellt Leibrecht.

 

Das Original des Salbuch von 1630 vom Spital Straubing liegt im Stadtarchiv Straubing.

Darin wird die Sölde detailliert beschrieben:6
„Bärtlme Ziflinger Hafner zu Wolferszell hat Erbrecht auf der Sölden alda so gleich bei der Landstrass gegenüber des Weges Hans Wierl Schuesters Sölden liegt, mit vogtey in den  Chuftl.  Renthaus Straubing  vermögens ein Kaufbriefes so Herr Christph Siegersreiter  zu Rißmanstorf des innern Statt  Bürgermeister und Oberspitalpfleger zu Straubing geschehen am  Tag. St. Andrei Aplie (=30.11.) 1621

Die Sölde ist mit Gült ab und zustand Todfal fertig Grund und Boden an aigenthümblich dem Spital Straubing zustendig. Zu solcher gehört eine Behausung ein Städl mit einer Then, Viechtstall ein Backofen. Ist von Grund auf zimmert und etwas baufällig.

Der Hof ist eben vor dem Haus, eine Gred, ist mit einer Zaunstatt umgeben und eingemacht.“

 

1634 zahlt Bartholomäus Ziflinger (weitere Schreibweise: Züfflünger, Zipflinger)  5 Schilling Stiftgeld an das Bürgerspital1

Den Dreißigjährigen Krieg und seine drei Schwedenüberfälle (1633, 1641 und 1647) übersteht der Hafner wohl relativ unbeschadet. Teilweise zahlte er zwischen 1641 bis 1649 nur die Hälfte des Stiftgeldes, 1648 wird die Steuer komplett erflassen, wie alle Wolferszeller Bauern. 1650 führte er wieder die vollen 5 Schillinge ab.

 

 

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Das Popp-Anwesen aufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

 

Bartholomäus Ziflingers ist verheiratet mit einer Katharina und hat zwei Töchter, beide mit Namen Maria.
- Maria (I) heiratet Michael Pummer, Bauer in Eisenhart.
- Maria (II) heiratet Michael Fuchs, Hafner auf dem Haus Nr. 16 in Wolferszell und in zweiter Ehe den  Hafner Sebastian Schuhbauer.

 

Sein Enkel Wolfgang Pummer lernt bei ihm das Hafnerhandwerk und übernimmt zu Lebzeiten die Sölde.

 

Am Hochzeitstage seines Enkels Wolfgang Pummer, am 18.02.1669, geht der alte Hafner Ziflinger wegen seines Alters, zur Pfarrkirche voraus, bricht aber im Garten des Bauers Grim (heute Kirchenparkplatz) zusammen und stirbt. Der Pfarrer notiert: "Doch braucht man am Heil seiner Seele nicht zu verzweifeln, weil er dennoch zu Michaeli beim Ablaß dahier eine Lebensbeicht abgelegt hat7  

 

Wolfgang muss nach dem Tod des Großvaters jeweils 50 Schilling an seine Mutter und seine Tante als väterliches Erbgut auszahlen.8   

Seine Ehefrau ist die Bäckerstochter Margaretha Stelzer von Steinburg. Ihr Bruder Jakob ist seit 1668 Hafner in Steinach Hs.Nr. 52, ihr Schwester Magdalena heiratet 1671 den Wolferszeller Hafner Georg Schuhbauer von Hs.Nr. 8. Die Hafnersfamilien verbanden somit enge verwandtschaftliche Beziehungen.

 

Das Ehepaar hat zehn Kinder:
- Georg (*11.08.1669), erlernt 1685 das Hafnerhandwerk
- Rosina (*12.10.1671), heiratet 1690 in Steinach Friedrich Rupp, Weberssohn von Hilpolstein
- Barbara (*25.08.1673) heiratet 1699 in Steinach den Witwer und Schreiner August Haseneder von Au bei Ascha
- Maria (*27.03.1676)
- Maria (*10.03.1678)
- Christopher (*22.12.1679  + 30.03.1680)
- Ursula (*04.02.1682)
- Walburga (*04.02.1682)
- Anna (*29.03.1684) heiratet 1712 den Bauerssohn Martin Thanner von Roßhaupten
- Sebastian (*14.02.1687  + 13.06.1687)

 

1703 stirbt Margaretha; der Witwer heiratete die Halbbauerstochter Regina Billinger von Steinach Nr. 53.
In der Ehe kommen nochmals fünf Kinder zur Welt:
- Michael (*10.08.1706), Hoferbe
- Simon (*04.10.1707)
- Anna Maria (*20.12.1709) heiratet 1735 in Ascha den Witwer und Häusler Johann Georg Mayerhofer von Falkenfels.
- Rosina (*10.10.1712)
- Sebastian (*31.12.1713) als Kind verstorben.

 

Anlässlich der Jahrtagsmesse der Hafnerzunft in Straubing am 30.07.1685 stellte Wolfgang seinen ältesten Sohn Georg, 15 Jahre, als neuen Lehrjungen vor.9 Die Lehrzeit eines Hafnerlehrjungen dauerte in der Regel drei bis dreieinhalb Jahre.

 

1714 stirbt der 60-jährige Hafner und die Witwe heiratet den Hafnerssohn Johann Schuhbauer von Wolferszell Nr. 8, der nun die Hafnerwerkstätte vorführte.
Diese Ehe bleibt kinderlos.

 

Sohn Michael Pummer aus erster Ehe heiratete 1727 die Hafnerswitwe Ursula Mayr von Falkenfels und übte dort das Hafnerhandwerk aus. Nach dem Tod seines Stiefvaters zieht er mit seiner Ehefrau Ursula wieder nach Wolferszell und übernimmt das väterliche Anwesen. Das Hafneranwesen in Falkenfels übernimmt sein Stiefsohn Christopher Mayr (1715-1783). (siehe hierzu auch Die Hafner im Gmeinde- und Pfarrgebiet Steinach und im nördlichen Landkreis)

 

Ziflinger Pummer Besitzer

 

 

Von der Ziflinger-Sölde zum Mayerhofgütl

Aus seinen beiden Ehen gehen keine Kinder hervor, so dass Michael Pummer die Hafnerwerkstätte 1762 an seinen Neffen Johann Stephan Mayerhofer übergibt, einem Sohn seiner Schwester Anna Maria.

Von ihm kommt auch der Name „Mayerhofergütl“, so wie das Gütl im Liquidationsprotokoll von 1838 genannt wird.

In der Beschreibung des Hauptkastenamts Straubing von 1752 wurde das Anwesen noch als „Pruckgütl„ bezeichnet.
Stephan heiratet die Bauerstochter Walburga Gstettenbauer von Agendorf Nr. 43:
Das Paar bekommt sieben Kinder:
- Joseph (*1763), Hoferbe
- Johann Michael (*1764)
- Michael (*1765)
- Anna Maria (*1767)
- Theresia (*1770)
- Anna Maria (*1773)
- Johann Georg (*1774)

 

Das Hafneranwesen geht 1781 über auf den ältesten Sohn Joseph Mayerhofer, der die Hafnerstochter Anna Maria Miller von Ascha zur Ehefrau nimmt.

Von ihren acht Kindern erreichen nur zwei Töchter das Erwachsenenalter:
- Anna Maria (*1781) heiratet 1811 den Schuhmacher Wolfgang Landlsperger von Oberparkstetten
- Maria Magdalena (*1787), Hoferbin

1821 übernimmt Tochter Maria Magdalena das Hafneranwesen und heiratet Joseph Ring, den Stiefsohn des Steinacher Hafners Michael Dierlinger. Dessen Ehefrau Anna Maria Geith, war eine Bauerstochter von Kienberg und hatte den Buben und eine Tochter mit in die Ehe gebracht. Beides waren uneheliche Kinder von dem Baderssohn Ferdinand Ring von Ascha. Joseph erlernte vom Stiefvater das Hafnerhandwerk.
Der einzige Sohn namens Georg aus dieser Ehe wurde nur vier Monate alt (1822-1823)

Mit Joseph Ring endet 1848 die jahrhundertalte Hafnertradition auf diesem Anwesen.

 

 

Der „Straß-Popp“

Joseph Ring übte das Hafnerhandwerk bis 1848 aus, dann übergibt das Ehepaar am 09.01.1849 das Anwesen mit 15,63 Tagwerk Grund zum Wertanschlag von 1.550 Gulden an ihre Nichte Anna Maria Landlsperger von Parkstetten, die den Bauerssohn Johann Georg Popp von Oberparkstetten heiratet.
Das Ehepaar hat drei Kinder:
- Karolina (1849-1909), unverheiratet
- Alois (*1851), Hoferbe
- Margaretha (*1858)

 

Sohn Alois Popp übernimmt 1890 den Hof und heiratet die Sattlerstochter Helena Haslbeck von Salching.

Vier Kinder kommen zur Welt:
- Helena (*1890)
- Alois (*1892)
- Ludwig (1894-1895), ertrinkt mit 10 Monaten
- Joseph (1895-1918), fällt im 1. Weltkrieg
- Maria (1896-1928)

 

 

Nach sechs Jahren Ehe erleidet der 45-jährige durch einen Sturz einen Schädelbruch und stirbt.
Er hinterlässt eine hochschwangere Witwe und seine drei Kindern im Alter zwischen einem und sechs Jahre. Die jüngste Tochter Maria kommt zwei Wochen nach dem Tod des Vaters zur Welt.

 

Die Witwe Helena Popp heiratet nicht wieder und bewirtschaftete das Anwesen mit ihrer Schwägerin Karolina Popp alleine. In ihrem Leben erlitt die Frau noch einige Schicksalsschläge.
Nachdem bereits ein Sohn mit zehn Monaten ertrunken war, fällt Sohn Joseph im 1. Weltkrieg mit 23 Jahren und die jüngste Tochter Maria stirbt 1928 im Alter von 32 Jahren. Sie erlebt zwei Weltkriege und stirbt schließlich 1942 im hohen Alter von 87 Jahren.

 

 

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Helena Popp mit Schwiegertochter Rosina, Sohn Alois und den zwei kleinen Enkelkindern Josef? und Rosina?
aufgenommen ca. 1923
Bild: Familie Landstorfer, Wolferszell

 

Sohn Alois übernimmt 1928 das Anwesen von der Mutter. Er ist mit der Söldnerstochter Rosina Bornschlegl von Wolferszell Nr. 7 verheiratet mit der er drei Kinder hat:
- Josef (1920-2007), Gütler in Wolferszell Nr. 6
- Rosa (*1921) heiratet 1950 Johann Landstorfer
- Johann Baptist (1924-1972), Hoferbe

 

 

Mayerhofer Popp Besitzer

 

 

 

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 Das Popp-Anwesen aufgenommen ca. 1940
Bild: Familie Schmid Wolfsberg

 

 

 

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 stehend v.l. Johann (1924-1972), Rosa, geb. Bornschlegl  und Josef Popp (1920-2007)
sitzend v.l. Rosina, Helena geb. Haslbeck (1855-1943) und Alois Popp (1892-1984)

 

 

Schließlich übernimmt 1963 der jüngste Sohn Johann Baptist Popp  (1924-1972) das Anwesen. Sein Bruder Josef wurde von den kinderlosen Nachbarn Johann Meier und dessen Ehefrau Therese, geb. Haslbeck, an „Kindes statt“ angenommen und erbte das „Schmied-Anwesen“ Hs.Nr. 6  in Wolferszell.

 

Da nun drei Popp nebeneinander wohnten, wurden sie als „Straß-Popp“, „Kramer-Popp“ und „Schmied-Popp“ bezeichnet.

 Johann stirbt unerwartet am 1972 im Alter von 47 Jahren.

 

fo wolf 301aufgenommen ca. 1970
Bild: Familie Landstorfer, Wolferszell

 

 

Die Schwester Rosa und ihr Ehemann Johann Landstorfer übernehmen das „Mayerhofer-Gütl“.

 

luftbild3Das Landstorfer-Anwesen
aufgenommen ca. 1990
Bild: Familie Landstorfer, Wolferszell

 

  

1 „Geschichte der Spitalstiftungen in Straubing“ von Johannes Laschinger veröffentlicht im  Jahresbericht d. Hist. Vereins f. Straubing u. Umgebung 87. Jahrgang 1985, S. 242
2 ebenda,  S.98
3 ebenda,  S.242
4 StaLa, Rentkastenamt Straubing B38, Sal- und Urbarsbuch des Rentkastenamts Straubing, Band II 1579-1807, fol 156
5 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P39,  fol. 32  Schuldbrief vom  02.07.1622
6 Stadtarchiv Straubing, Salbuch des Bürgerspital Straubing 1630, fol. 495-499
7 BZA Regensburg, Matrikel Steinach/Bd.11, S.102, gem. Sterbeeintrag von Bartholomäus Zipflinger
8 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing P60 II, Briefprotokolle 1667 – 1669, fol. 259‘  Vergleich der Witwe Katharina Ziflinger mit ihren zwei Töchtern vom 1. Juni 1669
9 Stadtarchiv Straubing, Rep. II, Abt. 1dd1, Nr. 15, Protokollbuch der Hafner 1679 - 1706

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Conservatorium Camerale 242, Neustiftbuch des Rentkastenamt Straubing 1438
StA Landshut, Rentkastenamt Straubing A1457, Salbuch Kastenamt Straubing 1497, mit Besitzer bis 1578 nachgetragen
BayHSta München, Hofkammer Ämterrechnungen Rentmeisteramt Straubing 660, Rechnung des Kasten 1512
StA Landshut, Rentkastenamt Straubing A1458, Steuerregister der Untertanen des im Pfleggerichts Mitterfels gelegenen Hofmarken 1516
BayHStA Kurbayern Hofkammer 114, Konskription des Haupkastenamts Straubing von 1752
Rentamt Straubing B138, Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1808
Rentamt Straubing B139, Umschreibbuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932, Umschreibeheft von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Stand: 117.02..2026

 

 

 

Das Sieber-Anwesen  Hs.Nr. 69

 

1583: Hafnersölde - 1623: Miller Sölde – 1641: Hafnersölde – 1691/1699: Das obere Hafnerhaus -

1760: Bünter Häusl – 1808: Dirlinger Hof Hs.Nr. 16 – ab 1838 Hs.Nr. 69

 

heute Hafnerstraße 14

 

von Claudia Heigl

 

  

Auch bei diesem Anwesen handelte es sich um eine uralte Hafnerei.

Im Jahr 1583 besitzt der Hafner Erasmus die Hafnersölde auf Freistift. Sie entrichtet eine Gilt von 2 Schilling 5 Regensburger Pfennig und zahlt . wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von  5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

 

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Das Sieber-Anwesen aufgenommen 1954
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

1623 ist Balthasar Ziflinger als Hafner auf dem Haus ansässig.2 Das Häusl wird mit 5 Pfund Reg. Pfennige bewertet.3
Auch die Ziflinger sind eine alte Hafnersfamilie, die ihren Ursprung wohl auf der „Ziflinger-Sölde“ (alte Hs.Nr. 52, heute August-Schmieder-Str. 35, Prechtl) haben.
1623 gibt es drei Ziflinger als Hafner in Steinach – Hs.Nr. 44 und  Hs.Nr. 50.

Sein Sohn, ebenfalls Balthasar genannt, erwirbt am 30.11.1621 eine Sölde in Wolferszell (alte Hs.Nr. 10, heute Chamer Str. 9).4

 

1647 wird der Hafner Simon Miller auf dem Anwesen genannt, der mit einer Ursula verheiratet ist.
Drei Kind sind von dem Ehepaar bekannt. Taufpaten der Kinder sind Bartholomäus und Katharina Ziflinger von Wolferszell. Möglicherweise stammte die Mutter Ursula ebenfalls aus der Familie Ziflinger.
- Katharina (*30.07.1647)
- Bartholomäus (*12.05.1650)
- Simon (*21-10-1653), Hoferbe

 

1685 übernimmt Sohn Simon das Anwesen und heiratet die Schullehrerstochter Maria Dierlinger. Ihr Vater Johann Dierlinger, bekleidet das Amts des Schullehrer in Steinach und stammt ebenfalls aus einer Steinacher Hafnersfamilie.

Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Christopher (*1685-1755), Hoferbe
- Mathias (*1686)
- Simon (*1689) heiratet 1712 die Hafnerswitwe Ursula Schuhbauer, geb. Spießl von Wolferszell Nr. 16 und übernimmt die Hafnerei seiner Ehefrau
- Maria (*1691)
- Michael (*1692)
- Katharina (*1695)

 Sohn Christoph übernimmt 1711 die Hafnerei vom Vater und ehelicht die Bauerstochter Maria Deblinger von Steinach Nr. 27.

 

 

Miller Besitzer

 

 

 

Hafnersfamilie Dierlinger

Um 1718 tauschen Christopher und Maria Miller ihr Anwesen in Steinach mit dem Hafneranwesen des Johann Dierlinger in Gschwendt Nr. 5.
Simon und Maria Deblinger haben insgesamt zehn Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
Die ersten fünf werden in Steinach geboren, die weiteren fünf in Gschwendt:
- Mathias (*1712)
- Maria (*1713)
- Joseph (1715-1766) heiratet 1743 in Ascha die Hafnerswitwe Maria Eva Wiesinger, geb. Spießl von Ascha und übernimmt die Hafnerei seiner Ehefrau in Ascha Nr. 27
- Simon (1716-1785) heiratet 1754 die Hafnerswitwe Maria Martha Lankes, geb. Weidinger von Steinach Nr. 62 und übernimmt die Hafnerei seiner Ehefrau.
- Maria (1718-1764) heiratet 1744 den Schneider u. Mesner Nikolaus Kiefel von Gschwendt
- Anna (*1719) als Kind verstorben
- Katharina (*1720)
- Anna Maria (*1726) als Kind verstorben
- Anna Maria (*1727) heiratet 1760 den Maurer Wolfgang Steinbiller von Wiesenfelden und wird mit ihrem Ehemann in Gschwendt ansässig.
- Joseph (1730-1772), übernimmt die elterliche Hafnerei in Gschwendt Nr. 5

Johann Dierlinger könnte ebenfalls ein Sohn des Steinach Schullehrer Johann Dierlinger gewesen sein.

Er ist insgesamt dreimal verheiratet und wird Vater von 17 Kinder, die alle in Gschwendt geboren werden.

Ca. 1676 heiratet er die Hafnerswitwe Ursula Schuhbauer, geb. Rothamer von Gschwendt Nr. 5.

Mit ihr hat er drei Kinder:
- Antonia (*08.01.1677)
- Adam (*11.05.1678)
- Bartholomäus (*23.08.1679)

 

In zweiter Ehe vermählt er sich mit der Hopfenhändlers- und Bauerstochter Ursula Stubenhofer von Gschwendt.
Aus dieser Ehe gehen nochmals sieben Kinder hervor, von denen mindestens eines im Kindsalter stirbt:
- Maria (*11.03.1684)
- Anna Maria (*+1685)
- Maria (*05.01.1687)
- Ursula (*31.01.1689)
- Anna (*18.02.1691)
- Anna (*15.01.1693)
- Adam (*02.04.1694)

 

In dritter Ehe heiratet er schließlich die Bauerstochter Rosina Klein von der Wurzersölde in Steinach.
Sie bringt nochmals sieben Kinder zur Welt.
- Barbara (*11.11.1696)
- Walburga (*09.04.1698)
- Georg (*18.06.1700), Hoferbe
- Adam (*24.11.1702)
- Johann (*06.05.1704)
- Johann (*21.11.1706)
- Mathias (*02.09.1711)

 

Um 1718 ziehen Johann und Rosina Dierlinger nach Steinach.
1722 übergeben sie das Steinacher Hafneranwesen an ihren Sohn Georg. Dieser heiratet 1722 die Tagelöhnerswitwe Walburga Geiger, geb. Bielmeier von Agendorf, die vom Grubhof bei Bogen stammt.
Aus ihrer ersten Ehe bringt Walburga eine Tochter mit:
 Katharina Geiger (*1714) heiratet 1746 Sebastian Bachmaier von Steinach Nr. 48

 

Aus der Ehe mit Georg Dierlinger gehen nochmals vier Kinder hervor.
- Anna Maria (*1723) als Kind verstorben
- Joseph (*1724)
- Johann *1726), Hoferbe
- Walburga (*1729) heiratet 1760 in Ascha den Bauerssohn Vitus Holmer von Ascha

 

Um 1747 übernimmt Sohn Johann die Hafnerwerkstatt und heiratet die Kramerstochter Katharina Berger von Steinach Nr. 55.
Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Johann Michael (*1748), Hoferbe
- Anna Maria (*1752)
- Franz (*1754)
- Magdalena (*1757)
- Johann (*1759)

 

Zwei Tage nach der Geburt des jüngsten Kindes stirbt die 34-jährige Hafnerin. Johann geht fünf  Monate später erneut eine Ehe mit der Bauerstochter Elisabeth Leiderer von Niedermenach ein, die kinderlos bleibt.

 

Das Anwesen übernimmt 1787 der älteste Sohn Johann Michael, der ebenfalls Hafner ist.
Bereits zuvor ist er Vater von zwei unehelichen Kindern:
- Katharina Dierlinger (*1777), Mutter: Müllerstochter Katharina Probst von der Holzmühle
- Thomas Dierlinger (*1779), Mutter: Schmiedstochter Katharina Burger von Gossersdorf

 

Nach der Übernahme heiratet Johann Michael Dierlinger die Bauerstochter Anna Maria Geith von Kienberg.
Sie bringt ebenfalls zwei uneheliche Kinder mit in die Ehe, deren Vater der Bader Ferdinand Ring von Ascha ist:
- Anna Maria Ring (*1784) Hoferbin
- Joseph Ring (1786-1865), heiratet 1821 die Hafnerstochter Magdalena Mayerhofer von Wolferszell Nr. 10 und übernimmt mit ihr die Hafnerei in Wolferszell.

 

1788 wird ein weiterer Sohn geboren, der den Namen Johann Michael erhält.

 

Das Hafneranwesen in Steinach übernimmt Tochter Anna Maria Ring. Sie heiratet 1810 den Hafner Joseph Schützinger von Deggendorf.

Vier Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen nur eine Tochter überlebt:
- Anna Maria (1812-1840)

 

Dierlinger Besitzer

 

 

Im April 1818 verkaufen Joseph und Anna Maria Schützinger das Hafneranwesen in Steinach und erwerben hierfür das Hafneranwesen in Wolferszell Nr. 16.

Käufer ist Thomas Ring, der ein Onkel der Anna Maria Schützinger, geb. Ring und Bruder des Baders Ferdinand Ring von Ascha.

 

Thomas Ring hatte bereits 1794 die Bauerstochter Maria Theresia Hartinger von Steinach Nr. 24 geheirate. Zunächst arbeitet er als Maurer in Steinach und wohnt mit seiner Familie in einem selbst erbauten Haus im unteren Dorf nahe dem Ziegelstadel (heute Wittelsbacher Straße 3).

 Das Ehepaar hat sieben Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Anna Maria (*1780) heiratet 1806 den Häusler Johann Haseneder von Steinach Nr. 46
- Georg (*1785)
- Theresia (*1791)
- Joseph (1795-1877), Hofnachfolger
- Johann Baptist (*1799) heiratet 1827 in Hunderdorf die Steinacher Häuslerstochter Katharina Schildmayer und lässt sich in Hunderdorf als Hafner nieder.

 

1822 übernimmt Sohn Joseph Ring das Anwesen und heiratet die Metzgerstochter Anna Maria Wegerer von Steinach.

Das Ehepaar hat drei Kinder:
- Anna Maria (*1819)
- Joseph (1820-1868)
- Maria Theresia (*1827)

 

1858 übernimmt Sohn Joseph das Anwesen zum Anschlag von 1.000 Gulden vom Vater und ehelicht Katharina Heilmaier von Landau a.d. Isar.
Katharina hat bereits zwei vorehelich geborene Söhne im Alter von 16 und 14 Jahren von ihm, die beide in Landau a.d. Isar geboren wurden. Aufgrund der damaligen Gesetzgebung konnte das Paar nun heiraten, da Joseph ein Immobilienvermögen hatte. (siehe hierzu auch Ansässigmachungsgesetz)
- Joseph (1842-1889)
- Anton (*30.05.1844) heiratet 1869 Therese Penker

 

1869 übergibt die Witwe Katharina Ring das Hafneranwesen an ihren Sohn Joseph Ring, der ebenfalls als Hafner tätig ist.
Einen Teil des Gartens teil sie ab und übergibt ihn an ihren jüngeren Sohn Anton, der darauf einen Neubau errichtet (Hs.Nr. 69 ½, heute Schwanzer)

 

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Quelle: Vermessungsamt Straubing Ortskarte Steinach Nr. 187b

 

Joseph heiratet die Nachbarstochter Helena Schuster, die auch als Hebamme in Steinach tätig ist.
Sie bringt acht Kinder zur Welt, von denen keines älter als zweieinhalb Monate wird.

1886 stirbt Helena im Alter von 45 Jahren an einer Nervenlähmung.
Der Witwer geht 1888 erneut eine Ehe mit der Hafnerswitwe Theresia Dietl von Rattiszell ein.
Ein Jahr später stirbt auch Joseph Ring an einem Lungenleiden. Der Pfarrer vermerkt im Sterbebuch: „mußte vieles in einer schmerzlichen Krankheit erleiden.“
Mit dem Tod des Hafners Joseph Ring endet auch das jahrhundertalte Hafnergewerbe auf diesem Anwesen.

 

Die Witwe Theresia Ring heiratet in dritter Ehe den Kramerssohn Franz Xaver Unger von Wolferszell Nr. 22 ½.
Nach ihrem Tod nimmt Franz Xaver 1915 die Witwe Theresia Luttner, geb. Högerl, zur Ehefrau. die als Einwohnerin in dem Haus lebt.

 

1922 übergibt Franz Xaver Unger das Anwesen an seine uneheliche Tochter Kreszenz Straßmeier. Sie heiratet den Söldnerssohn Ludwig Lehner von Weingarten bei Mitterfels.
Zwei Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen ein Sohn im zweiten Weltkrieg vermisst bleibt.

Ludwig Lehner ist von 1948 bis 1966 Bürgermeister in der Gemeinde Steinach.

 

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Ludwig Lehner
von 1948 bis 1966 Bürgermeister in Steinach
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

 

Ring Besitzer

 

Das Anwesen übernimmt Tochter Kreszenz Lehner (1928-2002), die 1963 Ludwig Sieber (1923-1987) von Steinach Nr. 16 zum Ehemann nimmt.

 

dia stei 66 bearbeitet

aufgenommen 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Dias Pfarrer Ludwig Dotzler

 

  

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Stadtarchiv Straubing, Salbuch Gschwendt 1630, fol. 495

 

Weitere Quellen:
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

Stand: 08.02.2026

 

 

Der Schötz-Hof – früher „der halbe Bergbauernhof“ Hs.Nr. 34

in Agendorf

 

 

1760: ½ Ortbau – 1808: Hs.Nr. 1

heute Mitterfelser Str. 2

 

von Claudia Heigl

 

 

Wie bei allen Höfen in Agendorf war auch bei diesem Hof das Domkapitel Augsburg der Grundherr.

Im Jahr 1535 verkauft das Domkapitel Augsburg seine Rechte an der Stadt Straubing sowie an verschiedenen Gütern, darunter auch das Dorf Agendorf, an Herzog Ludwig X. von Bayern. Der Grundherr des Hofes ist damit bis ins 19. Jahrhundert der Herzog von Bayern. Der Besitz wird vom Rentkastenamt Straubing verwaltet, das die Steuern einzieht. Diese Güter werden auch als „propsteiische Güter“ bezeichnet.

 

Familie Foidl

Im Steuerbuch von 1578 erscheint Georg Feuerl als Besitzer von „zwei Viertelbaus“. Dabei ist vermerkt, dass zuvor Michael Hartberger den Hof inne hatte. Der Wert des Besitzes wird mit 30 Pfund Regensburger Pfennigen angegeben.1

Im Salbuch von 1579 wird der Hof näher beschrieben. Georg Feuerl besitzt den Hof im Erbrecht aufgrund eines Kaufbriefes aus dem Jahr 1530. Zum Anwesen gehören eine hölzerne Behausung, ein Stadl mit Tenne, ein Stall sowie ein Backofen, alles in mittelmäßiger Bauweise. Dies lässt vermuten, dass Georg Feuerl in den Hof eingeheiratet hat.2

Zur gleichen Zeit sitzt ein Andreas Foierl als Bauer auf dem nahegelegenen Kindlasberg. Die Familie Feuerl (auch Foyerl, Voyerl, später Foidl) ist dort bereits 1529 nachgewiesen. Der Familienname könnte sich vom „Vayer Kündlasperger“ ableiten (siehe auch Kindlasberg).
Georg Feuerl stammt möglicherweise von diesem Hof ab, was auch den späteren Hofnamen „Bergbauernhof“ erklären würde.3

 

uraufnahme kopie

Der Hof bekam 1838 die Hs.Nr. 34
 Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

Nachfolger ist laut Salbuch ein Michael Foitl, vermutlich ein Sohn Georg Feuerls. Ihm folgt wiederum ein Sohn namens Georg Foyerl.

Von diesem Georg Foyerl liegen mehrere Urkunden vor. Er ist mit einer Frau namens Ursula verheiratet. Im Jahr 1610 verkaufen er und seine Ehefrau zwei Tagwerk Wiese samt einem Acker, dem sogenannten Großacker, an den Bauern Michael Wenzl von Hoerabach. Den Grundbesitz hat Georg von seinen Geschwistern nach dem Tod des Vaters geerbt.4

Von dem Ehepaar sind mindestens acht Kinder nachgewiesen:
- Jodokus (auch Jobst) (1601-1681), Bauer in Agendorf Nr. 35
- Michael, wanderte nach Wien aus und starb dort um 1663 5
- Georg, ist bei der Erbverteilung im Jahr 1663 bereits seit 37 Jahren verschollen. „Keiner wisse, ob er noch lebt“.5 6
- Sebastian (1621-1681), Söldner in Agendorf Hs.Nr. 37
- Magdalena  heiratet 1661 Michael Haimerl, Bauer in Unterparkstetten und 1673 Ambros Trostmayer
- Maria, ist 1664 noch unverheiratet
- Michael (1626-1697), Hoferbe
- Ursula (+1692) heiratet 1650 in Steinach den Witwer und Bauern Michael Obermayer von Niedermenach und 1662 Georg Sollinger

 

Dass zwei lebende Söhne den Namen Michael tragen, ist im 17. Jahrhundert nicht ungewöhnlich. Immer wieder erreichen Geschwister mit gleichen Vornamen das Erwachsenenalter. Häufig geben die Taufpaten den Ausschlag für die Namenswahl. Wechseln die Paten und tragen zufällig denselben Vornamen, erhält auch das nachgeborene Kind erneut diesen Namen.

 

Der Dreißigjährige Krieg

Zwischen 1633 und 1648 wird die Gegend dreimal von schwedischen Soldaten heimgesucht. Sie plündern und töten rücksichtslos. Dazwischen ziehen auch immer wieder bayerische Truppen durch das Land und nehmen sich von den Bauern, was sie benötigen.

Von den neun Höfen in Agendorf überlebt nur die Familie Foidl die Überfälle beziehungsweise ist auch nach dem Krieg noch auf ihrem Hof ansässig (siehe auch Dreißigjähriger Krieg). Auch Georg Foyerl überlebt den Krieg nicht. Bis 1644 entrichtet seine Ehefrau Ursula noch die Abgaben für den Hof.

Im Schmalzregister führt Ursula in den Jahren 1641 und 1642 jeweils fünf Gulden an das Kastenamt Straubing ab. Zwischen 1643 und 1646 werden jährlich zehn Gulden abgeführt, 1647 wieder nur fünf Gulden. Im Jahr 1648 zahlt keiner der Agendorfer Höfe eine Abgabe. 1649 werden wieder fünf Gulden, 1650 zehn Gulden entrichtet.7

 

Am 18.01.1644 übernimmt während des Dreißigjährigen Krieges der jüngste Sohn Michael den Hof.8
Er heiratet im selben Jahr die Bauerstochter Anna Wintermayer von Weingarten bei Mitterfels. Als Heiratsgut bringt die Braut 120 Gulden sowie ein Bett und eine Kuh in die Ehe ein.9

Als sich Michael Foidl beim dritten schwedischen Überfall im Jahr 1647 in das Schloss Steinach flüchtet, nehmen ihm die Soldaten dort drei Rösser ab. Insgesamt plündern 62 Reiter das Schloss und erschießen auch den Steinacher Hofmarksrichter Albert Dietlmayer. Im Jahr 1648 stellt der Straubinger Rentmeister Wolf Jakob Freyman dem Bauern einen Schein aus, nachdem eines der Pferde wiedergefunden wird und Michael es zurückerhält.10

Elf Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen mindestens fünf im Kindsalter sterben:
- Walburga (*30.03.1645)
- Maria (*02.12.1646) bringt am 27.05.1675 einen unehelichen Sohn namens Georg zur Welt. Als Vater ist Johann Unger, Sohn des Leonhard Unger, Bauer in Unterniedersteinach angegeben.
- Konrad (*03.02.1649 + 15.09.1649)
- Andreas (*21.11.1650  + 28.11.1650)
- Vitus (*09.06.1652  + 16.06.1652)
- Johann (*14.11.1653  + 25.03.1654)
- Apollonia (*28.07.1655) heiratet am 22.01.1676 Jakob Unger, Bauer in Unterniedersteinach Nr. 4. Die Trauung findet am Krankenbett statt.11  Vier Tage nach der Hochzeit stirbt Jakob. Der weitere Lebensweg von Apollonia ist unbekannt.
- Adam (*01.01.1658  + 29.03.1683)
- Gregor (*26.02.1660)
- Gregor (*07.04.1663), Hoferbe
- Magdalena (*20.07.1666) heiratet am 24.11.1687 in Steinach Mathias Gruber Bauerssohn von Steinach Nr. 11

 

Am 31.08.1686 übergeben Michael und Anna Foidl den Hof an ihren Sohn Gregor.12 Zwei Monate später heiratet dieser die Bauerstochter Anna Riedl von Agendorf Nr. 38.
Das Ehepaar bekommt acht Kinder:
- Margaretha (*15.07.1688  +19.07.1688)
- Ursula (*06.10.1689  +05.01.1690)
- Maria (*09.02.1691) heiratet 1713 in Steinach den Halbbauerssohn Christoph Holzer von Steinburg und lebt mit ihrer Familie in Steinach.
- Apollonia (*01.03.1693) heiratet 1711 in Hunderdorf den Halbbauerssohn Norbert Holzer von Steinburg
- Johann (*01.05.1695)
- Sebastian (*20.01.1697)
- Maria (*07.12.1698)
- Michael (*31.07.1700) heiratet 1727 die Tagelöhnerstochter Katharina Diez von Steinach und erwirbt später mit ihr das Söldenanwesen Hs.Nr. 41 in Steinach.

 

Im Jahr 1704 stirbt Gregor im Alter von 41 Jahren. Seine Witwe heiratet in zweiter Ehe den Bauerssohn Stephan Roßhaupter (auch Roßhäutpl) von Oberzeitldorn. 1710 verkauft das Ehepaar den Hof. Ihr weiterer Lebensweg ist nicht bekannt.

 

Foidl Besitzer

 

 

Ab 1710 im Familienbesitz der Familie Zeindlmayer – Bachl - Schötz

Ab dem Jahr 1710 befindet sich der Hof im Besitz der Familie Zeindlmayer. Als neue Besitzer kommen Maria und Georg Zeindlmayer auf den Hof.

Georg Zeindlmayer (auch Zeitlmayr geschrieben) ist der Sohn der Wirtsleute Sebastian und Ursula Zeindlmayer. Er wird 1673 in Unterparkstetten geboren und zieht 1683 mit seinen Eltern nach Muckenwinkling. Die Familie Zeindlmayer ist bereits 1640 in Unterparkstetten nachweisbar, wobei der Familienname in den Kirchenbüchern lediglich als „Zeindl“ erscheint.

Im Jahr 1703 heiratet Georg die Bauerstochter Maria Bachl von Trudendorf Nr. 73. Zunächst lebt die Familie in Trudendorf, wo auch die beiden ersten Kinder zur Welt kommen.

Fünf Kinder des Ehepaares sind bekannt:
- Katharina (*25.11.1707) heiratet 1733 den Bauern Vitus Fuchs von Schmelling
- Georg (*13.01.1710), Hoferbe
- Ursula (*14.10.1713) heiratet 1739 den Bauern Sebastian Rothamer von Wolferszell Nr. 15
- Maria heiratet 1736 in Steinach den Bauerssohn Michael Stubenhofer von Gschwendt und wird mit ihrem Ehemann in Hof bei Stallwang sesshaft.
- Eva (*19.05.1716) heiratet 1743 den Bauern Mathias Eisenharter von Aign

 

Im Jahr 1732 übernimmt der einzige Sohn Georg Zeindlmayer den Hof von seinen Eltern. Vier Jahre später heiratet er die Bauerstochter Anna Maria Kain von Unterparkstetten Nr. 33 (heute Bogener Str. 26).

Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Maria Magdalena (1738-1814) heiratet 1763 den Bauern Jakob Dietl von Wolferszell Nr. 19
- Maria Anna (1742-1828) heiratet 1767 den Bauern Johann Georg Schirmbrand von Agendorf Nr. 39
- Maria Theresia (*1745) heiratet 1774 den Bauern Johann Simon Spießl von Münster Nr. 30, 1790 Johann Georg Färber und 1798 Simon Sieber.
- Anna Maria (1749-1790) heiratet 1785 den Bauern Paul Groß von Unterhartberg Nr. 74
- Johann Georg (1756-1832), Hoferbe

 

Im Jahr 1785 übernimmt erneut der einzige Sohn Johann Georg das Anwesen. Seine Ehefrau wird die Bauerstochter Maria Magdalena Foidl von Agendorf Nr. 38 (heute Kettl).

Wieder kommen fünf Kinder zur Welt:
- Joseph (1787-1830), übernimmt 1813 den Hof von seinem Onkel Johann Georg Foidl in Agendorf Nr. 38
- Katharina (1790-1828) Hoferbin
- Magdalena (1796-1803), stirbt mit 7 Jahren an Blattern
- Anna Maria (1798-1870) heiratet 1826 den Bauern Michael Bachl von Pellham Nr. 28
- Anna (*1801) heiratet 1834 in Straubing/St. Jakob den Bauerssohn Andreas Foidl von Rotham. Das Ehepaar lebt in Straubing.

 

Zeindlmayer Besitzer

Nachdem der einzige Sohn Josef 1813 den Hof vom Bruder seiner Mutter, Johann Georg Foidl in Agendorf, übernommen hat, übergeben die Eltern ihr Anwesen am 10.03.1822 an ihre älteste Tochter Katharina Zeindlmayer. Diese heiratet den Bauerssohn Jakob Bachl von Pellham, mit dem sie bereits eine vorehelich geborene Tochter hat, die auf den Namen Katharina getauft wurde.

Vier Jahre später heiratet ihre Schwester Anna Maria in den Bachl-Hof in Pellham ein.

 

Katharina bringt nochmals vier Kinder zur Welt, wobei die Geburten mit großen Schwierigkeiten verbunden sind.
Drei Kinder sterben unmittelbar bei oder kurz nach der schweren Geburt. Auch die hinzugezogenen Landärzte können zweimal nur die Mutter retten.
- Katharina (*1819)
- Anonymus (*+1824)
- Michael (1825-1877), Hoferbe
- Anonymus (*+1827)
- Anonymus (*+1828)

Die fünfte Geburt kostet Katharina das Leben. Sechs Tage nach ihrem Sohn stirbt auch die Wöchnerin.
Der Pfarrer vermerkt hierzu in Kirchenbuch: „Eine wahrhaft fromme Mutter und gläubige Christin, eine friedfertige Frau, die sich durch Geduld und Beständigkeit bis ans Ende auszeichnete und in das Leben der Heiligen einging.“

Der Witwer geht eine zweite Ehe mit der Wolferszeller Bauerstochter Katharina Weber ein.
Aus der Verbindung gehen keine weiteren Kinder mehr hervor.

Der einzige Sohn Michael übernimmt 1854 den Hof und heiratet die Bauerstochter Therese Heisinger von Hoerabach.
Das Ehepaar hat drei Kinder:
- Karolina (*1855)
- Johann Baptist (1857-1910) heiratet 1891 in den Helmbrecht-Hof in Steinach Nr. 45 (heute Foidl) ein.
- Michael (1858-1896), Hoferbe

Michael erkrankt schwer an einer Gliederkrankheit. Kurz vor seinem Tod übergibt er 1877 seinem noch minderjährigen, 19-jährigen Sohn Michael jun.. Zum Vormund wird sein Schwager Johann Heisinger von Hoerabach bestellt. Dem Bruder Johann muss der Hoferbe 7000 Gulden und seiner Schwester Karolina 6000 Gulden und zwei Kühe als Heiratsgut ausbezahlen.
Vier Tage nach der Übergabe stirbt der 52-jährige. Seine Ehefrau Therese war bereits sechs Jahre zuvor im Alter von 50 Jahren an Blattern verstorben.

Zwei Jahre später heiratet Michael Bachl die Rothamer Bauerstochter Katharina Rothamer.
Aus der Ehe gehen zehn Kinder hervor, von denen zwei im Säuglingsalter sterben:
- Johann Baptist (1880-1957), Hoferbe
- Theresia (*1881)
- Michael (*1882)
- Katharina (*1885) heiratet 1913 den Bauern Johann Ruhland von Ittling
- Maria (*+1886)
- Maria (1887-1941), bleibt unverheiratet auf dem Hof
- Karl (1888-1925), ist Bräumeister in Falkenfels, stirbt unverheiratet auf dem Hof
- Karolina (1891-1965), verh. Kienberger in Wetzelsberg
- Ludwig (*1893)
- Kreszenz (*+1894)

 

Im Jahr 1896 stirbt der 37-jährige Bauer Michael Bachl an Lungenschwindsucht. Er hinterlässt acht Kinder im Alter zwischen 16 und 3 Jahren.

Gegen den damaligen Gepflogenheiten heiratet die 36-jährige Witwe nicht erneut, sondern bewirtschaftet den Hof selbständig weiter.

1921 übergibt sie den Hof an ihren ältesten Sohn Johann. Der 41-jährige heiratet die Bauerstochter Katharina Hilmer von Wiesenzell.
Aus der Ehe gehen vier Töchter hervor.

Am 13.07.1932 stirbt die Seniorbäuerin Katharina Bachl geb. Rothamer im Alter von 72 Jahren. Vier Monate später stirbt auch ihre Schwiegertochter Katharina geb. Hilmer im Alter von 46 Jahren.

Der Witwer heiratet nicht erneut und zieht seine vier Töchter, die beim Tod der Mutter zwischen vier und elf Jahre sind, mit Hilfe seiner Schwester auf.

 

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aufgenommen ca. 1980
Quelle: Familie Schötz, Agendorf

 

Im Jahr 1949 übergibt er den Hof an seine älteste Tochter Maria Bachl, die noch im gleichen Jahr Mathias Schötz von Untermiethnach heiratet.

 

Bachl Besitzer

 

 

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Der Schötz-Hof
aufgenommen 2018
Bild: Claudia Heigl

 

 

 

1 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B99, Steuerbuch des fürstl. Kastenamts Straubing 1578
2 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B39, Sal- und Urbarsbuch über die propsteiischen Lehengüter des Rentkastenamts Straubing, 1579, fol. 53‘
3 Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836. Hier wird der Hof als Bergbauernhof bezeichnet.
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P28, fol.71  Kaufvertrag über zwei Tagwerk Wiesmad vom 10.07.1610
5 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 II,  fol.213  Bürgschaft ex 51 fl. vom 09.02.1663
6 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 III,  fol.458   Quittung um bezahltes Erbteil  1664
7 StA LandshutRentkastenamt Straubing B90, Schmalzbuch des Kastenamtes Straubing 1641 - 1650
8 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P 66 I,  fol. 74  Übergabebrief vom 31.08.1686
9 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P56,  fol.34  Heiratsbrief vom 07.10.1656
10 BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach Bd.11/22, S. 36
11 BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Kirchroth Bd.1, S. 210
12 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P 66 I,  fol. 74  Übergabebrief vom 31.08.1686

 

Weitere Quellen:
BayHStA Kurbayern Hofkammer 515, Konskription des Hauptkastenamts Straubing Amt Trudendorf von 1760

StA Landshut, Rentamt Straubing B130, Häuser- und Rustikalsteuerkataster Trudendorf incl Agendorf 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B131, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Trudendorf incl Agendorf 1814 - 1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Kulturkreis Josef Schlicht e.V., Jahresheft 1993/94, Ausgabe 2/1994

 

Veröffentlicht: 01.02.2026

 

 

Das Meier-Anwesen – früher „das 1/8 Trinkgütl“ Hs.Nr. 42

in Agendorf

 

 

1760: 1/8 Trinkgütl – 1808: Hs.Nr. 9

heute Mitterfelser Str. 12

 

von Claudia Heigl

 

 

Grundherr dieses Hofes ist, wie bei allen Agendorfer Höfen, das Augsburger Domkapitel.
Seit 1535, als das Domkapitel die Rechte an dem Dorf Agendorf an Herzog Ludwig X. von Bayern verkauft, werden die Höfe vom Kastenamt Straubing verwaltet und als „propsteiische Güter“ bezeichnet.

 

Uraufnahme Kopie

1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 42
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Bis etwa 1732 gehörte der Besitz meist zu einem anderen Bauernhof in Agendorf.

1579 besitzt Michael Feuerl den halben Viertelbau. Der Besitz wird wie folgt beschrieben:1
Michael Feürl hat innen einen halb Viertel Bau vermög eines Übergabebriefs aus dem Jahr 1544. Dazu gehört ein kleines hölzernes Häusl mit Stadel unter einem Dach und ein Stall. Alles mittelmässig erbaut.
Davon dient er jährlich auf den fürstlichen Kasten Straubing an Geld 1 Schilling, 12 Kreuzer.

Dieser Michael Feuerl (ältere Schreibweise von Foidl) besaß noch ein weiteres „Viertelbau“, das um 1680 zum heutigen Spanner-Hof zusammengelegt wird.

 

1587 findet sich ein Wolf Frängl auf dem Hof.2 Ihm folgt ein Andreas Frängl, vermutlich sein Sohn.

 

1599 zahlt ein Andreas Rosenhamer Abgaben für den Besitz an den fürstlichen Kasten Straubing.3
Andreas war der Sohn des Bruckmüllers Michael Rosenhamer. Ihm gehört auch das benachbarte heutige Schreiner-Anwesen (alte Hs.Nr. 43)

 

Rosenhamer Besitzer

 

Als nächstes kommt der Agendorfer Wirt Georg Schleinkofer in den Besitz des Hofes.
Seine Tochter Barbara und sein Schwiegersohn Peter Wenzl, die auch das Wirtshaus übernehmen, zahlen von 1641 – 1650 Abgaben für den Besitz.4

 

Schleinkofer Besitzer

 

Als nächster Besitzer wird ein Jobst Foyerl (auch Foidl) aufgeführt. Er ist auch Bewirtschafter des heutigen Stelzl-Hofes.

 

Foidl Besitzer

 

Etwa ab 1668 wird der ehemalige Trudendorfer Bauer Wolfgang Hofstetter und seine Ehefrau Maria als Besitzer aufgeführt.

 

Hofstetter Besitzer

 

Am 13.05.1681 verkauft das Ehepaar den Erbrechtsviertelbau um 157 Gulden an den Bauerssohn Wolfgang Prem von Kindlasberg.5 Wolfgang ist mit einer Magdalena verheiratet. Die Ehe bleibt jedoch kinderlos.

 

Prem Besitzer

 

1686 stirbt der 32-jährige Zimmermann und die Witwe verkauft den Hof am 06.03.1689 an den Agendorfer Bauern Mathias Foyerl (Foidl), dem Sohn des o.g. Jobst Foyerl.6

 

Foidl Mathias Besitzer

 

1732 erwerben der Schuster Johann Mayer und dessen Ehefrau Anna Maria geb. Schwarz auf den Hof.
Von dem Ehepaar werden drei Kinder in Agendorf geboren:
- Johann Wolfgang (*1735)
- Anna Maria (*1737) als Kind verstorben
- Magdalena (*1739)

 

Mayer Besitzer

 

 

Etwa 1742 erwirbt der verwitweten Tagelöhner Johann Habrunner (weitere Schreibeweise: Hainbrunner) von Reibersdorf den Besitz, nachdem er die Bauerstochter Maria Urmann von Muckenwinkling heiratet.
Johann war in erster Ehe mit Barbara Strohmayer von Parkstetten verheiratet.
Drei Kinder kamen bereits in Reibersdorf zur Welt, von denen jedoch vermutlich nur Sohn Johann überlebte (*1734).
In der zweiten Ehe wurde nochmals Tochter Anna Maria geboren( 1746), die jedoch ebenfalls im Kindsalter starb.

Nach dem Tod des 45-jährigen heiratet die Witwe Maria Habrunner den ebenfalls verwitweteten Schuster Lorenz Völkl von „Weyling“. Hier ist vermutlich Weihern bei Leiblfing gemeint.7
Dem Ehepaar werden nochmals zwei Kinder geboren:
- Maria Völkl (*1748). Bekommt am 16.08.1774 von dem Dienstknecht Bartholomäus Mayer von Agendorf eine uneheliche Tochter, die auf den Namen Walburga getauft wird.
- Johann Georg Völkl (*1751)

 

1761 übernimmt eine Nichte der Maria Faltl, Anna Maria Urmann von Muckenwinkling den Besitz in Agendorf und heiratet Andreas Michl von Prun.
Das Ehepaar bekommt drei Kinder.
- Katharina (*1762)
- Johann Georg (*1765), Hoferbe
- Andreas (*1767)

Als Anna Maria Michl 1768 im Alter von 39 Jahren stirbt, heiratet der Witwe die Bauerstochter Anna Maria Sigl von Unterparkstetten.
In der Ehe kommen nochmals acht Kinder zur Welt.
- Katharina (1769-1819) heiratet 1818 den verwitweten Schneider und Mesner Mathias Kiefel von Kapflberg
- Maria Magdalena (*1770)
- Anna Maria (*1775)
- Andreas (*1777)
- Lorenz (*1779) als Kind verstorben
- Anna (*1780)
- Anna Maria (*1782) als Kind verstorben
- Joseph (*1785)

 

Sohn Johann Georg aus erster Ehe übernimmt 1784 das Gütl in Agendorf. 1797 heiratet er die Söldnerstochter Anna Krieger von Steinach Hs.Nr. 53.
Das Ehepaar hat vier Kinder:
- Johann Georg (*1797)
- Katharina (*1799)
- Anna (1802-1839), Hoferbin
- Johann (1804-1888) heiratet 1836 die Häuslerstochter Walburga Holzer von Steinach und übernimmt das Anwesen des Schwiegervaters in Steinach Nr. 22.

 

Habrunner Besitzer

 

Das Anwesen übernimmt am 29.10.1827 die Tochter Anna mit ihrem Bräutigam Sebastian Meier von Geraszell.
Das Paar hat bereits zwei vorehelich geborene Kinder. Bei den Taufen wird Sebastian als Mühlknecht auf der Bruckmühl bezeichnet. In der Ehe kommt nochmals ein Sohn zur Welt, der jedoch nach vier Monaten stirbt:
- Franz Xaver (1821-1880), Hoferbe
- Therese (*1826) heiratet 1851 den Halbbauern Johann Zollner von Wolferszell Nr. 19
- Joseph (*+1829)

1839 stirbt die 37-jährige Anna Meier an einem Katarrh. Der Witwer heiratet zwei Jahre später die Söldnerstochter Katharina Lösch von Euersdorf. Aus der Ehe gehen keine Kinder mehr hervor.

Am 16.01.1852 übernimmt Sohn Franz Xaver aus erster Ehe den Besitz und ehelicht die Gütlerstochter Therese Wagner von Unterparkstetten.
In der Ehe kommen acht Kinder zur Welt, von denen drei im Kindsalter sterben:
- Theresia (*1854)
- Xaver (*1857)
- Joseph (1860-1928) heiratet 1893 in Münster die Witwe Maria Agsteiner, geb. Hien und wird in Münster Hs.Nr. 1 ½ sesshaft.
- Kreszenz (*1862)
- Ludwig (*1866), Hoferbe

 

FO AGDF 15 Kopie

Das Wohnhaus wurde 1908 größtenteils neuer erbaut und erhöht. Nur der Stall blieb bestehen.

aufgenommen 1908
von links Mutter Katharina geb. Lankes, die zwei Söhne Franz Xaver und Ludwig, Vater Ludwig Meier
Bild: Familie Meier, Agendorf

 

Der jüngste Sohn Ludwig übernimmt 1888 das Anwesen in Agendorf und geht eine Ehe mit Katharina Lankes von Schmitzdorf ein.
Das Ehepaar bekommt 13 Kinder, von denen drei im Säuglingsalter sterben:
- Theresia (*1889) heiratet Johann Knoll von Großlintach
- Katharina (1890-1965) heiratet Joseph Amann von Moosdorf
- Kreszenz (1891-1973) übernimmt das Anwesen ihrer Tante in Münster Nr. 1 ½ und heiratet Joseph Fuchshuber von Kirchroth
- Maria (1893-1939), war Haushälterin beim Steinacher Geologen Scherm und blieb unverheiratet
- Karolina (1899-1987), war Haushälterin beim Steiancher Geologen Scherm und blieb unverheiratet
- Ludwig (*1901)
- Joseph (1902-1974), Schulhausverwalter in Straubing
- Rosina (1904-1911)
- Franz Xaver (1906-1973), Hoferbe
- Karl (*1909)

FO AGDF 15 bearbeitet

 

 

FO AGDF 188 Kopie

Familie Meier aufgenommen 1926
von links: Xaver, Vater Ludwig Meier, Franz Xaver; ? ?
Bild: Familie Meier, Agendorf

 

 

 

FO AGDF 62 Kopie

Franziska Meier, geb. Mandl
aufgenommen 1940
Bild: Familie Meier, Agendorf

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Ludwig Meier
aufgenommen 1940
Bild: Familie Meier Agendorf

 

FO STEI 1477 KopieDie Schwestern Maria und Karolina Meier mit dem Geologen Scherm in Steinach.
aufgenommen 1925
Bild: Familie Meier, Agendorf

 

1939 übernimmt Sohn Franz Xaver den Hof. Er ist mit der Bauerstochter Franziska Mandl von Pellham verheiratet.

Drei Söhne gehen aus der Ehe hervor, von denen einer im Kindsalter stirbt.

 

FO PELL 15 bearbeotet

 Hochzeit am 17.05.1935:
Franz Xaver Meier und Franziska Mandl
Bild: Familie Mandl, Pellham 

 

Meier Besitzer

 

 

 

 

Sohn Franz Xaver (1936-2024) übernimmt den Besitz und heiratet Helga, geb. Attenberger (1942-2019).

 

 

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 Das Meier-Anwesen (Mitte)
aufgenommen 2018
Bild: Claudia Heigl

 

1 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B39, Sal- und Urbarsbuch über die propsteiischen Lehengüter des Rentkastenamts Straubing, 1579, fol. 66
2 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B105, Scharwerkbuch der probsteiischen Untertanen 1587
3 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B101, Steuerbuch des fürstl. Kasten Straubing 1599
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B90, Schmalzbuch des fürstl. Kasten Straubing 1641-1650
5 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P64 I,  fol. 71  Kaufbrief über 167 fl vom 13.05.1681
6 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P 67 I,  fol. 33‘  Quittung über 163 fl  06.03.1690
7 Am 30.07.1744 wird ein Michael Völkl, Sohn der Schusterseheleute Lorenz und Therese Völkl  von Metting getauft (KB Leiblfling Bd.6/21 S. 18). Die Schustersgattin Therese Völkl stirbt am 07.03.1745 im Alter von 32 Jahren in Metting.

 

Weitere Quellen:
BayHStA Kurbayern Hofkammer 515, Konskription des Hauptkastenamts Straubing Amt Trudendorf von 1760

StA Landshut, Rentamt Straubing B130, Häuser- und Rustikalsteuerkataster Trudendorf incl Agendorf 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B131, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Trudendorf incl Agendorf 1814 - 1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Kulturkreis Josef Schlicht e.V., Jahresheft 1993/94, Ausgabe 2/1994

Veröffentlicht: 17.04.2026

Das Schreiner-Anwesen – früher „das 1/4 Schustergütl“ Hs.Nr. 43

in Agendorf

 

 

1760: 1/8 Schuellergütl – 1808: Hs.Nr. 8

heute Mitterfelser Str. 18

 

von Claudia Heigl

 

 

Auch bei diesem Hof  war ursprünglich das Augsburger Domkapitel der Grundherr.
Seit 1535, als das Domkapitel die Rechte an dem Dorf Agendorf an Herzog Ludwig X. von Bayern verkauft, werden die Höfe vom Kastenamt Straubing verwaltet und als „propsteiische Güter“ bezeichnet.

 

 

uraufnahme kopie
1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 43
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

1579 besitzt Melchior Thurmayer die Sölde. Der Besitz wird wie folgt beschrieben:1
Melchior Thurmayer besitzt eine Sölde aufgrund eines Kaufbriefes der sich auf Erbrecht lehnt, ausgefertigt 1531.
Zur Sölde gehört ein hölzernes Häusl, ein Stadel mit einer Tenne unter einem Dach, Stall und Backofen, alles wohlerbaut.
Davon dient er jährlich auf den fürstlichen Kasten Straubing an Geld 1 Schilling, 15 Kreuzer 2 Reg. Pfennige.

Nächster Besitzer wird ein Georg Grimm. Er ist vermutlich ein Sohn des Hans Grimm, Bauer auf dem benachbarten heutigen „Spanner-Hof“ Hs.Nr. 41.
Ihm gehört noch ein „halber Viertlbau“, den vorher Hans Grimm besessen hatte.2

Ihm folgt ein Simon Rosenhamer als nächster Besitzer.
Simon dürfte ein Sohn des Bruckmüllers Kaspar Rosenhamer gewesen sein. Im 30-jährigen Krieg hat er vermutlich sein Leben verloren und die Sölde erbt sein Bruder Andreas Rosenhamer.

Andreas war in erster Ehe mit einer Barbara verheiratet.
Von ihnen sind fünf Kinder bekannt:
- Elisabeth heiratet 1641 Wolfgang Artmann und wird Bäuerin in Dunk
- Wolfgang ist von 1634 bis 1661 Schullehrer in Steinach Nr. 52
- Georg
- Joachim (* 14.10.1639)
- Rosina heiratet 1662 Georg Leiderer, Bauer a.d. Roithof bei Parkstetten

In zweiter Ehe heiratet Andreas Rosenhamer 1642 die Steinacher Bauerstochter Elisabeth Bertelmann.
Aus dieser Ehe gehen nochmals drei Kinder hervor:
- Maria (*11.04.1643 + 28.01.1650)
- Brigitta (*20.09.1645, + 07.11.1722) heiratet 1666 in Steinach Johann Georg Klingeisen von Trudendorf und lässt sich mit ihm in Münster Nr. 2 als Bäuerin nieder.
- Anna (*02.12.1647) heiratet 1671 in Münster den Weber Wolfgang Daschner von Münster

 

1649 stirbt der70-jährige Söldner und seine Witwe heiratet 1650 den verwitweten Zimmermann Vitus Schopper von Steinach.
In der Ehe kommen nochmals fünf Kinder zur Welt.
- Elisabeth (*05.05.1651)
- Wolfgang (*23.07.1652)
- Thomas (*08.12.1653 + 05.04.1655)
- Wolfgang (*17.02.1656 + 10.04.1656)
- Thomas (*03.04.1657 + 13.05.1696), Hoferbe und Müller a.d. Bruckmühle

Nach dem Tod ihres zweiten Ehemannes heiratet die Witwe ca. 1665 in dritter Ehe einen Georg Scherzer.

Georg Scherzer baut die zerstörte Bruckmühle wieder auf und wird dort Müller.
Die Sölde in Agendorf verkaufen Georg und Elisabeth Scherzer am 18.06.1683 an ihren Stiefsohn bzw. Sohn Thomas Schopper und seiner Ehefrau Barbara.3

Als Georg Scherzer 1685 im Alter von 45 Jahren stirbt, übergibt die Witwe Elisabeth Scherzer die Bruckmühle ebenfalls an ihren Sohn Thomas Schopper und dessen Ehefrau Barbara.

 

Rosenhamer Schopper Besitzer


Die Erbrechtssölde in Agendorf verkaufen Thomas und Barbara Schopper am 27.07.1686 um 235 Gulden an Jakob Gstettenbauer von Rammersberg und dessen Ehefrau Maria.4
Das Ehepaar hat zwei Söhne, die in Rammersberg geboren und in Oberalteich getauft worden sind.
- Georg (*21.03.1674)
- Johann (*15.04.1677), Hoferbe

Nach dem Tod des 55-jährigen Söldners heiratet die Witwe den verwitweten Bauern Andreas Hien von Pellham Nr. 27.

1700 übernimmt Sohn Johann Gstettenbauer das Anwesen und heiratet die Bauerstochter Barbara Straßmayer von Weißendachsberg.
Vier Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Ursula (*1703)
- Georg (*1706)
- Anna Maria (*1708) heiratet 1732 den Söldner Wolfgang Wirth von Gschwendt
- Mathias (1711-1757), Hoferbe

 

 

Gstettenbauer1 Besitzer

 

Sohn Matthias übernimmt 1734 den Hof von der Mutter und ehelicht die Halbbauerstochter Barbara Reitel von Exlarn.
Das Ehepaar bekommt fünf Kinder, von denen drei im Säuglingsalter sterben:
- Ignaz (*+1734)
- Barbara (*1735)
- Walburga (1738-1787) heiratet 1762 den Hafner Johann Stephan Mayerhofer von Wolferszell Nr. 10
- Ignaz (*1740), gestorben
- Anton (*+1742)

Nach dem Tod von Barbara heiratet der Witwer die Bauerstochter Apollonia Wartner von Scheibelsgrub:
Aus der Ehe gehen nochmals drei Kinder hervor, von denen jedoch nur eine Tochter überlebt:
- Andreas (*1743) gestorben
- Magdalena (*1746) gestorben
- Magdalena (1748-1795), Hoferbin

 

1757 stirbt Mathias im Alter von 46 Jahren und die Witwe heiratet den Bauerssohn Johann Rothamer von Rotham. Die Ehe bleibt kinderlos.

1782 übergibt der inzwischen verwitwete Johann Rothamer den Hof in Agendorf an seine Stieftochter Magdalena Gstettenbauer. Er selbst geht nochmals eine Ehe mit der Bauerswitwe Eva Heisinger von Hoerabach ein und zieht zu ihr auf den Hof.

Magdalena nimmt den Halbbauerssohn Johann Stegbauer von Mitterkogl zum Ehemann.

Aus der Ehe gehen drei Töchter hervor:
- Maria Anna (*1782) heiratet 1810 in Steinach den Söldner Johann Georg Hartl von Muckenwinkling Nr. 55
- Maria Magdalena (*1784)
- Barbara (*1785), Hoferbin

1795 stirbt die 46-jährige Magdalena Stegbauer und der Witwer ehelicht die Müllerstochter Anna Lang von Wolferszell.

1821 übergibt Johann Stegbauer den Hof an sein jüngste Tochter Barbara und ihrem zukünftigen Ehemann Johann Baptist Eyerer von Gschwendt Hs.Nr. 19 den Hof.
Das Paar hat bereits eine gemeinsame fünfjährige Tochter namens Magdalena (*14.12.1815), die 1842 den Agendorfer Wirt Peter Wurm heiratet.
Zwei Tage nach der Trauung kommen nochmals Zwillinge zur Welt:
- Andreas und Joseph (*30.03.1821), die jedoch beide mit neun Monaten im Dezember des gleichen Jahres sterben.

 

Gstettenbauer2 Besitzer

 

1843 verkauft Johann Eyerer das Anwesen mit 21 Tagwerk Grundbesitz daher an Georg Wagner von Hunderdorf um 4.300 Gulden. Seinen Lebensabend verbringt er bei der Tochter im Agendorfer Wirtsanwesen.

Zwei Jahre später, am 10.11.1845, erwerben Johann Georg, Katharina und Martin Schütz um 5350 Gulden den Hof.
Die drei Geschwister stammen vom Kindlasberg. Nachdem ihre jüngste Schwester Maria Anna mit ihrem Ehemann Mathias Kaiser den Elternhof übernommen hatte, wurden die unverheirateten Geschwister wohl ausbezahlt und erwarben dafür den Agendorfer Hof.

 

Schuetz Besitzer

 

 

1858 stirbt Johann Georg Schütz und der Agendorfer Bauer Josef Gierl (Hs.Nr. 35, heute Stelzl-Hof) erwirbt den Hof um 8026 Gulden.

 

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Der alte "Troadkasten" des Anwesens wurde 1957 abgebrochen.
Auf der Altane Karl Schreiner, im Hintergrund das Meier-Anwesen.
die waagrecht am Trodkasten angebrachte Stange war der Feuerhaken.
Bild: Familie Schreiner

 

1860 verkauft er den Hof um 4.000 Gulden an den Bauerssohn Joseph Schreiner von Oberhartberg. Dabei behält er jedoch 12 Tagwerk an Grund in seinem Besitz zurück.
Joseph ist mit der Söldnerstochter Maria Gabler von Loifling verheiratet.
Das Ehepaar hat acht Kinder, von denen drei im Säuglingsalter sterben:
- Katharina (1861-1879)
- Joseph (1864-1948), Hoferbe
- Anna (*1868) heiratet 1894 Joseph Räß von Pilgramsberg und lässt sich mit ihrem Ehemann in  Mitterfels nieder
- Anna Maria (*1869)
- Margaretha (*+1870)
- Karolina (*1874)
- Kreszenz (*+1875)
- Anonymus (*+1877)

 

Der einzige Sohn Joseph übernimmt 1888 den Hof und heiratet Kreszenz Räß von Herrnfehlburg.
Aus der Ehe gehen sieben Kinder hervor, von denen eines als Säugling stirbt:
- Joseph (1891 - 1918), vermisst im 1. Weltkrieg
- Johann Baptist (1893 – 1916), gefallen im 1. Weltkrieg
- Karl (1894-1980), Hoferbe
- Ferdinand (*1897)
- Maria (1899-1905)
- Rosina (1904-1913)

Sohn Karl übernimmt 1925 den Hof und ehelicht die Bauerstochter Rosina Neidl von Oberniedersteinach Nr. 10.

 

Schreiner Besitzer

 

 fo agdf 229 kopie ausschnittbearbKarl Schreiner (1894-1980)
Bild: Familie Schreiner

1991 9 i 33 agendorf von o nach w kopieDas Schreiner-Anwesen aufgenommen 1990
Bild: Pfarrer Maas, Steinach

 

fo agdf 8 17 kopieaufgenommen Oktober 2018
Bild: Claudia Heigl

 

 

 

 

1 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B39, Sal- und Urbarsbuch über die propsteiischen Lehengüter des Rentkastenamts Straubing, 1579, fol. 52
2 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B39, Sal- und Urbarsbuch über die propsteiischen Lehengüter des Rentkastenamts Straubing, 1579, fol. 43
3 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P65 II,  fol. 156  Übergabebrief vom 18.06.1683
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P 66 I,  fol. 62‘  Kaufbrief vom 27.07.1686

 

Weitere Quellen:
BayHStA Kurbayern Hofkammer 515, Konskription des Hauptkastenamts Straubing Amt Trudendorf von 1760

StA Landshut, Rentamt Straubing B130, Häuser- und Rustikalsteuerkataster Trudendorf incl Agendorf 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B131, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Trudendorf incl Agendorf 1814 - 1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Kulturkreis Josef Schlicht e.V., Jahresheft 1993/94, Ausgabe 2/1994

Veröffentlicht: 14.05.2026

Die Hafnersölde am Thonberg  Hs.Nr. 65 - heute Echinger

 

1583/1623/1641: Die Hafnersölde an Tonberg – 1691: Hafner Sölde – 1760: Klein Häusl –


1808: Grieneißl Hof Hof Hs.Nr. 13 – ab 1838 Hs.Nr. 65

 

heute Hafnerstraße 6

 

von Claudia Heigl

 

 

Bei diesem Anwesen handelt es sich um eine uralte Hafnerei. 1583 besitzt Magdalena, die Witwe des Peter Hafner das Erbrecht auf dem Anwesen. Sie zahlt 3 Schilling 15 Regensburger Pfennig als Gilt. Allerdings führt sie kein Tegelgeld ab, wie es bei den anderen Hafnereien üblich war. Wahrscheinlich wird zu diesem Zeitpunkt das Hafnergewerbe von ihr nicht ausgeübt.1  

1623 liegt das Erbrecht bei Michael Permair (ältere Schreibweise von Bergmaier).2 Das Häusl wird auf 5 Pfund Reg. Pfennige geschätzt.3

1641 besitzt Lorenz Pichl die „Hafner Sölde Am Tonberg“ auf Erbrecht.4

 

uraufnahme kopie

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Hier hatte das Anwesen die Hs.Nr. 66
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

 

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Das Echinger-Anwesen aufgenommen 1990
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

 

Ab etwas 1680 dürfte Sebastian Fuchs auf dem Anwesen gewesen sein. Er ist der Sohn des Wolferszeller Hafners Michael Fuchs und dessen Ehefrau Maria, geb. Ziflinger. Bei stammen ebenfalls aus Hafnersfamilien.

1682 heiratet er die Wirtstochter Margaretha Schink von Wolferszell.
Sieben Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Maria (*26.02.1685)
- Mathias (*22.02.1687) heiratet 1711 in Steinach die Schneiderstochter Salome Dierlinger von Aiterhofen
- Walburga (*21.04.1689)
- Simon (*28.10.1691)
- Jakob (*05.07.1693)
- Martin (*11.11.1695)
- Ursula (*11.09.1697)

 

Fuchs gehört, wie alle Steinacher Hafner, der Hafnerzunft in Straubing an. In der Jahresversammlung der Hafnerzunft am 06.02.1687 in Straubing präsentiert er sein Meisterstück und wird von der Zunft damit als Meister zugelassen. Gleichzeitig stellt er bei der Versammlung seinen neuen Lehrjungen Georg Schink vor.4 Georg ist mit knapp 13 Jahren der jüngste Bruder seiner Ehefrau Margaretha.

 

Fuchs Besitzer

 

1711 veräußern Sebastian und Margaretha Fuchs das Hafneranwesen in Steinach und werden als Hafnerseheleute in Ascha ansässig.

 

Als nächster Hafner kommt Georg Klein auf das Anwesen. Er heiratet im Januar 1712 Magdalena,  die jüngste Tochter des Hafners Georg Grüneisl vom Nachbaranwesen Hs.Nr. 62.
Das Ehepaar hat sechs Kinder.
- Johann (*21.10.1712)
- Simon (*08.10.1716)
- Maria (*28.03.1719)
- Matthias (*20.02.1722 + 05.02.1774)) heiratet am 13.11.1747 in Roding die Wagnerstochter Ursula Jobst von Cham und wird als Hafner in Wetterfeld b. Roding ansässig.
- Maria Katharina (*06.11.1725)
- Lorenz (*03.08.1728)

Nachdem Sohn Matthias nach Wetterfeld zog, schien kein weiteres Kind die Hafnerei in Steinach übernommen zu haben.

 

Klein Besitzer

 

1728 erwirbt Thomas Grüneisl, ein Neffe der Magdalena Klein, geb. Grüneisl, von Wolferszell Nr. 5 das Anwesen in Steinach.

 

Er geht eine Ehe mit der Steinacher Metzgerstochter Veronika Zeiler ein.
Die Hafnerin bringt fünf Kinder zur Welt.
- Michael (*02.02.1730) Hoferbe
- Ursula (*28.02.1732)
- Magdalena (*19.07.1735)
- Maria (*30.03.1738)
- Veronika (*16.04.1743) als Kind verstorben

 

Nach dem Tod des Vaters übernimmt Michael 1754 die Hafnersölde und heiratet die Bauerstochter Walburga Straßmayer von Eisenhart.

Das Ehepaar bekommt fünf Kinder:
- Simon (*14.03.1755)
- Maria Martha (*07.05.1756)
- Maria Theresia (*11.06.1758) heiratet 1793 den Häuslerssohn Jakob Billinger von Steinach Nr. 33 Beide sind von 1794 bis 1802 als Einwohner in Agendorf anzutreffen. Dort kommen vier Kinder zur Welt.
- Anna Maria (*02.02.1761)
- Sebastian (*03.08.1766), Hofnachfolger

 

Wie auch sein Vater übernimmt Sebastian nach dem Tod seines Vaters das Anwesen. Er heiratet die Bauerstochter Magdalena Fuchs vom Krähhof.
Neun Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen drei im Kindsalter sterben:
- Walburga (*1792) heiratet 1828 den Hafner Franz Xaver Stiglbauer von Steinach Nr. 52
- Johann Georg (*1795) kauft 1816 das Austragshaus des ehemaligen Bergmaier-Hofes in Steinach und übt dort das Hafnerhandwerk aus.
- Joseph (*1798)
- Michael (*1799), Hofnachfolger
- Anna Maria (*1801)
- Maria (*1804)


 

Am 21.12.1825 übernimmt der jüngste Sohn Michael das Anwesen von seinem Vater. Drei Jahre später heiratet er die Baderstochter Katharina Hagenauer von Steinach Nr. 56.
Als Katharina im Alter von 31 Jahren an Nervenfieber stirbt, geht 1835 er erneute eine Ehe mit der Bauerstochter Maria Theresia Foidl von Steinach Nr. 14 ein.

Beide Ehen bleiben kinderlos.

 

Gruneisl Besitzer

 

 

Am 17.01.1844 verkaufen Michael und Theresia Grüneisl das Anwesen an die Hafnerseheleute Maier Mathias und Maria geb. Aid von Reisbach um 1.200 Gulden.6

Die Familie bleibt jedoch nicht lange in Steinach und zieht nach Ergoldsbach.

 

Ab 1848 Hafnersfamilie Echinger

Schließlich erwirbt Jakob Echinger von Münster am 14.09.1848 das Hafneranwesen um 1.250 Gulden.

Jakob ist der Sohn der Häuslersehepaar Echinger Johann Georg und Anna Maria, geb. Foidl von Münster Hs.Nr. 50. Die Familie Echinger stammt ursprünglich aus Steinach. Sein Ur-Ur-Großvater Georg Echinger war 1701 als Schuster in Steinach Nr. 66, also dem Nachbaranwesen ansässig. Und der erste bekannte Vorfahre der Familie, Christopher Echinger (1619-1684), wird 1642 als Tagelöhner in Steinach genannt. Ältere Schreibeweise des Namens ist auch Ehinger, Echünger, Eginger.

 

Zu diesem Zeitpunkt gibt es noch das sog. „Ansässigmachungsgesetz“. In Steinach bedeutete das, dass sich ohne Zustimmung des Hofmarksherren (Patrimonialgericht) niemand im Dorf niederlassen durfte.

Die Zustimmung war an bestimmte Voraussetzungen geknüpft, wie z.B. guter Leumund, Vermögen, gesichertes Einkommen usw.

 

Im Staatsarchiv Landshut liegt hierzu noch die Akte „Ansässigmachungsgesuch des Jakob Echinger, Hafnergeselle und Häuslerssohn von Münster“ vor.7

In dieser umfangreichen Akte finden wir die Dokumente zu diesem Vorgang.
1. Protokoll den Verkauf des Mathias Mayer‘schen Hafneranwesens an Jakob Echinger und dessen Ansässigmachungsgesuch
2. Taufzeugnis des Kath. Pfarramts Münster
3. Schulzeugnis über Besuch der Werktagsschule
4. Zeugnis über den Besuch der Feiertagsschule
5. Zeugnis über genossenem Religionsunterricht
6. Schutzpockenimpfungsschein
7. Militärabschied
8. Lehrbrief
9. Prüfungszeugnis
10. Leumundszeugnis
11. Elterngutszeugnis
12. Protokollsextrakt des K. Kreis- und Stadtgerichts Straubing, Vermögensausweis
13. Hypothekenbrief über 100 Gulden
14. Zeugnis des K. Landgerichts Straubing über das Vermögen der Häuslerstochter Guß von Schwimmbach
15. Signatur an die Gemeindeverwaltung und Lokalarmenpfleger Steinach
16. Erklärung der Gemeindeverwaltung Steinach
17. Dekret der Ansässigmachung betreffen
18. Bericht an das K. Landgericht Straubing
19. Schreiben des K. Landgericht Straubing mit Abschriften des Dekrets an Jakob Echinger wegen Verehelichung
20. Protokoll Verehelichungsgesuch mit vier Beiliegen und Dekret.

 

Aus dieser Akte können wir auch entnehmen, dass Jakob Echinger am 23. April des gleichen Jahres bereits seine Meisterprüfung bestanden hat.

 

Zwei Tage vor dem Kauf hat er die Häuslerstochter Elisabeth Guß von Schwimmbach in Straubing geehelicht.

Zwei Söhne gehen aus der Ehe hervor:
- Jakob (*1849)
- Karl (1851-1854), ertrunken

 

Jakob Echinger verkauft seine Erzeugnisse fest in Straubing und nicht nur an den Markttagen.
Im Oktober 1863 bewilligt der Stadtrat Straubing die Errichtung einer Niederlage des Steinacher Hafners Jakob Echinger bei dem Hausbesitzer Nikolaus Rothhammer in Straubing8  und im März 1866 bei dem Inwohner Anton Reichender in Straubing. 9

 

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Der erste Echinger-Hafner in Steinach
Elisabeth und Jakob Echinger (1817-1880)
Bild: Familie Echinger, Steinach

 

 

1878 übernimmt der einzige überlebende Sohn Jakob das Anwesen von den Eltern und heiratet die Bauerstochter Helena Hilmer von Bärnzell.

Sieben Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
Die ersten drei Kinder sterben an der gefürchteten Kinderkranheit „Fraisen“, Tochter Maria an Abzehrung.
- Jakob (*+1880)
- Helena (1881-1882)
- Kreszenz (*+1881)
- Joseph (1883-1915), Hoferbe
- Maria (1885-1888)
- Berta (1886-1924), unverheiratet
- Karl (1889-1972), Satller

 

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Jakob und Helena Echinger mit ihren zwei ältesten Kinder Jakob und Helena
aufgenommen ca. 1881
Bild: Familie Echinger, Steinach

 

 

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Das Echinger-Haus aufgenommen ca. 1910
rechts Jakob und Helena Echinger mit ihrer Tochter Berta
Bild: Familie Echinger, Steinach

 

haus keramik

Der Hl. Grab-Engel wurde 1879 von Karl Echinger gefertigt und war bis zum Abruch des Hauses in einer verglasten Nische im Gibel aufgestellt.
Darüber waren zwei Gitter in der Giebelwand angebracht, die den Getreidespeicher belüfteten.

 

Jakob ist der letzte Hafner dieses uralten Gewerbes in Steinach. Lt. Aussage der Familie wird 1880 die Hafnerwerkstatt aufgegeben und nur noch die Landwirtschaft betrieben.

 

fo stei 2476 kopieJakob Echinger (1849 - 1929), der letzte Hafner in Steinach
Bild: Familie Echinger, Steinach

 

 

Sohn Joseph übernimmt 1913 das Anwesen und geht eine Ehe mit der Bauerstochter Karolina Dietl von Agendorf Nr. 37 ein.
Eine Tochter kommt in der Ehe zur Welt:
Maria (*1914) heiratet 1936 Alfons Bielmeier von Steinach Nr. 35

1915 fällt der 32-jährige im 1. Weltkrieg bei einem Gefecht in Fromelles/Frankreich.

 

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Josef und Karolina Echinger an ihrem Hochzeitstag am 08.07.1913
Bild: Familie Echinger, Steinach

 

 

Die Witwe heiratet nach dem Krieg den Bruder ihres Ehemannes, Karl Echinger.
Aus der Ehe gehen nochmals vier Kinder hervor, von denen zwei Söhne wieder Opfer des Krieges werden:
- Karl (1920-1943) gefallen im 2. Weltkrieg
- Joseph (1921-1945) gefallen im 2. Weltkrieg
- Jakob (1922-2016), Hoferbe
- Therese (1925-2017) heiratet Max Simmel von Steinach Nr. 33

 

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Karl Echinger (1889-1972)
Bild: Familie Echinger, Steinach

 

 

Karl Echinger hat das Sattlerhandwerk erlernt.

Nach Kriegsende wurde er von der amerikanischen Besatzung als Bürgermeister eingesetzt, und hatte die schwierige Aufgabe die ankommenden Kriegs-Vertriebenen in der Gemeinde unterzubringen.  Außerdem hatte er 40 Jahre das Amt des Kirchenpflegers inne.

 

 Echinger Besitzer

 

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Das Haus aufgenommen ca. 1940
Bild: Familie Simmel, Steinach

 

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Das Haus wurde inzwischen durch einen Neubau ersetzt.
aufgenommen 2010
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: www.luftbild-Service.com

 

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 III,  fol.451‘   Legitimation zu einer Erbschaft vom 09.11.1664
5 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623

6 StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127), Sig. 17/42-4, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
7 StA Landshut, Patrimionalgerichte 4469
8 Straubinger Tagblatt Nr. 250 vom 25.10.1863
9 Straubinger Tagblatt Nr. 71 vom 25.03.1866

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Veröffentlicht: 02.01.2026

 

Das 1/16 Schustergütl in Gschwendt Hs.Nr. 14

 

heute Ortfeldweg 2

 

von Cornelia Landstorfer

 

Das Haus Nr. 14 in Gschwendt, im Volksmund „Beim Zimmermann“ genannt, ist ein kleines Anwesen, das über die Jahrhunderte wechselnde Besitzer, Berufe und Familiengeschichten erlebt hat. Der Grundherr des Hauses war das Bürgerspital Straubing. Die Gewerbe wechselten vom Weber zum Schuster, Zimmerer und wieder zurück zum Weber.

 

uraufnahme 2

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

1708 – Kauf durch Michael Meindl

Am 29. Februar 1708 erwarb der Weber Michael Meindl aus Rotham gemeinsam mit seiner Frau Maria, geb. Wartner aus Scheibelsgrub das kleine Häusl in Gschwendt.
Er und seine Frau wohnten vorher in Dunk, wo auch Tochter Walburga (*1705) zur Welt kam. 1709 folgte Sohn Lorenz, als die Familie bereits in Gschwendt wohnte.
Nach dem Tod seiner Frau heiratete er am 18. November 1720 Eva Hackel aus Riederszell.
1721 wird Tochter Maria geboren, 1722 folgt Sohn Adam, 1724 Michael, 1725 Mathias, (1727-1742) Barbara, 1729 Lorenz, 1732 Jakob, 1737 Barbara.

 

1743–1744 – Übergabe an die Töchter

Im Jahr 1743 übergab Michael Meindl das Anwesen an seine beiden Töchter Walburga Meindl (*1705) und Anna Maria Meindl. Ein Jahr später, 1744, heiratete Walburga den Schuster Andreas Schröttinger aus Wetzelsberg, wodurch das Anwesen den Hausnamen „Schustergütl“ erhielt. Im Jahr 1746 wurde ihre Tochter Anna Maria geboren.

 

 

Meindl Besitzer

 

 

gschwendt 1991

aufgenommen im September 1991
Quelle: Luftbildaufnahmen Pfarrer Gerhard Mass

 

 

1767–1802 – Die Holmer-Zeit beginnt

Anna Maria Schröttinger heiratete 1767 den Weber Mathias Holmer, Sohn des Bauern Andreas Holmer aus Ascha und seiner Frau Maria, geb. Lang.

„Der ehrsame Mathias Hollmer ledigenstands von Ascha der Baron Weichs-Hofmark Falkenfels gebürtig, seine Profession ein Zimmerergesell ist persönlich erschienen und geziemet zu vernehmen gegeben, dass er das von Andren Schröttinger, Schuhmacher ingehabte Erbrechtshäusl und Gärtl zu Gschwendt mittels Anheiratung der Schröttingerischen Tochter an sich gebracht hat.“ 17.10.1767. 1 

„Andre Schröttinger, Schuhmacher zu Gschwendt und Walburga dessen Ehefrau, Beistand Franz Xaver Hällmayr, Müller, bekennen und übergeben das Erbrechtshäusl und Gärtl zwischen dem Mühlbach und der Ortwiese zu Gschwendt, welche lt. Kaufbrief v. 29. Februar 1708 Michael Mändl käufl. an sich gebracht und 1743 während der Kriegszeit seiner leibl. Tochter Walburga Schröttinger und gleichfalls der geliebten Tochter Anna Maria und ihrem zukünftigen Ehemann Mathias Holmer, seine Profession ein Zimmergesell, übergeben hat.

Zeugen: Johann Georg Prengler und Joseph Schrötter, beide Schreiber zu Gschwendt. 07.10.1767.“ 2

In der Ehe werden sieben Kinder geboren:
03.10.1768        Martin
08.10.1769        Simon
27.04.1771        Johann
05.07.1773        Regina
10.08.1776        Mathias
18.06.1782        Johann Baptist
27.09.1784        Theresia

 

Der Sohn Matthias Holmer übernahm am 21. Dezember 1799 das Anwesen von seinem Vater für 140 Gulden3

„Mathias Hollmer, Häusler und Zimmermann zu Gschwendt und Maria, dessen Eheweib, anstatt welcher Stefan Hollmer abgeordnet, bekennen hiermit, [..] auch beiderseits aufhabend hohen Alters wegen übergeben zu haben den ingehabten und von ihrer Übergeber durch Erheiratung der Anna Maria Schrettinger, Häuslerswitwe an sich gebrachtes Häusl samt Gärtl, welches zum Spital erbrechtig grundbar ist, ihrem Sohn Mathias Hollmer um die Summe von 140 Gulden. Der Übernehmer muss seine vier Geschwister auszahlen:

  • Martin Hollmer, 33 Jahre alt, ein gelernter Mühler – dermal in der Fremde, unwissend, wo er sich befindet
  • Simon, 30 Jahre
  • Johann, 18 Jahre
  • Regina, 27 Jahre 21.12.1799.“ 4

 

Im Jahr 1802 heiratete Matthias Holmer Theresia Frankl, Tochter des Schusters Leonhard Frankl aus Forst.

„Der ehrbare Mathias Hollmer, Weber und Häusler von Gschwendt erscheint heute vor Gericht und bekennt, dass er sich mit der tugendsamen und selbst gegenwärtigen Theresia, Tochter des ehrbaren Leonhard Frankl, ½ Gütlers zu Forst und Katharina dessen Eheweib in ein eheliches Verlöbnis eingelassen hat. 10. 11.1802.“ 5

In der Ehe wurden fünf Kinder geboren:
20.08.1803        Mathias
15.07.1805        Jakob
19.08.1808        Katharina
15.01.1811        Sebastian
22.10.1812        Simon

Im Liquidationsprotokoll vom 6. November 1838 wird Matthias Holmer als Weber genannt.
Im Urkataster von 1842 erscheint er erneut als Besitzer, und das Anwesen wird als „1/16 Schustergütl – Beim Zimmermann“ bezeichnet.

 

kleinbauernhaus

Kleinbauernhaus. Eineinhalbgeschossig, mit Blockbau-Oberteil aus dem zweiten Viertel des 19. Jahrhunderts
aufgenommen Juni 2017
Quelle: Wikipedia

 

Am 30. August 1845 übernahm sein Sohn Simon Holmer das Haus für 600 Gulden. Simon war mit Maria Lehner verheiratet und hatte mit ihr drei Kinder:
15.01.1847        Joseph
21.05.1849        Johann Baptist
29.10.1850        Katharina

 

1876–1878 – Johann Baptist Holmer

Nach dem Tod seines Vaters Simon erbte Johann Baptist Holmer am 3. Januar 1878 das Anwesen. Johann Baptist war Weber von Beruf und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr Gschwendt, der er bereits am 21. Oktober 1876 beitrat. Seit 1876 war er mit Anna Gietlhuber aus Michelsneukirchen verheiratet.
Fünf Kinder gingen aus der Ehe hervor:
18.01.1877        Anna (+1918)
10.11.1878        Katharina
05.12.1881        Johann Baptist
08.04.1888        Alois
08.03.1890        Maria

 

 

 

1919–1937 – Übergabe an den Sohn

Im Jahr 1919 übernahm der Sohn Johann Baptist Holmer das Anwesen. Er heiratete Margaretha Dietl, Tochter des Söldners Georg Dietl aus Loitzendorf und seiner Frau Margaretha, geb. Zollner. Nach seinem Tod wurde 1937 seine Witwe Margaretha Holmer Alleinerbin des Hauses.6

 

Holmer Besitzer

 

 

 

1938 – Kauf durch Gottfried Bachmeier

Im Jahr 1938 erwarb Gottfried Bachmeier das Anwesen. Im selben Jahr heiratete er Maria Niedermeier aus Neukirchen. Der Kauf umfasste 6000 Reichsmark, inklusive 1500 Reichsmark Mobiliar, mit dem Hauptbesitz in Gschwendt Hs. Nr. 14 sowie Nebenbesitz in Ascha und Agendorf.

 

 

freiweilige feuerwehr

Freiwillige Feuerwehr Gschwendt: rechts Gottfried Bachmeier (Besitzer des Anwesens).
Links neben ihm Eduard Eyerer, Mitte Michael Landstorfer, Fahnenträger Konrad Landstorfer.
Bild ca. 1960 aufgenommen
Bild: Familie Landstorfer, Gschwendt

 

bachmeier hof

Bachmeier-Hof
aufgenommen vermutlich in den 1990er Jahren
Bild: Cornelia Landstorfer

 

 

Damit spannt sich die Chronik von 1708 bis 1940, zeigt die wechselseitigen Eigentumsverhältnisse, Familienverbindungen, Handwerksberufe und Besonderheiten des Hauses, insbesondere die Verbindung zu den Webern, Schustern und Zimmermann.

 

StA Landshut, Kommunalarchive, Rep. 219 (1589).
StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1587).
StALa, Grundsteuerkataster 208.
StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1594).
StALa, Kommunalarchive, Rep. 219 (1596).
StALa, Grundsteuerkataster 214.

 

Weitere Quelle:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach

 

 

 

Der heutige Kirchenparkplatz – ehemals Wallner-Hof Hs.Nr. 64

 

1583: Die Sölde neben der Kaplanei – 1623: Schrettenloher Sölde – 1641: Georg Fuxens Sölden Häusl – 1691: Fleischbauernsölde –

1760: Fux Sölde – 1808: Hs.Nr. 18 Wallner Hof Hs.Nr. 18 – ab 1838: Hs.Nr. 64 Wallner-Anwesen

 

von Claudia Heigl

 

 

Heute erinnert nichts mehr daran, dass sich an der Stelle des heutigen Kirchenparkplatzes einst eine alte Hofstelle befand.

Der frühere Garten ist heute Teil des Friedhofes sowie des Grundstücks, auf dem die Alte Schule steht.

 

uraufnahme karte

Der Hof hat auf der Uraufnahme im Jahr 1827 die Hs.Nr. 65, später erhält er die Hs.Nr. 64
rechts der Vergleich von heute - Kirchenparkplatz, Friedhof, Alte Schule
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

1583 besitzt Michael Schretenloher die „Sölde neben der Kaplanei“ zur Freistift.1
Dies ist vergleichbar mit einem heutigen Pachtverhältnis. Meist wurde es auf drei oder sechs Jahre vergeben und musste dann wieder erneuert werden.

 

1623 finden wir darauf einen Georg Fuchs2zw. Andreas Fux3Er besitzt das Leibrecht. Als Wert der Sölde wird  5 Schilling Pfennige angegeben.
Leibrecht bedeutet, dass er das Nutzungsrecht lebenslang hat. Danach wird es neu vergeben.

 

1641 besitzt „Georg Fuxens Sölden Häusl“ ein Georg Schleinkofer auf Leibrecht.4

 

Als nächster Besitzer ist erst wieder Georg Grimm bekannt. Er heiratet ca. 1678 eine Margaretha. Da die Hochzeiten aus dieser Zeit im Kirchenbuch fehlen, hat er wahrscheinlich in den Hof eingeheiratet.

Er stammt vom Wiedenhof in Steinach Nr. 30 ab. Als Beruf übt er das Weberhandwerk aus.

Drei Kinder des Ehepaares sind bekannt:
- Wolfgang (*28.06.1681)
- Michael (*30.08.1682), Hofnachfolger
- Magdalena (*06.08.1684)

 

Die Geburt seines dritten Kindes erlebt Georg nicht mehr. Im April 1684 stirbt er mit 36 Jahren. Im November geht die Witwe erneut eine Ehe mit dem Bauerssohn Martin Semmelbauer von Zisterau ein, der sich ebenfalls als Weber seinen Lebensunterhalt verdient.

1699 wird die Sölde auf 25 Pfund Regensburger Pfennige geschätzt.5

 

Am 04.10.1705 übergeben Margaretha und Martin Semmelbauer die Erbrechtssölde an ihren Sohn bzw. Stiefsohn Michael Grimm. Dazu gehört noch ein Viertelbau, worauf Hans Klein, Söldner alhier, das Leibrecht hat.6

Zwei Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau vermählt sich Martin Semmelbauer am 09.02.1722 erneut mit der Einwohnerstochter Ursula Wasl von Münster.
Doch dem Ehepaar ist kein Glück beschieden. Eine Woche nach der Hochzeit stirbt die 33-jährige. Martin folgt ihr drei Monate später auf den Friedhof.

  

Michael Grimm heiratet 1705 Jahr die Bauerstochter Anna Bründl von Muckenwinkling.
Das Paar bekommt vier Kinder:
- Wolfgang (* 03.10.1707)
- Johann Michael (*24.05.1714 + 06.06.1778) heiratet 1750 in Pfelling die Bauerstochter Walburga Edenhofer von Liepolding und übernimmt mit seiner Braut den Hof der Schwiegereltern in Liepolding Nr. 63
- Mathias (*21.09.1717), Hoferbe
- Georg (* 02.04.1721)

 

Sohn Mathias übernimmt 1755 den Hof und nimmt die Bauerstochter Christina Fuchs von Steinach Nr. 12 zur Ehefrau.

 

 

Grimm Besitzer

 

 

Wahrscheinlich zwischen 1792 und 1800 erwirbt die Witwe Magdalena Wallner vom Nachbarhof Hs.Nr. 66 das Anwesen.

 

Am 02.04.1800 übergibt sie den Hof an ihren Sohn Joseph.
1803 heiratet dieser die Bäckerstochter Walburga Röckl von Steinach.

Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Joseph (*1805)
- Anna Maria (*1806)
- Georg (*1808)
- Joseph (*1813)
- Johann Evangelist (1819-1880), Hoferbe

 

1861 übernimmt der jüngste Sohn Johann den Hof. Seine Braut ist die Hafnerstochter Anna Fuchs vom Nachbarhof Hs.Nr. 63.
Eine einzige Tochter stirbt mit drei Wochen.

 

Wallner Besitzer

 

 

 

Am 23.10.1878 verkauft das kinderlose Ehepaar das Anwesen an Andreas und Johanna Buchner.

Andreas war vorher als Müller in Steinburg ansässig. Nach der Übergabe der Mühle an seinen Sohn Josef, erwirbt er in Steinach das Anwesen.

 

1888 übernimmt Georg Buchner, ein Sohn aus erster Ehe des Andreas, den Hof. Als Ehefrau nimmt er die Gütlerstochter Katharina Eyerer von Gschwendt.

 

Buchner Besitzer

 

 

 

Das Haus wird eine Lehrerdienstwohnung

 

Am 14.04.1902 erwirbt die Gemeinde Steinach das Wohnhaus mit dem Garten um 8.000 Mark.

 

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Das Lehrerwohnhaus und Gemeindekanzlei aufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

Das Haus dient von nun an als Lehrerdienstwohnung.

Seit 1900 hatte die Schule in Steinach neben dem Hauptlehrer noch zwei Hilfskräfte – einen zweiten Lehrer dazu entweder eine Schulverweserin oder eine Hilfslehrerin.

 

Für diese beiden zusätzlichen Lehrkräfte wurden nun Wohnungen in dem neu erworbenen Haus eingerichtet.

Lt. Josef Schlicht beliefen sich die Gesamtkosten für Ankauf und Umbau auf 12.000 Mark.7

Der Hauptlehrer wohnte mit seiner Familie im Alten Schulhaus neben der Kirche.

 

Als man 1959/1960 für den Neubau einer Grundschule in Steinach einen geeigneten Platz sucht, bietet sich der untere Gartenanteil der gemeindeeigenen Immobilie an. Pfarrer Gnogler verkauft zunächst einen kleinen Teil seines Pfarrgartens an die Gemeinde, damit der große Bau errichtet werden kann.

 

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 1960 wird die Alte Schule in den unteren Teil des Gartens gebaut.
aufgenommen 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram

 

 

Auch die Gemeindekanzlei, die früher in der Alten Schule untergebracht war, wird in das Erdgeschoß des Lehrerhauses verlegt. Dafür werden das Haus und der Garten nochmals grundlegend renoviert.

In der Zeitung erschient am 27.10.1961 ein Artikel:8
„In letzter Zeit herrschte am Gebäude, in welchem die Gemeindekanzlei und die Lehrerdienstwohnung untergebracht sind, reges Treiben. Arbeiter des Bauunternehmens Kimberger, Steinach, waren damit beschäftigt, den schadhaften alten Verputz am Haus zu lösen und zu erneuern. Gleichzeitig wurde an der Wetterseite ein betonierter Wasserablauf geschaffen. Das Gestrüpp im und vor dem Vorgarten ist verschwunden, ebenso der schafhafte verrostete Drahtzaun. An seiner Stelle soll bald ein hölzerner Zierzaun treten. Auch das Gartentor wird noch erneuert werden. Schutt und Geröll müssen erst noch abgefahren werden. Dennoch bietet das haus jetzt schon ein gefälliges Bild; es ist kaum wieder zu erkennen. Richtig wirken wird es wohl erst, wenn auch der Hausgarten wieder bepflanzt sein wird. Auch am hause selbstwerden kleine Ausbesserungsarbeiten, wie z.B. eine teilweise Erneuerung des Ölfarbenanstrichs an Fenstern und Türen das Bild noch vervollkommnen. So nähert sich das alte Lehrerwohnhaus dem Eindruck, den der Fremde von der modernen Josef Schlicht-Schule mitnimmt.“

 

Am 8. November 1961 bezog Hauptlehrer Gottfried Hengster mit seiner Familie den ersten Stock des Hauses, das er bis ca. 1976 bewohnte.

 

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1980 wurde der erste Teil des Friedhofes im Garten des Lehrerwohnhauses erweitert.
aufgenommen 1986
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram

 

Nachdem die Gemeindekanzlei bereits 1981 in das neu errichtete Rathaus übersiedelt war, wurde das Gebäude nicht mehr genutzt.

Der Friedhof im Garten des Lehrerwohnhauses war schon 1976 erweitert worden; 1989 wurde schließlich das alte Lehrerwohnhaus abgerissen und an seiner Stelle ein Parkplatz für die Kirche errichtet.

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
6 StA Landshut, Hofmark Steinach 405, Übergabevertrag von 04.10.1705, fol. 9'
7 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, S. 90
8 Straubinger Tagblatt Nr. 248 vom Freitag, den 27.10.1961

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach