Die Häuser und Höfe in Steinach

 

von Claudia Heigl

 

 

Im Bayernatlas sind die alten Karten von Steinach aus dem Jahr 1827 hinterlegt. Die hier auf der Karte aufgeführten Hausnummern sind identisch mit den Nummern aus dem Liquidationsprotokoll von dem Jahr 1838 und zeigen das "Urdorf" mit 71 Häusern. Bei der ersten Aufnahme wurden die Häuser durchnummeriert. Beim Bau eines neuen Hauses erhielt dies die nächste höhere Nummer, egal an welcher Stelle im Ort es gebaut wurde. Bei Grundstücksteilungen erhielt das neue Haus eine Bruchnummer des alten Haupthauses.

In der nachfolgenden Aufstellung sind alle ursprünglichen Höfe und Häuser von Steinach aus dem Jahr 1838 aufgeführt.

Ab 1961 wurden Straßennamen und neue Hausnummern eingeführt.

 

Haus- und Hofbesitzer

Bei allen Häusern sind die Besitzer ab 1760, oder dem späteren Baudatum, bekannt. Teilweise sind auch schon die früheren Hofbesitzer erforscht und liegen im Archiv für Heimatgeschichte zur Einsicht vor.

 

 

 

Hs. Nr.
1827
Hofname neuer Strassename und

Hausnummer

erste bekannte
Besitzer
1 und 2  Altes Schloss August-Schmieder-Str.  21  
3 Wasenmeistersölde (Abdecker) 
  später Schweinestallung des Gutshofes   
Wittelsbacherstrasse 14 1657
4 Häusleranwesen nicht mehr vorhanden   1775
5 Ziegl-Häusl Riedstrasse 1 1742
6 Häusler Brunnenweg 8 1740
7 Beck-Anwesen Brunnenweg 6 1583
8 Braschengut / Bachlhof Brunnenweg 7 1583
8 1/2 Nebenhaus 8 Brunnenweg 2  
9 Söldengut Brunnenweg 5 1583
10 Häusler Brunnenweg 3 1762
11 Fleischlhöfl / Gerstl-Hof / Heimerl Brunnenweg 1 1583
11 1/2 Högerl-Anwesen August-Schmieder-Str.  6 1872
12 Richtergut / Fellinger-Hof August-Schmieder-Str.  4 1583
12 1/2  Nebenhaus vom Fellinger-Hof August-Schmieder-Str.  3 1903
13 Bauerngut / Fischer-Anwesen August-Schmieder-Str.  5 1583
14 Probstengut / Hilmer-Sieber-Anwesen August-Schmieder-Str.  2 1583
15 Schmied-Sölde / Früchtl-Anwesen Bachstrasse 1 1583
15 1/2 alte Schmiedwerkstätte August-Schmieder-Str.  7 1874
16 Harbrunner Sölde / Sieber-Anwesen Bachstrasse 2 1583
17 Dietlhof
( später Herrnberger-Wirtshaus)
Bachstrasse 4 1583
17 1/3 Neumeier Straubinger Strasse 9 1904
17 1/2 Stadler Bachstrasse 5 1902
18 Lehnersölde / Heimerl-Anwesen August-Schmieder-Str.  8 1583
19 Zäch-Haus Wittelsbacherstrasse 3 1794
20 Häusler Wittelsbacherstrasse 2 1779
21 Hofreitersölde mit der
Bäckergerechtigkeit
(später Thanner-Wirtshaus)
Wittelsbacherstrasse 1 1583
22 Häusler August-Schmieder-Str.  10 1769
23 Häusler August-Schmieder-Str.  12 1774
23 1/2   August-Schmieder-Str.  11 1910
24 Bergbauernanwesen / Hoftafern August-Schmieder-Str.  15 1583
24 1/2  Krämerhäusl August-Schmieder-Str.  14 1858
25  Hirtenhaus Kirchweg 2 1641
26 Häusler Götzstrasse 1 1804
27 Geigenbauernhof od.
Gmeinwiesergut / Bogner/Bachner-Hof
Straubinger Strasse 23 1583
28 Häusler / Arbeiterhaus Götzstrasse 8 1699
29 Wastelbauerngut / Maxreiter-Hof Götzstrasse 9 1583
29 1/2 Kraus-Häusl Götzstrasse 7 1752
30 Wieden- oder
Schrödenhof / Hien-Hof
Götzstrasse 10 1613
31 Häusleranwesen - erloschen Götzstrasse 11 u. 12 1623
31 neu Bemmerl-Haus August-Schmieder-Str.  47 1923
32 Ammerbauerngut - Bachner-Hof Götzstrasse 13 1583
33 Häusler August-Schmieder-Str.  18 1691
34 Häusler / Gendarmhaus August-Schmieder-Str.  19 1583
35 Häusler August-Schmieder-Str.  22 1583
36 Hausmeisterhäusl nicht mehr vorhanden   1583
36 neu   Riedstrasse 13 1936
37 Weber-Häusl /Schreinerei Laumer-Bierl August-Schmieder-Str.  23 1623
38 Listl-Anwesen Kirchweg 4 1583
39 Schmid-Anwesen August-Schmieder-Str.  24 1583
40 Häusler August-Schmieder-Str.  26 1583
40 Häusler August-Schmieder-Str.  27 1583
41 Pürstenhäusl / Schlosserei Aumer August-Schmieder-Str.  25 1623
42 Binder-Anwesen
/ Wirtshaus Uhrmann
August-Schmieder-Str.  28 1583
43 Häusler August-Schmieder-Str.  29 1583
44 Wagner-Anwesen / Scherm-Haus August-Schmieder-Str.  31 u. 31 1583
44 1/2  Kramerladen Altschäffel August-Schmieder-Str.  32 1872
45 Foidl-Anwesen August-Schmieder-Str.  33 1583
46 Die alte Poststelle August-Schmieder-Str.  34 1583
47 Häusler Bärnzeller Strasse 1 1691
47 1/2 Denk-Anwesen Bärnzeller Strasse 2 1846
48 Bogenberger-Anwesen Bärnzeller Strasse 5 1623
49 Schreiner - Anwesen nicht mehr vorhanden   1623
50 Häusler / Weinspach-Anwesen Bärnzeller Strasse 4 1583
51 Nickl-Anwesen Bärnzeller Strasse 3 1583
52 Stanglsölde mit der
Hafnergerechtigkeit / Prechtl-Anwesen
August-Schmieder-Str.  35 1583
53 Söldengut August-Schmieder-Str.    1583
53 1/2 Schmiede ab 1872 / Hierl/Edenhofer  August-Schmieder-Str.  36 1872
54 Benefiziatenhaus August-Schmieder-Str.  38  
55 Hahn- bzw. Fischer-Anwesen August-Schmieder-Str.  40 1583
56 Badersölde August-Schmieder-Str.  41 1583
57 Wirthaus mit der Taferngerechtigkeit
(Gasthaus Krone)
Hafnerstrasse 1 1737
58 Metzger August-Schmieder-Str.  39 1583
59 Bäcker Hafnerstrasse 2 1583
60 Schule nicht mehr vorhanden    
60 1/2 Kirche Hafnerstrasse 3 a  
61 Pfarrhaus Hafnerstrasse 3  
62 Schmidbauer-Anwesen Hafnerstrasse 4 1583
63 Stegbauer-Anwesen Hafnerstrasse 5 1583
64 Kirchenparkplatz Hafnerstrasse 7 1583
65 Echinger-Anwesen Hafnerstrasse 6 1583
66 Zollner-Anwesen Hafnerstrasse 9 1583
67 Weber-Anwesen  Hafnerstrasse 10 1583
68 Häusler Hafnerstrasse 12 1623
69 Sieber-Anwesen Hafnerstrasse 14 1583
69 1/2  Schwanzer-Anwesen Hafnerstrasse 15 1869
70   Hafnerstrasse 16 1806
70 1/2   Hafnerstrasse 17 1877
71 Häusler August-Schmieder-Str.  16 1816
71 a   August-Schmieder-Str.  17  
72 Inhaus von Hs.Nr.24 August-Schmieder-Str.  13 1818
73 neue
Söldenansiedlung Wolfsdrüssel
Wolfsdrüssel 1 1826
74 Singberg-Gütl Volierenhaus des
Neuen Schlosses
  1829
75 Jägerhaus Wittelsbacherstrasse 7 1825
76 Dierl-Anwesen Moos 2 1876
77 Dietl-Haus Kirchweg 11 1877
78 1912 August-Schmieder-Str.  46 1912
79 1930 August-Schmieder-Str.  9 1930
80 Das Wagner-Anwesen Wolferszeller Weg 1 1879
81 1881 August-Schmieder-Str.  43 1877
82 Früchtl-Anwesen Moos 1 1879
83 1882 Straubinger Strasse 3 1882
84 Eyerer-Haus Kirchweg 1 1885
85  Zollner-Anwesen Hafnerstrasse 9 1887
87 Bachl-Schuster-Haus Wittelsbacherstrasse 4 1887
89 Gierl-Haus Riedstrasse 11 1892
90  aufgelöste Hofstelle/Gewerbegebiet   Moos 3 1897
91 Kiefel-Haus / oberer Kirchenparkplatz Hafnerstrasse 11 1897
92   Kirchweg 7 1896
93   Hohe-Kreuz-Strasse 2  
94 Sattlerei Simmel Götzstrasse 3 1924
95 Jobst-Haus Götzstrasse 11 1926
96 Bachl-Häusl August-Schmieder-Str.  44 1927
97 1927 Götzstrasse 4 1927
98 Decker-Haus Hohe-Kreuz-Strasse 1 1929
99 Kiefel-Haus Götzstrasse 5 1931
100 1939 Hohe-Kreuz-Strasse 3 1939
101 1938 August-Schmieder-Str.  20 1932
102 Poststelle Handwerker August-Schmieder-Str.  45 1934
103 1936 Kirchweg 10 1936
104 1938 Wittelsbacherstrasse 6 1938

 

 

 

Stand: 10.11.2025

 

Der Dunkhof

 

ältere Schreibweise: Dunckh

 

von Claudia Heigl

 

 

 

An der Staatsstraße 2140, östlich von Steinach Richtung Mitterfels, liegt der kleine Weiler Dunk.
Die beiden Höfe gehören zum Gemeindegebiet Mitterfels, während sie seelsorgerisch der Pfarrei Steinach angegliedert sind.

 

Dunk leitet sich von „tunc“ ab und bedeutet nach Johannes Mondschein „Wald“1.  Auch heute noch ist der kleine Ort vom Wald umgeben.
Ursprünglich handelte es sich hier um einen einzelnen Hof mit etwa 100 Tagwerk Grundbesitz, dessen Entstehung im Dunkeln liegt.

 

 dunk uraufnahme

 Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Die historische Straße führte damals von Agendorf über Dunk nach Mitterfels.
Die Straße von Steinach über Pellham nach Mitterfels wurde erst in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre gebaut.

(Quelle: Bayerische Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas)

 

 

 

In der Grenz- Güter- und Volksbeschreibung von 1582 wird in „Dunckh“ ein Melchior Paur als Hofbesitzer genannt2. Er hat ihn auf Erbrecht verliehen bekommen, d.h. er hat das Recht den Hof an seine Erben weiterzugeben.

Grundherr ist der Hofmarksherr von Scheibelsgrub, wie auch schon beim nahe gelegenen Aignhof.

Dieser Melchior Paur wird auch noch in den Beschreibungen von 15983 und 16214 als Bauer in Dunk genannt.

 

Während des 30jährigen Krieges scheint der Hof zerstört worden zu sein. Im Salbuch der Hofmark Scheibelsgrub von 1644 heißt es5: „Dunkhof: darbei aber der Zeit weder Haus noch Stadl, ist ab 1644 bis 1649 an den Hofwirt verstiftet“.

 

 

dunk 1991 3

 Dunk - aufgenommen im September 1991
links die alte Straße nach Agendorf (heute Kreisstraße SR62), rechts die neue Staatsstraße 2140
Bild: Pfarrer Gerhard Mass, Steinach

 

Erst ab 1655 lebt wieder eine Bauersfamilie auf dem Hof.  Wolfgang und Elisabeth Artmann, die vorher in Agendorf wohnten, bauten wohl das Wohnhaus, Stall und Stadl wieder auf. 1655 kommt ihr viertes Kind in Dunk zur Welt. Fünf Kinder sind von dem Ehepaar bekannt:
- Maria *02.06.1642 in Agendorf
- Wolfgang *16.05.1646 in Agendorf
- Bartholomäus *14.08.1653 in Agendorf, wird Hoferbe
- Wolfgang *19.11.1655 in Dunk heiratet 1681 in Steinach die Schusterstochter Ursula Prembeck von Buchberg
- Georg * 13.01.1661 in Dunk heiratet 1686 in Steinach die Tagelöhnerstochter Magdalena Stelzl von Wolferszell. Er ist als Zimmermann in Dunk, Agendorf und Steinach anzutreffen.

 

Sohn Bartholomäus Artmann übernimmt ca. 1677 den Hof. Er ist mit einer Ursula verheiratet, die ihm zwei Kinder schenkt:
- Katharina 1677-1690
- Georg *1679 heiratet 1706 in Steinach die Müllerstochter Eva Haimerl von Bruckmühl.

 

In zweiter Ehe heiratet der Witwer die Bauerstochter Eva Wirth (Würth) von Rogendorf. In dieser Ehe kommen nochmals vier Kinder zur Welt:
- Michael *1694 heiratet 1720 Maria Bachmaier von Steinach und lässt sich als Hafner in Steinach Nr. 52 nieder.
- Johann *1696 heiratet 1728 Ursula Kirschner von Steinach und wird Häusler in Steinach Nr. 39.
- Josef *1700
- Andreas *1704

 

Als der 51jährige Bauer 1705 stirbt vermählt sich die Witwe Ursula Artmann mit Mathias Kottbauer von Schaching. Die Ehe bleibt kinderlos. Aber bereits nach drei Jahren stirbt die Bäuerin und der Witwer holt sich die 24jährige Bauerstochter Maria Kienberger von Kleinwieden als Bäuerin auf dem Hof. Sie bringt drei Töchter zur Welt:
- Anna Katharina *1709, die Hoferbin
- Maria *1711 heiratet 1746 Georg Schneider von Riederszell
- Elisabeth heiratet 1736 den Tagelöhnerssohn Johann Hien (*1713) von Steinach Nr. 38. Beide bleiben bis 1750 auf dem Dunkhof als Inwohner. Neun Kinder von ihnen kommen hier zur Welt. Ab 1753 ziehen Johann und Elisabeth Hien als Tagelöhner auf den Aignhof weiter.

 

 Artmann Besitzer

 

 

Mathias Kottbauer ist 1733 bereits verstorben und seine älteste Tochter Anna Katharina  heiratet den Bauerssohn Jakob Semmelmann von Roith, der neuer Bauer auf dem Dunkhof wird.

 

Nach 10 Jahre Ehe stirbt 1743 der 48jährige. Drei Jahre später heiratet die Witwe den Bauerssohn Adam Schindlmayer von Eggerszell.

Sechs Kinder kommen in dieser Ehe zur Welt:
- Johann *1746
- Joseph 1748-1772
- Anna Maria *1748 heiratet 1776 in Mitterfels den Bauern Johann Georg Freundorfer vom Straßhof
- Walburga * 1749 heiratet 1788 in Steinach den Bauerssohn Sebastian Groß von Unterhartberg. Beide bleiben vorerst auf dem Hof und lassen sich dann als Kufnerseheleute in Aiterhofen nieder.
- Mathias * 1750, der Hoferbe
- Magdalena *1752

 

Mathias Schindlmayer folgt 1779 als Hofnachfolger seinem Vater nach. Er nimmt die Müllerstochter Katharina Hagenberger von Ascha zur Frau.

Vier Kinder sind aus der Ehe bekannt:
- Anna Maria *1780
- Joseph *1782, erbt den Hof
- Mathias *1785
- Katharina 1789-1866 heiratet 1817 in Steinach den Bauern Georg Leibl von Gschwendt Nr. 18

 

Schindlmayr Besitzer

 

Der Hoferbe Joseph heiratet 1812 die Bauerstochter Anna Maria Hollermayer von Wiespoint.

Die Ehe ist mit zwölf Kinder gesegnet, von denen acht im Säuglingsalter sterben:
- Magdalena * 1814 heiratet 1841 den verwitweten Söldner Sebastian Hilmer von Wolferszell Nr. 15
- Johann Baptist *1816, übernimmt 1851 einen kleinen Teil des Hofes
- Josef *1820
- Therese (1832-1855) heiratet 1854 in Steinach Jakob Gierl von Gollau und übernimmt den Hof.

 

1846 stirbt der 64jährige Bauer. Die Witwe Anna Maria Schindlmayer wirtschaftet noch alleine weiter. 1851 trennt sie das Inhäusl mit ca. 23 Tagwerk Grundbesitz ab und übergibt es ihrem Sohn Johann Baptist.

Warum er nur einen Teil des Hofes bekommt ist fraglich.

Den Rest des Hofes mit etwa 72 Tagwerk übergibt sie 1854 ihrer jüngsten Tochter Therese, die im Oktober 1854 den Bauerssohn Jakob Gierl von der Gollau heiratet. Jakob ist der Enkel des drei Höfebauern Paul Gierl. Dieser hatte 1804 in Sossau drei Höfe mit insg. 331 Tagwerk gekauft und auch die Wallfahrtskirche Sossau vor dem Abriss gerettet.
Nach siebenmonatiger Ehe stirbt die 22jährige an „Fraisen“. Dies ist eigentlich eine Kinderkrankheit und äußert sich mit Fieberanfälle und Krämpfe.
Drei Monate später heiratet der Witwer die Bauerstochter Franziska Zollner von Wolferszell Nr. 19, die in der Ehe neun Kinder zur Welt bringt. Vier davon erreichen das Erwachsenenalter:
- Johann (1857-1902) heiratet Therese Steiner von Moos b. Plattling und wird Landwirt in Hornstorf
- Maria (1859-1931) heiratet 1889 den Maurer Josef Scherer von Thalstetten
- Franziska (*1865) erbt den Dunkhof
- Therese (*1869) heiratet den Schmied Max Knott von Aufroth

 

Tochter Franziska Gierl erbt den Hof und heiratet 1887 den Bauerssohn Peter Pollman von Höfling.

 

Pollmann Besitzer

 

 

Ihr Sohn Peter Pollmann jun. (1903-1967) übernimmt 1929 das Anwesen und vermählt sich mit Regina Fischer (1905-1988) von Gittensdorf.

 

1 Mondschein J., Die Ortsnamen der Straubinger Gegend, II. Bezirksamt Bogen, veröffentlich in Jahresber. d. Hist. Ver. Straubing und Umgebung 6, 1904, S. 41
2 BayHSTA, Kurbayern Geheimes Landesarchiv 1124, Grenz-, Güter- und Volksbeschreibungen des Kurpfalzbayrischen Landgerichts Mitterfels 1460 - 1599 , S. 258‘
3 BayHSTA, Kurbayern Geheimes Landesarchiv 1124, Grenz-, Güter- und Volksbeschreibungen des Kurpfalzbayrischen Landgerichts Mitterfels 1460 - 1599 , S. 414
4 BayHSTA, Kurbayern Geheimes Landesarchiv 1125, Grenz-, Güter- und Volksbeschreibungen des Kurpfalzbayrischen Landgerichts Mitterfels 1600 - 1665 , S. 200‘
5 StA Landshut, Hofmark Scheibelsgrub Salbuch von 1644 (in HAB Mitterfels, S. 485)

 

Weitere Quellen:

StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I -2, Urkataster Gemarkung Mitterfels Band 2 1842
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-6, Umschreibehefte zum Urkataster Gemarkung Mitterfels 1842-1858
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-7, Renovierter Kataster von Mitterfels 1858
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-9, Umschreibehefte Mitterfels 1858-1878
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-16 Umschreibehefte Mitterfels 1876 - 1960
BZAR, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Stand: 25.01.2023

Ausbruch aus dem Dunkhof

 

von Claudia Heigl

 

 

 

 

1851 trennt die Bauerswitwe Anna Maria Schindlmayer etwa 23 Tagwerk vom ganzen Dunkhof ab und übergibt den Grundbesitz mit dem Innhäusl an ihren Sohn Johann Baptist Schindlmayer.
Den Rest des Hofes mit etwa 72 Tagwerk übergibt sie 1854 ihrer jüngsten Tochter Therese, die Jakob Gierl von Gollau heiratet.
Die Frage, ob sie ihren Sohn nicht als geeigneten Hoferben sieht oder finanzielle Gründe zu dieser Entscheidung führen, bleibt offen.

 

 

dunk 1991 1

Die beiden Höfe in Dunk
aufgenommen im September 1991
Bild: Pfarrer Gerhard Mass, Steinach

 

 

 

Johann Baptist ist mit der Müllerstochter Margaretha Schütz von der Fahrmühl verheiratet.
Das Ehepaar hat fünf bekannte Kinder:
- Therese *1852
- Katharina *1853
- Franz Xaver * 1854
- Joseph *1857, Bahnarbeiter in Straßkirchen, verheiratet mit einer Magdalena Falter und in zweiter Ehe mit Anna Maria Heigl, verw. Lorenz.
- Anna *1861

 

1866 wird das Anwesen versteigert und die Familie zieht vermutlich nach Straßkirchen.

 

Schindlmayer Ausbruch Besitzer

 

 

Am 15.09.1866 ersteigert Johann Schollerer von Hammersdorf das Anwesen und heiratet 1867 die Bauerstochter Anna Maria Wolf vom Pürstenberg.

 

Sohn Joseph übernimmt 1899 den Hof und vermählt sich mit Katharina Tremmel von Oberhartberg.

 

Schollerer Besitzer

 

 


1939 übernimmt Sohn Johann (1897-1980), der Berta Schütz (1906-1986) von Hagnhöfen heiratet.

 

 

 

Quellen:

StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I -2, Urkataster Gemarkung Mitterfels Band 2 1842
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I – 6, Umschreibehefte zum Urkataster Gemarkung Mitterfels 1842-1858
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I – 7, Renovierter Kataster von Mitterfels 1858
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-9, Umschreibehefte Mitterfels 1858-1878
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-16 Umschreibehefte Mitterfels 1876 - 1960
BZAR, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Stand: 25.01.2023

Der Aignhof

 

ältere Schreibweise: am Aigen

 

 

von Claudia Heigl

 

 

 

Östlich von Steinach, im Mitterfelser Gemeindegebiet, liegt der Weiler Aign. Hier handelte es sich ursprünglich um einen ganzen Hof - den sog. Aignhof.

 

1811 wird der Einödhof dem Steuerdistrikt Mitterfels einverleibt und ist heute noch ein Gemeindeteil vom Markt Mitterfels.
Während der in der Nähe gelegene Pürstenberger-Hof bis 1862 zur Pfarrei Pfaffmünster gehörte, ist der Aignhof seit Urzeiten bis heute im Pfarrsprengel der Pfarrei Steinach.

 

 aign 1992

Links der Aignhof und das ehem. Inhäusl (Holmer-Hof), das Haus rechts wurde in den 1950er Jahren errichtet.
aufgenommen im September 1991
(Bild: Pfarrer Gerhard Mass, Steinach)

 

1494 wird der Hof „an dem Aigen“ erstmals urkundlich erwähnt1. Die Bezeichnung „Am Aigen“ als Ortsangabe finden wir bis ins 17. Jahrhundert in den Urkunden.

 

15822  ist ein Hans Eisenharter als Bauer auf dem Hof.

Zu dieser Zeit gehört der Hof zur Hofmark Scheibelsgrub. Ein Hieronymus Seyboldsdorfer, fürstlicher Rat und Oberrichter in Straubing, war bis zu seinem Tod 1574 Hofmarksherr von Falkenfels und Scheibelsgrub. Nach ihm erben seine unmündigen Töchter Margarete, Martha und Anna. Durch Heirat kommt die Hofmark mit dem Aignhof in die Familie Nothaft.

 

Im Salbuch der Kapflberger Kirche aus dem Jahr 1592 wird der Hof ausführlicher beschrieben3. Hier heißt es:

„Hans Eittenharter am Aigen besitzt einen Hof alda Erbrechtsweiß. Dazu gehört ein Haus, Stadl und Backofen, alles ziemlich erbaut, auch die drei Felder, Wiesen und Äcker.
Davon dient er dem Gotteshaus jährlich an Gilt 3 Gulden, 4 Schilling, 25 Pfennig.“

 

Der Aignhof ist übrigens der einzige Hof, der dem Gotteshaus Kapflberg Abgaben zahlen muss. Wer dieser Stifter einer Stiftsmesse war, ist ungeklärt.

 

uraufnahme aign

 Der Hof hatte im Häuser- und Rustikalsteuerkataster von 1808 die Hs.Nr. 61, ab 1842 dann die Hs.Nr. 75

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
(Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas)

 

 

Nach ihm wird zunächst seine Witwe ohne Namen und dann Johann Eisenharter jun. als Besitzer im selben Salbuch genannt.

 

Im 30jährigen Krieg 1633/34 wird Scheibelsgrub von den schwedischen Soldaten angezündet4.
Nachgewiesen ist auch, dass die Wolferszeller Mühle von den Schweden geplündert wurde, und auch die Bruckmühle ein Raub der Flammen wurde. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass der benachbarte Pürstenberger Hof mit der Aichmühl und eben auch der Aignhof von den schwedischen Soldaten geplündert, ggf. sogar auch zerstört worden sind.

 

1639 erwirbt Christoph Freiherr von Leiblfing die Hofmark Scheibelsgrub von der Familie Nothaft.  1643 verkauft er die Hofmark weiter an Keck Wilhelm vom Mauerstetten.

 

Die Familie Eisenharter überlebt den Schwedenüberfall.

 

Ob ihn jedoch der Bauer Johann Eisenharter jun. überlebte ist fraglich. Seine Witwe Katharina Eisenharter stirbt 1660 im Alter von 73 Jahren.
Von dem Ehepaar gibt es drei Kinder, die ihnen zugeordnet werden können:
- Thomas verh. mit einer Walburga und Tagelöhner auf dem Aignhof. Sieben Kinder kommen zwischen 1644 und 1659 auf dem Hof zur Welt, ab 1661 wird er als Tagelöhner in Muckenwinkling genannt.
- Barbara heiratet 1650 in Straubing/St. Jakob den Schmied Wolfgang Buchner von Kagers5.
- Lorenz, der Hoferbe

 

Hofnachfolger wird Lorenz Eisenharter, der mit einer Elisabeth verheiratet ist.

Ab 1656 kommen elf Kinder auf dem Hof zur Welt, von denen sechs im Säuglingsalter sterben:
- Sebastian *13.12.1656
- Franz *1658 Von ihm und seiner Ehefrau Anna kommen zwischen 1686 – 1690 drei Kinder auf dem Hof zur Welt. Er wird als Einwohner und Tagelöhner bezeichnet.
- Dorothea *1667 heiratet 1692 in Steinach Sebastian Groß von Parkstetten

- Johann * 1669 der Hoferbe
- Maria *1670

 

Sohn Johann wird Hofnachfolger. In erster Ehe heiratet er 1696 Maria Hagenauer. Sie wird als Bauerstochter „in der Aschau“ bezeichnet, damit ist das heutige Hinterascha gemeint.
Fünf Kinder bringt sie zur Welt, von denen zwei bereits im Säuglingsalter sterben:
- Anna * 1698
- Margaretha *1702
- Simon *1706

 

Als die junge Bäuerin im Juli 1713 stirbt, heiratet der Witwer im November die Bauerstochter Maria Geith vom Dexenhof. In der zweiten Ehe kommen nochmals acht Kinder zur Welt
- Adam *1715 stirbt als Säugling
- Katharina * 1715

- Georg *1717
- Simon *1721
- Matias *1722 Hoferbe
- Maria *1724
- Katharina *1726
- Johann *1729

 

Eisenharter Besitzer

 

 

Mathias Eisenharter tritt ca. 1743 die Hofnachfolge an. Am 22.10.1743 heiratet er die Agendorfer Bauerstochter Eva Zeindlmayr.

Drei Kinder aus der Ehe sind bekannt:
- Mathias *1744
- Anna Maria *1746 heiratet 1771 den Bauern Wolfgang Krebl von Muckenwinkling
- Jakob * 1759 wird Hoferbe

 

Sohn Jakob Eisenharter folgt ca. 1785 als Bauer und heiratet im Juli desselben Jahres die Bauerstochter Walburga Erndl von Pellham.
Das Ehepaar hat drei Töchter:
- Anna Maria * 1786
- Walburga *1789
- Magdalena * 1794, heiratet nach Feldkirchen

 

Eisenharter Unger Besitzer

 

 

Tochter Walburga übernimmt mit ihrem Ehemann Anton Unger 1823 von Hierlbach den Hof.

Zwei Söhne kommen noch im Aignhof zur Welt:
- Anton *01.01.1829, stirbt als Säugling
- Josef *13.12.1829

 

Am 20.12.1836 verkaufen Anton und Walburga Unger den Hof an Johann Sagstetter.

Drei Jahre später, am 13.04.1839 trennt Johann Sagstetter das „Inhäusl“ des Hofes mit  12,15 Tagwerk Grundbesitz vom Hof ab und veräußert ihn an Hirtreiter Wolfgang und Walburga, geb. Lorenz.

 

Den Aignhof selbst verkauft er am 07.04.1843 an Joseph Miethaner und dessen Ehefrau Theresia, geb. Füchsl.

 

Am 27.08.1856 erwerben Josef Gegenfurtner und seine Ehefrau Katharina, geb. Wintermayer, den Hof mit seinen 65 Tagwerk Grundbesitz.

 

Am 7.1.1863 kaufen Huber Mathias und Theresia, geb. Sieber den Hof.
Aber bereits am 24.08.1863 ertauschen die Immobilienhändler Wolfgang Kemether und Franz Schels, beide aus Regensburg, den Aignhof, wobei Wolfgang Kemether seinen Anteil am 20.10.1863 an Franz Schels abtritt.

 

Schließlich erwerben Mühlbauer Franz und seine Ehefrau Barbara, geb. Zimmermann, das Anwesen am 30.05.1864 durch den Tausch ihres bisherigen Besitzes in Malchesing Nr. 4 bei Walkofen.

 

Seit 1893 ist Sohn Franz Xaver Mühlbauer Bauer auf dem Hof, der 1894 Franziska Himmelstoß von Emmerszell zur Ehefrau nimmt.

 

muehlbauer besitzer

 

 

1920 folgt Sohn Josef Mühlbauer mit seiner Braut Therese Schuster von Mitterwachsenberg.

 

fo stei 1708

Familie Mühlbauer
Hinten von links: Josef, Franz Xaver und Franziska (Großeltern), Theres, Josef (Bruder von Franz Xaver), Resl Baumgartner (Dirn)
vorne von links: die vier Töchter Cilly, Frieda, Theres, Franziska
(Bild: Familie Simmel, Aign)

 

 

Tochter Frieda übernimmt den Hof und durch ihre Heirat mit Josef Simmel ändert sich der Familienname auf dem Hof.

In den 1950er Jahren wird ein Grundstück von Hof abgetrennt, auf dem die Schwester Franziska, geb. Mühlbauer mit ihrem Ehemann Ludwig Lehner ein Haus errichtet.

 

ortskarte 1950

Ortskarte Nr. 188
(Quelle: Vermessungsamt Straubing)

 

 

 

 

1 Mondschein, Die Ortsnamen der Straubinger Gegend, II. Bezirksamt Bogen, veröffentlich in Jahresber. d. Hist. Ver. Straubing und Umgebung 6, 1904, S. 35
2 BayHSTA, Kurbayern Geheimes Landesarchiv 1124, Grenz-, Güter- und Volksbeschreibungen des Kurpfalzbayrischen Landgerichts Mitterfels 1460 - 1599 , S. 258‘
3 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B 124 (= Saal Püech des Sanct Ursula Gotshauß aufm Khäpfl Perg Im Casstn Ambt Straubing gelegen" von 1592
4 Lachner M., 800 Jahre Geschichte um Mitterfels, 1988, S. 62

5 Jahresbericht des Hist. Vereins für Straubing und Umgebung e.V. Jahresbericht Band 67 (1964): Sponsalbuchbuch der Pfarrei St. Jakob/Straubing 1636 – 1650. Hier Vater ist bereits verstorben.

 

Weitere Quellen:

StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I -2, Urkataster Gemarkung Mitterfels Band 2 1842
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I – 6, Umschreibehefte zum Urkataster Gemarkung Mitterfels 1842-1858
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I – 7, Renovierter Kataster von Mitterfels 1858
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-9, Umschreibehefte Mitterfels 1858-1878
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-16 Umschreibehefte Mitterfels 1876 - 1960
BZAR, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach



 

bearbeitet:31.01.2023

Das Aignhäusl

 

von Claudia Heigl

 

 

 

Am 13.04.1839 trennt der Eigentümer des Aignhofes, Johann Sagstetter das Inhaus des Hofes zusammen mit 12,15 Tagwerk vom Hof ab und verkauft es um 750 Gulden an Hirtreiter Wolfgang und Walburga, geb. Lorenz.  Das neugebildete "Aignhäusl" erhält die Hs.Nr. 75 1/2.

ortskarte 188a

Ortskarte Nr. 188a
(Quelle: Vermessungsamt Straubing)

 

 aign 1992

links der Aignhof und das ehem. Inhäusl
aufgenommen im September 1991
(Bild: Pfarrer Gerhard Mass, Steinach)

 

 

Nach dem Tod des Vaters übernimmt Maria Hirtreiter das Anwesen und heiratet 1865 Xaver Sagstetter von Steinach Hs.Nr. 24.

Tochter Helena Sagstetter übernimmt 1890 den Hof und heiratet im gleichen Jahr Peter Holmer von Zisterau. Helena bringt zwölf Kinder zur Welt, von denen nur fünf das Erwachsenenalter erreichen.
1914 stirbt Andreas Holmer mit 50 Jahren an einem Bruch. Er hinterlässt seine Ehefrau und fünf Kinder – Maria, Andreas, Peter, Josef und Xaver im Alter zwischen 22 und 2 Jahren.

 

 

Holmer Besitzer

 

 

1922 übergibt die verwitwete Mutter Helena Holmer das Anwesen an ihren Sohn Andreas, der die Bauerstochter Anna Schmeißl von Rittsteig als Ehefrau nimmt.

 

Der Hof wird Mitte des 20. Jahrhunderts verkauft.

 

Weitere Quellen:

StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I -2, Urkataster Gemarkung Mitterfels Band 2 1842
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I – 6, Umschreibehefte zum Urkataster Gemarkung Mitterfels 1842-1858
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I – 7, Renovierter Kataster von Mitterfels 1858
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-9, Umschreibehefte Mitterfels 1858-1878
StA Landshut, Grundsteuerkataster Sig. 1/29 I-16 Umschreibehefte Mitterfels 1876 - 1960
BZAR, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach



 

Stand: 20.01.2023

Der Eyerer-Hof Hs. 12 1/2 in Münster

 

1890 Haus Nr. 96, heute Hohlweg 25

 

von Claudia Heigl

 

 

Östlich, etwas außerhalb von Münster, liegt ein einzelner Hof. Das Grundstück gehörte bis 1886 zum sog. Atzlhof in Münster (Hs.Nr. 12, heute Chorherrenstr. 2).

 

 

fo stei 1605

aufgenommen Juni 2022
(Bild: Claudia Heigl)

 

 

 

 

uraufnahme atzlhof 2

 (Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas)

 

1886 erwerben die Immobilienhändler Jakob Strauss, Mathan Maier und Josef Eppstein den ca. 94 Tagwerk großen Atzlhof von Johann Sieber und verkaufen den gesamten Grundbesitz einzeln. Dies ist lukrativer, als den Hof im Ganzen zu verkaufen.

 Am 13.12.1886 vertauschen Ignatz und Katharina Zäch mit den Immobilienhändlern ihr Anwesen in Hofdorf Nr. 45 mit dem insgesamt 6,754 ha großen Grundstück (Bergfeld, Bergfeldwiese, Bergfeldholz, Bergfeldödung) bei Münster.

 

Zch Besitzer

 

Sie bauen darauf 1887 ein Wohnhaus mit Stall und Keller, einen Stadel und eine Schupfe. Das Haus erhält die Hs.Nr. 12 1/2, da es sich um einen ehemligen Grundbesitz des Hofes Hs.Nr. 12 handelt.

 

ortskarte muenster 2

Quelle: Vermessungsamt Straubing, Ortskarte Münster Nr. 172b

 

 

1909 erwerben Ignatz und Katharina Zäch das „Prommersbergergütl“ in Münster Hs.Nr. 31 (Weiherstr. 1) und verkaufen den neu aufgebauten Hof an Johann und Karolina Fuchs vom Krähhof. Vier Jahre später, 1913 tauscht die Familie Zäch dann nach Lichting.

 

 Fuchs Besitzer

1922 übergeben Johann sen. und Karolina Fuchs den Hof an ihren Sohn bzw. Stiefsohn Johann Fuchs jun.(1894-1965), der sich mit Katharina Zäch (1897-1989) von Münster vermählt.
1927 verkaufen Katharina und Johann Fuchs den Hof und erwerben hierfür ein Haus in Münster (alte Hs.Nr. 52 1/6, ab 1890 Hs.Nr. 94, heute Parkstettener Str. 26).

 

Neue Eigentümer des Hofes sind Franz und Agnes Schebler. Die Familie bleibt jedoch nur sieben Jahre und veräußert dann den Hof

1934 an Xaver Eyerer (1911 ✠1944) von Gschwendt, der sich noch im gleichen Jahr mit Anna Kinzkofer (1909-1984) von Stallwang vermählt. Nachdem Xaver Eyerer mit 33 Jahren im 2. Weltkrieg an seinen Kriegsverletzungen stirbt, vermählt sich die Witwe mit Xaver Münch (1915-1970) von Münster.

 

fo muen 213

Der Hof aufgenommen ca. 1950
(Bild: Familie Holmer, Wolfsdrüssel)

 

 

 

 

Quellen:
StA Landshut, Grundsteuerkataster 7/22-9, 17/22-14,Umschreibehefte zum Grundsteuerkataster Münster 1859 – 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster

 

 

Stand: 15.01.2023

 

Der Atzlhof Hs.Nr. 12 - heute Spießl/Sagmeister

 

ab 1890 Haus Nr. 18, heute Chorherrenstr. 2

 

von Claudia Heigl

 

 

Der Atzlhof gehörte mit seinem ursprünglichen 94 Tagwerk Grund zu den drei großen Höfen in Münster.

Grundherr war, wie bei allen Höfen in Münster, das Chorherrenstift St. Tiburtius. Im 17. Jahrhundert finden wir in den Urkunden auch den Namen "Fuxpaurenhof".

 

 uraufnahme atzlhof 1827

Der Atzlhof hatte die alte Hs.Nr. 12
Der „Zinkenhof“ Hs.Nr. 3 und das Wirtsanwesen Hs.Nr. 19 hatten ebenfalls fast 100 Tagwerk Grundbesitz mit dabei.

(Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas)

 

 

 

Als erster Besitzer sind Johann und Anna Kollinger im 17. Jahrhundert bekannt.

1692 kommt Georg Wenninger von Unterparkstetten auf das Anwesen, als er die Kollinger-Witwe Christina, geb. Reichersdorfer heiratet.
Obwohl zwei Kinder aus erster Ehe der Christina und drei Kinder aus zweiter Ehe vorhanden sind, übernimmt keines den Hof.

 

 

Kollinger Besitzer

 

Ca. 1716 erwerben Michael und Magdalena Luttner von Hagnzell den Hof.
Ihr Sohn Martin Luttner folgt ihnen 1727 mit seiner Ehefrau Anna Maria geb. Hreninger als Hofnachfolger. Von den sieben Kindern sterben zwei im Säuglingsalter. Die älteste 21-jährige Tochter Anna Maria übernimmt 1751 mit ihrem 16 Jahre älteren Ehemann Johann Färber den Hof, obwohl sie noch vier jüngere Geschwister hat und auch die Eltern auch noch im mittleren Alter sind.

 

1752 wird der Hof im Hofanlagsbuch als halber Hof eingestuft.

 

 

Johann stirbt bereits mit 45 Jahren im Januar 1760 und die 30jährige Witwe vermählt sich im April des gleichen Jahres mit dem 25jährigen Christopher Sieber von Münster Nr. 3 (Zinken-Hof). Anna Maria bringt 15 Kinder zur Welt – sechs in erster Ehe und neun in zweiter Ehe. Sieben davon sterben im Kleinkindalter.
Von vier Kindern ist der weitere Lebensweg bekannt:
- Johann Georg Färber (* 17.04.1754 + 1794) heiratet 1790 die Witwe des Halbbauern Simon Spießl, Theresia geb. Zeindlmeier und wird Bauer auf den „Kirschner-Hof“ Nr. 30 (Weiherstr. 2) in Münster
- Anna Katharina Färber (*04.09.1755 +1807) heiratet 1784 den Müller Michael Widmann von Kößnach. Ihr Sohn Josef Widmann erwirbt die Saulburger Brauerei.
- Jakob Färber (* 02.01.1757 +1822) wird 1801 Bauer auf dem Geigerhof in Agendorf durch die Heirat der Witwe Magdalena Geiger (heute Spanner-Anwesen, Mitterfelser Str. 20)


Ihr jüngster Sohn Martin Sieber übernimmt 1800 den Hof und heiratet 1802 die Bauerstochter Maria Anna Schneider von Roith. Das Paar hat fünf Kinder:
- Maria Magdalena * 1804 heiratet 1830 den verwitweten Jäger Rupert Zäch (Hs.Nr. 49, Jägergütl, Falkenfelser Str. 1)
- Anna Maria (1806-1845) heiratet 1833 den Söldner Joseph Fischer von Münster Nr. 47 (Fischergut, Falkenfelsener Str. 19)
- Maria *1807 heiratet den Bauern Andreas Schambeck von Auenzell
- Theresia (1809-1861) heiratet 1845 den verwitweten Ehemann ihrer älteren, verstorbenen Schwester Anna Maria Fischer
- Martin *1813 ist der Hoferbe

 

1842 übernimmt Sohn Martin Sieber, der die Wirtstochter Anna Maria Röckl von Münster heiratet. Das Ehepaar hat ebenfalls fünf Kinder:
- Martin (1843-1909) heiratet 1875 die Bauerstochter Kreszenz Foidl von Steinach Nr. 14 (August-Schmieder-Str. 2) und übernimmt den Hof der Schwiegereltern in Steinach
- Anna Maria (1843-1883) heiratet 1875 den Söldner Johann Geier von Münster Nr. 13 (Chorherrenstr. 1)
- Johann Baptist *1848 übernimmt 1878 den elterlichen Hof
- Helena (1849-1917) heiratet 1877 den Söldner Josef Geier von Münster Nr. 31 (Bergstr. 4)
- Kreszenz (1855-1927) heiratet 1878 den Bauern Johann Hien von Steinach Nr. 29 (Götzstr. 9)

 

1878 übernimmt Sohn Johann Baptist Sieber den Hof mit 31,97 ha (≙ 93 Tagwerk) von seinen Eltern.
Bereits 1886 muss er ihn an die Immobilienhändler Jakob Strauss, Mathan Maier und Josef Eppstein um 45.000 Mark verkaufen.Diese zertrümmern den großen Hof, d.h. sie verkaufen die Äcker und Wiesen des Hofes einzeln an verschiedene Bauern. Dies ist lukrativer, als den Hof im Ganzen weiter zu veräußern. U.a. wird durch den Verkauf des ca. 6,7 ha großen Bergfeldes westlich von Münster ein neues Anwesen gebildet (Hs.Nr. 12 1/2, heute Hohlweg 25).

 

 

Luttner Sieber Besitzer

 

 

 

 

 

Am 24.03.1887 tauschen die Nachbarn Helena und Xaver Spießl mit den Immoblienhändlern ihr bisheriges Haus Nr. 6 in Münster (heute Obermayerstr. 11) gegen die Hofstelle des Atzlhofes. Ihre bisherigen Grundbesitz, der zum "Schreinergütl Nr. 6" gehörte, nehmen sie mit, so dass der Hof schließlich wieder 9,93 ha umfasst. Darunter ist auch der Acker mit der Buchberger-Kapelle.

Das Ehepaar hat acht Kinder, von denen sechs das Erwachsenenalter erreichen:
- Josef (1883-1959), wird Gemeindeschreiber in Münster und heiratet in das Brandl-Anwesen Hs.Nr. 4 (heute Obermayerstr. 7) ein.
- Kreszenz (1885-1959) heiratet 1910 Josef Biederer von Münster
- Franz Xaver (1887-1962) übernimmt den Hof
- Franziska (1892-1912) stirbt mit 20 Jahren
- Martin (1897-1918) wird seit der Schlacht bei Monchy-Bapaume/Frankreich vermisst
- August *1903

 

 

fo muen 227

Der Spießl-Hof um 1920
Helena (1860-1938) und Franz Xaver Spießl (1854-1936) mit einem ihrer Söhne
(Bild: Familie Sagmeister, Münster)

 

 

1922 übernimmt Sohn Franz Xaver Spießl den Hof, der sich mit Anna Leiderer von Unterparkstetten vermählt.

 

Spiessl Besitzer

 

 

 

Quellen:

BayHStA München, Kurbayern Geheimes Landesarchiv 1199, Grenz-, Güter- und Volksbeschreibung Langericht Straubing 1641 – 1799, S. 333
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung 248, Hofmark Münster 1752
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Münster vom 01.08.1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster 17/22-5, 17/22-9, 17/22-14,Umschreibehefte zum Grundsteuerkataster Münster 1843 – 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster

 

 

Stand: 15.01.2022

 

Das Schreinergütl Hs.Nr. 6 in Münster

 

1890 Haus Nr. 10, heute Obermayerstr. 11

von Claudia Heigl

 

 

Als erster Besitzer dieses Anwesens an der Obermayerstraße ist Georg Agsteiner bekannt. Am 26.07.1685 erwirbt er das Erbrecht auf dem Besitz.
Georg Agsteiner stammt von Hohenzell bei Ried im Innviertl/Österreich. Wahrscheinlich ist er auf der Wanderschaft an der Donau heraufgezogen.
1683 heiratet er die Söldnerstochter Maria Bugl und wird in Münster sesshaft.
Das Ehepaar hat sieben Kinder, von denen drei im Kindsalter sterben:
- Jakob (*1684) heiratet 1704 die Hirtentochter Eva Haimerl von Münster und macht sich auf der Hs.Nr. 44  (Tassilostr. 9) in Münster sesshaft, auf der die Familie Agsteiner noch heute anzutreffen ist.
- Johann (*1689), Hoferbe
- Adam (*1698)
- Thomas (*1700) wird 1733 als Knecht bei der Klosterbrauerei Oberalteich genannt.

17101 übergeben er und seine Ehefrau das Anwesen an den noch ledigen Sohn Johann Agsteiner, der sich 1711 mit Magdalena Heitzer von Hötzelsdorf vermählt.

 

Agsteiner Besitzer

 

 

 

Am 02.12.17502 übernimmt Sohn Bartholomäus Agsteiner den Besitz, der mit der Halbbauerstochter Katharina Färber von Münster verheiratet ist.
Das Ehepaar hat sechs Kinder, von denen drei im Kindsalter sterben.
- Johann Michael (1755-1830), Einwohner und Schuster in Münster heiratet 1796 Ursula Spießl von Münster
- Maria Katharina (*1758)
- Anna Maria (1763-1803), ledig

Kurz nach dem Tod des Ehemannes  verkauft die verwitwete 48jährige Katharina Agsteiner am 08.10.17713 das Häusl an den Steinacher Schreiner Mathias Hitzinger und dessen Ehefrau Katharina geb. Bornschlegl. Sie selbst behält sich das Hinterstübl als Ausnahmswohnung.

Von ihm stammt auch der Haus-Name "Schreinergütl". So wird er Besitz im Liquidationsprotokoll von 1838  bezeichnet.

 

 

Uraufnahme Schreinerguetl(Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas)

 

 

Katharina Bornschlegl stammt vom Nachbarhaus Nr. 7 in Münster ab. Das Paar hat nur ein Söhnlein, Johann Georg, der am 1. Mai 1772, 12 Tage nach seiner Geburt, stirbt. Katharina Hitzinger stirbt ein Jahr später im Alter von 32 Jahren. Den Grund kennt man nicht, es könnte jedoch wieder die Folge einer Schwangerschaft oder Geburt gewesen sein.

Mathias Hitzinger heiratet noch dreimal. Seine zweie Ehefrau Lucia Artmann aus Breitenfeld, schenkt ihm zwei Kinder, die jedoch auch als Säuglinge sterben (1775 und 1776).
Seine dritte Ehefrau bringt  zwei Kinder zur Welt, die beide nicht überlebensfähig sind. Zwölf Tage nach der zweiten Geburt stirbt auch die 37jährige an den Folgen der Entbindung.
Die vierte Ehefrau Katharina Braun, eine Metzgerstochter aus Münster, bringt nochmals zwei Töchter zur Welt, die nun endlich das Erwachsenenalter erreichen:
- Magdalena (1787-1866), erbte das Gütl
- Maria Eva (1790-1843) heiratete 1814 den Wagner Jakob Völkl von Münster Nr. 25

Nach der Säkularisation des Choherrenstiftes St. Tiburtius in Straubing1803 kaufen Mathias und Katharina Hitzinger Grundstücke des ehemaligen Stiftskapitel. Darunter auch der „innere Buchbergacker“, auf dem die Buchberger Kapelle steht.

 

 Hitzinger Besitzer

 

1812 übernimmt die älteste Tochter Magdalena das Anwesen und heiratet Martin Spießl, einen Bauerssohn vom Wiedenhof.
Das Paar hat drei Kinder:
- Josef (1812-1878) bleibt ledig und stirbt mit 65 Jahren
- Martin (1819-1883), der Hoferbe
- Maria Anna (*1824) heiratete 1849 Bartholomäus Bugl von Münster Nr. 20

 

Sohn Martin Spießl jun. übernimmt 1849 den 24 Tagwerk großen Hof und heiratet die Bauerstochter Maria Gierl von Unterzeitldorn. Sie ist die Enkeltochter des berühmten Sossauer Drei-Höfe-Bauern Paul Gierl, der auch die Sossauer Wallfahrtskirche gekauft und dadurch vor dem Abbruch gerettet hat.
Maria schenkt ihrem Ehemann vierzehn Kinder, wovon nur drei das Erwachsenenalter erreichen. Alle anderen werden nicht älter als ein Jahr.
- Franz Xaver (1854-1936), Hoferbe
- Franziska (1856-1913) heiratet 1878 den Häusler Johann Färber von Münster Nr. 20 1/2
- Anna (*1871)

 

Sohn Franz Xaver übernimmt 1882 den Hof mit 26 Tagwerk ( 9 ha) und heiratet Helena Maurer von Öbling. 1886 tauschen Xaver und Helena ihren bisherigen Hof mit der Hofstelle des gegenüberliegenden Atzlhofes (Hs.Nr. 12, Chorherrenstr. 2). Der große Atzlhof war von den Immobilienhändlern Mathans Maier, Jakob Strauss und Josef Eppstein aufgekauft und zerschlagen worden.
Die bisher zum Schreinergütl gehörigen Grundstücke übertragen Xaver und Helena Spießl auf den Atzlhof. Darunter auch der Acker mit der Buchberger Kapelle.

 

Spiessl Besitzer

 

 

Die Immobilienhändler, die mit Grundstücken von diversen Höfen in Münster handeln, vertauschen schließlich das Haus des ehemaligen Schreinergütl, zusammen mit 2,496 ha Grundbesitz, 1887 mit Xaver und Therese Biller gegen deren Besitz in Großpinning Nr. 2.

Zwölf Jahr später, am 19.08.1891, vertauschen Xaver und Therese Biller das Münsterer Anwesen mit Alois und Maria Biller gegen deren Anwesen Nr. 50 in Affa.

Am 10.09.1891 erwirbt das Anwesen Josef Kiesel, der es am 01.06.1892 weiterveräußert an Johann und Theres Heibl.
Als Therese 1909 stirbt, erben der Witwer und die neun Kinder: Johann, Franziska, Therese, Anna, Maria, Josef, Kreszenz, Ludwig, Xaver.

 Heibl Besitzer

 

Am 31.10.1910 kauft Xaver Geith die Hofstelle mit 2,196 ha Grund um 10.000 Mark und erwirbt von der Darlehenskasse Münster ebenfalls noch Grund.

Am 14.10.1918 kaufen Grotz Johann und Maria geb. Scheubeck das Anwesen mit 3,374 ha Grund um 18.500 Mark. Johann Grotz stammt vom Braschengütl Nr. 11 (Kirchrother Str. 3). Er ist Fotograf und zieht später nach Mitterfels. Viele alte Aufnahmen von Münster und Steinach stammen von ihm.

Am 23.12.1918 erwerben Martin und Katharina Soller das Anwesen mit 2,458 ha Grund.

Am 23.06.1919 erwerben Alois und Monika Brandl das Anwesen.

Am 20.09.1921 erwerben Jakob und Anna Limmer das Anwesen um 20.000 Mark.

Am 31.03.1936 übergeben sie es an Jakob Limmer jun.

 

 

1 BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 641, fol 126  Übergabebrief 17.12.1710
2
BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 645 I, fol.162   Übergabe 02.12.1750
3
BayHStA München, Briefprotokolle Straubing 647, fol.29  
Kaufbrief 725 fl   08.10.1771

 

 

Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Geheimes Landesarchiv 1199, Grenz-, Güter- und Volksbeschreibung Langericht Straubing 1641 – 1799, S. 333
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer Hofanlagsbuchhaltung 248, Hofmark Münster 1752
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser und Rustikalsteuerkataster Münster incl Steinach 1808
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Münster vom 01.08.1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster 17/22-5, 17/22-9, 17/22-14,Umschreibehefte zum Grundsteuerkataster Münster 1843 – 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Pfaffmünster

 

 

Stand: 01.04..2023

Die Poststelle

 

von Claudia Heigl

 

 

1934 erwerben der Gemeindesekretär Ludwig und Sophie Handwerker das Grundstück an der August-Schmieder-Straße von der Familie Landstorfer und errichtet dort ein Einfamilienhaus, das die Hausnummer 102 (heute August-Schmieder-Str. 45) erhält.
Vorher war die Familie in der Bärnzeller Str. 2 (alte Hs.Nr. 47 1/2)  in Steinach ansässig.

 

fo stei 1309

aufgenommen ca. 1942
Bild: Max Hiegeist, Hoerabach

 

Ihre Tochter Sophie Handwerker betreibt ab den 1940er Jahren in dem Haus die Poststelle in Steinach. Bis 1984 ist sie in dem Haus untergebracht.

 

 

Handwerker Besitzer

 

 Handwerker Sophie

Sophie Handwerker

 

 


Dann wird sie geschlossen und in dem Lebensmittelgeschäft Altschäffel eine kleine Geschäftsstelle der Post eingerichtet.

Seit November 2004 ist die Postfiliale in Steinach im Lebensmittelmarkt EDEKA Röckl untergebracht.

 

 


Der Hällingmeierhof


bzw.

Der ganze Stubenhofer-Hof in Gschwendt

 

von Cornelia Landstorfer

 

 kirche gschwendt

Der Stubenhofer-Hof hatte die alte Hs.Nr. 7
aufgenommen 2018
(Bild: Claudia Heigl)

 

 

Vor fast 650 Jahren, im Jahr 1381, wird der Hof, dessen Inhaber zu dem genannten Zeitpunkt Heinrich der Rausch war, erstmals in einem Kaufbrief erwähnt.

Die Witwe Anna Poxauer, die den Besitz in Gschwendt von ihrem Vater Konrad dem Sattelboger als Heiratgut erhalten hatte, veräusserte damals zusammen mit ihrem Sohn Kaspar ihre Güter in Gschwendt an das Stift der alten Kapelle in Regensburg. Die Herren von Sattelbogen waren eines der mächtigsten und angesehensten Rittergeschlechter des Bayerischen Waldes.

Als im Jahr 1435 das Heilig-Geist-Spital in Straubing die Hofmark Gschwendt mit Gericht, Gütern und Gülten von Christoph Schönsteiner zum Schönstein und seiner Frau Balburg erwarb,[1] hat Friedrich Rauscher[2] das genannte Anwesen bewirtschaftet.

In dem 1429 angelegten Salbuch des Bürgerspitals in Straubing wird der Hof nach dem Erwerb 1435 als „Hällingmairisches Gütl“ eingetragen[3]. Dieser Hofname hat seinen Ursprung sehr wahrscheinlich im dort nachgewiesenen Salzhandel. Es war das „hällingische“ Salz aus Hallein, das über die Donau mit Treidelzügen nach Straubing transportiert wurde und von dort mit Pferden und Wagen oder Karren ins Umland und nach Böhmen verteilt wurde. Für den Zeitraum von 1615 bis 1759 lässt sich der mündlich überlieferte Fuhrhandel auf diesem Anwesen sicher nachweisen.

1553 ist Thoman Babst[4] auf dem Hof.

Ca. 1570 ist vermutlich Hans Mair[5] Inhaber.

Aus einem Gerichtsstreit geht hervor, dass vor 1609 Hans Haaß auf dem Anwesen war.[6]

1609 bis 1613 ist Michael Hällingmayr mit seiner Ehefrau Anna nachgewiesen.

 

 Haellingmair Besitzer

 

 

Am 7. März 1613 kauft der Salz- und Hopfenhändler Georg Stubenhofer, der etwa 1607 die Wirtstochter Ursula Pichlmayr aus Gschwendt geheiratet hatte, den „ganzen“ Hällingmayer-Hof um die Summe von 900 Gulden von Anna Hällingmayer, Witwe des Bauern Michael Hällingmayer aus Gschwendt.[7] Die Herkunft von Georg Stubenhofer ist leider nicht bekannt, es ist aber davon auszugehen, dass seine Vorfahren aus Stubenhofen bei Stallwang stammen.

 

KO WOLF 2 Hs.Nr. 7 ist der Hällingmayrhof
die Hs.Nr. 9 ist das Wirtshaus, das auch im Eigentum des Georg Stubenhofer war.
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

 

Im Salbuch des Bürgerspitals Straubing von 1630 ist zu lesen, dass zu dem Hof ein Haus, ein Pferdestall, ein Stadel mit einer Tenne und Viehställe gehörten. Im Hofraum befand sich ein Ausnahmhaus mit Balkon. Beschrieben sind auch ein großer Schafstall, ein Hennenkobel sowie ein Brunnen. Alle Gebäude waren gezimmert und befanden sich in gutem Zustand. Vor dem Haus gab es einen befestigten Platz. Teilweise schützte ein Zaun, teilweise boten Planken dem Gehöft Schutz. An Nutztieren sind zwei Pferde, vier Kühe, drei Jungtiere, drei Schweine und 20 Schafe verzeichnet:

 Salbuch 1630

 

 

 

Der Wirt und Handelsmann Georg Stubenhofer aus Gschwendt war dreimal verheiratet. Seine erste Ehefrau Ursula Pichlmayer war die Tochter der Wirtsleute Wolfgang und Elisabeth Pichlmayer in Gschwendt.

 

Die Stubenhofers hielten sich während des 30jährigen Krieges zeitweise in Straubing auf, um Schutz vor den Schweden zu finden. Im Gegenzug mussten Geld und Wertgegenstände abgeführt werden. Georg Stubenhofer aus Gschwendt ist im sog. Ranzion-Register von 1633 (das Verzeichnis der für die von den Schweden 1633 nach der Übergabe der Stadt geforderte Brandschatzung gesammelten Beträge an Geld und Edelmetall) aufgeführt: Georg Stubenhofer, Wirt zu Gschwendt, 46 fl.
Im Jahr 1634 herrschte in der Stadt Straubing die Pest. Eventuell ist auch Georg Stubenhofers erste Ehefrau Ursula an dieser Seuche gestorben.

 

Die Familie Stubenhofer war sehr wohlhabend. Das Salbuch des Bürgerspitals in Straubing verzeichnet an Grundbesitz neben dem genannten Hof die „Tafern“, die Schneidersölde, den Thurmayrhof, das Lohaus mit Krämergerechtigkeit, das Khellerhäusl, vier Weiher, sowie Bach- und Fischwasser.

Die zweite Ehefrau Eva Fläckl, Tochter der Bauerseheleute Wolfgang und Elisabeth Fläckl in Rotham, bringt die Mühle in Wolferszell mit dem benachbarten Erbrechtshof, das Schankrecht und das Bäckerrecht mit in die Ehe. Eva war in erster Ehe mit dem Müller, Wirt und Bäcker Melchior Grimm verheiratet. Ihr zweiter Ehemann war der Müller Vitus Pichlmayr in Wolferszell. Als dritter Ehemann folgt Georg Stubenhofer. Georg und Eva Stubenhofer waren mit Abstand die reichsten Bauerseheleute in der Gegend.

Als Eva Stubenhofer 1647 stirbt, folgt Margaretha, die mehr als 40 Jahre jünger war als ihr Ehemann, als dritte Gattin. Dass diese Verbindung keine gute Entscheidung war, belegt eine Rechnung des Gschwendter Gerichts aus dem Jahr 1651.[8] Margaretha musste mit 30 Gulden eine sehr hohe Strafe zahlen, weil sie ein Verhältnis mit dem Ehemann ihrer Stieftochter Ursula, der Tochter ihres Ehemannes aus dessen erster Ehe, hatte.

 

Aus den drei Ehen des Georg Stubenhofer gehen sieben bekannte Kinder hervor, jedoch erleben nur die fünf Kinder aus erster Ehe das Erwachsenenalter:
- Georg, der Ältere (1608-1687), übernimmt den Hällingmayrhof vom Vater
- Johann (+ um1654) heiratet die Wirtstochter Barbara Bergmaier und übernimmt mit ihr das Wirtshaus in Münster von den Schwiegereltern
- Ursula (*ca. 1614) heiratet in erster Ehe Georg Rosenhamer (+1664), Wirt in Ascha und in zweiter Ehe am 26.01.1665 den reichen Witwer und Handelsmann Christopher Wagner (1602-1672), Stifter der Kirche St. Christopherus in Gschwendt
- Georg, der Jüngere (1617-1682) heiratet 1643 die Bauerstochter Walburga Frankl von Wolferszell. Er ist ebenfalls Hopfenhändler und zunächst Bauer in Wolferszell Nr. 15, dann in Nr. 12 und schließlich Söldner in Gschwendt Nr. 1
- Thomas Georg (+1677), übernimmt das elterliche Wirtshaus in Gschwendt


Stubenhofer Georg 1

 

Sohn Georg der Ältere heiratet 1640 Rosina Krieger aus Konzell. Bevor er ca. 1661 den Hällingmayrhof in Gschwendt übernimmt, war Georg Wirt in Wolferszell, Agendorf und Loitzendorf. Als einträgliches Nebengewerbe betreibt er wie sein Vater Salz- und Hopfenhandel. 1670 ist Georg Stubenhofer bei der „Corporus Christi Bruderschaft“ in Steinach unter den „Consultores“, die sich aus einigen wohlhabenden Herren zusammensetzten, als „der ersame und bescheidene Georg Stubenhofer Paur und Handelsmann zu Gschwendt“ genannt. 

 

Von den zwölf Kindern aus der Ehe des Georg Stubenhofer und der Rosina Krieger ist Sohn Adam als Bauer in Höfling und Rogendorf erwähnt, bevor er den elterlichen Hof in Gschwendt ca. 1688 zusammen mit seiner Ehefrau Anna, geb. Willmayr, übernimmt.

Kinder:
- Ursula *1641
- Adam, Hoferbe
- Georg (*1650), Weber in Felling
- Rosina (1654-1738) heiratet 1680 den Bauern Bartholomäus Wirth (1662-1702) aus Gschwendt Nr. 17 und in 2. Ehe 1703 den Bauerssohn Michael Hilmer aus Altenhof
- Johann Baptist (1654-1695) heiratet 1683 die Bauerstochter Maria Pösl (*1660) aus Oberniedersteinach Nr. 8 und lässt sich als Hafner in Falkenfels nieder.
- Michael (1656-1687) bleibt ledig
- Maria (*1659)
- Georg Adam (1661-1675) stirbt mit 14 Jahren
- Johann (*1663) heiratet 1688 Walburga Träxl und wird als Söldner und Kramer in Ascha sesshaft.
- Walburga (*1666)

Aus der Ehe von Adam und Anna Stubenhofer gehen sechs Kinder hervor, von denen fünf das Erwachsenalter erreichen:
- Johann (1667-1695), bleibt ledig
- Benedikt (*1669), Bauer in Frommried
- Georg (1670-1733), Hoferbe
- Vitus (1677-1747), heiratet 1706 die Wirtstochter Maria  Pielmeier aus Roßhaupten und übernimmt das Wirtshaus der Schwiegereltern
- Rosina (1682-1752) heiratet 1702 den Müller Georg Hallmayr aus Gschwendt

 Stubenhofer Adam

 

Nach 1702 folgt deren Sohn Georg Stubenhofer, er nahm am 05.10.1699 in Steinach Barbara Söldner aus Bärnzell zur Frau.
Neun Kinder werden in der Ehe geboren, von denen drei im Kindsalter sterben:
- Johann (1701-1733) heiratet 1728 die Halbbauerstochter Anna Maria Deblinger aus Steinach Nr. 27 und wird dort Bauer
- Simon (1702-1742), Hoferbe
- Peter (*1706)
- Michael (1707-1746) heiratet 1736 die Bauerstochter Maria Zeindlmayer aus Agendorf und macht sich als Bauer in Hof bei Stallwang ansässig.
- Christoph (*1709)
- Anna Barbara (*1720)

 

1734 heiratet Sohn Simon die Wirtstochter Katharina Walchshauser aus Zinzenzell und führt mit ihr das Anwesen. Das Paar hatte drei Kinder, von denen jedoch nur der älteste Sohn Michael überlebt. Simon Stubenhofer ist 1742 mit nur 39 Jahren gestorben. Seine Witwe Katharina heiratet im selben Jahr Daniel Löffler aus Thurasdorf, mit dem sie weitere vier Kinder hatte:
- Matthias Löffler (1744-1773), Bauer in Wolferszell Nr. 15
- Anna Maria Löffler (*1746), heiratet 1774 den Halbbauerssohn Johann Geiger aus Agendorf Nr. 41. Beide machen sich in Furth sesshaft.
- Maria Löffler (*1749) heiratet 1778 den Bauern Johann Georg Söldner aus Bärnzell 
- Josef Löffler (*1753)

 

Zu dieser Zeit wurden auf dem Hof noch immer Handelsreisen nach Böhmen unternommen. Daniel Löffler ist 1743[9] und 1759 als Fuhrmann, der nach Böhmen reist, erwähnt[10].

Löffler war laut diversen Gerichtsprotokollen ein rauer Geselle, der nicht nur mit Männern körperliche Auseinandersetzungen hatte, sondern auch zu Frauen äußerst gewaltsam war, wie beispielsweise 1754 im Gschwendter Gericht dokumentiert ist:  
„Vorkommen den 31. Dezember 1754: Ursula Seidlin lediges Dienstmönsch von Herrnfehlburg hat Daniel Löffler Paur zu Gschwendt von darumben anheut zur Klage citiern lassen, weillen derselbe sie dergestalten mit Schlägen traktiert, dass die Armb und Füss groß verschwollen, dann blau und blutmahlig unterlaufen gewesen.“[11]

 Stubenhofer Simon

 

 

Nach dem Tod von Daniel Löffler übernimmt  1764 Johann Michael Stubenhofer als einzig überlebendes Kind von Simon Stubenhofer den Hof. Seine Ehefrau Regina war die Tochter von Georg Brandstetter, Bauer in Bruckhof bei Haselbach und seiner Frau Anna Maria, geb. Lanzinger aus Machtenhof bei Rattiszell.

Sieben Kindern schenken Michael Stubenhofer und seine Frau Regina das Leben, von denen jedoch nur zwei überleben:
- Jakob, der Hoferbe
- Mathias (*1770) wird Weißgerber in Straubing

 

1792 übergeben sie an den ältesten Sohn Jakob, der am 17.07.1798 Maria Katharina Foidl, Tochter der Bauerseheleute Martin und Anna Maria Foidl aus Agendorf, heiratet und mit ihr sechs Kinder hat:
- Magdalena (*1799) verh. Gmeinweiser, Gärtlerin in Straubing
- Martin (*1801) heiratet 1829 Maria Pellkofer vom Thanhof und wird Bauer in Thurnhof bei Parkstetten
- Anna Maria * (*1803) heiratet den Bauern Johann Wolf vom Sackhof, beide verkaufen 1831 den Sackhof und ziehen nach Haidenkofen b. Wallersdorf
- Theresia (*1805) heiratet 1829 den Bauern Georg Pellkofer (1809.1837) vom Hörmannsberg und 1838 in 2. Ehe Joseph Sagstetter (*1803) von Obermenach. Sie ist Bäuerin auf dem Hörmannsberg.
- Joseph (1808-1884), Hoferbe
- Katharina (*1810-1883) heiratet 1839 den Bauern Johann Ebner (1812-1881) vom Sackhof. 1850 verkaufen auch sie den Sackhof und ziehen nach Haader bei Laberweinting.

Jakob Stubenhofer baute im Jahr 1800 ein Wohnhaus mit Stallungen. Folgende Aufschrift war auf einer Tafel am Haus angebracht:

 

"Jakob Stubenhofer bin ich genannt.
Ich hab gebaut, Gott sei´s gedankt.
Von ehrlichen Eltern bin ich geboren
und von ihnen christlich aufgezogen,
bin Besitzer meines Vaterhauses geworden."

 landstorfer 1910

aufgenommen 1942

 landstorfer hof 1970

 Das Bild aus den 1970er Jahren  und die Aufnahme von 1942  zeigen das im Jahr 1800 von Jakob Stubenhofer erbaute Haus. 1977 wurde das Haus abgerissen.

 

 

 

1831 übernimmt Sohn Joseph Stubenhofer den Hof um 3500 Gulden von der Mutter Katharina. Joseph ist dreimal verheiratet. Seine erste Ehe geht er am 25.07.1831 in Steinach mit Theres Hilmer, Tochter von Wolfgang und Theres Hilmer aus Wiesenzell, ein. Theres, die fünf Kinder zur Welt bringt, stirbt 1838 mit nur 36 Jahren.
Von den fünf Kindern erreicht nur Sohn Michael (1833-1902) das Erwachsenenalter. Er bleibt unverheiratet. Er vermachte der Kirche von Gschwendt 1000 Gulden und läßt sie auch renovieren.

Der Witwer Joseph Stubenhofer heiratet im selben Jahr Katharina Hiegeist, Tochter von Franz Paul Hiegeist und Theresia Lehner aus Hoerabach. Katharina überlebt 1848 mit 35 Jahren ihre sechste Geburt nicht und nimmt das Kind mit ins Grab. Von den fünf vorher geborenen Kindern überleben nur drei:
- Katharina (1839-1866) heiratet 1858 den Bauern Michael Rothamer aus Rotham
- Karolina (*1840) heiratet 1865 den Bauern Josef Straßmayer aus Hagnberg
- Joseph (1845-1906) wird Hoferbe in Gschwendt

 

Am 21.05.1851 geht Joseph die Ehe mit Anna Maria Hiegeist, der Schwester seiner zweiten Ehefrau Katharina ein. Obwohl keine Blutsverwandtschaft mit seiner Schwägerin besteht, musste Joseph für die Genehmigung dieser Ehe ein Gesuch beim Pfarrer, der es dann bis zum Bischof bringt, einreichen:

 

Dispens 1851

 

Von den sechs Kindern der dritten Ehe überlebt nur Sohn Wolfgang (*1853), der später Gastwirt in Moosbach bei Prackenbach wird.

 

 

 Todesanzeige Stubenhofer Maria

Straubinger Tagblatt 1873, Todesanzeige der dritten Ehefrau Anna Maria Stubenhofer, geb. Hiegeist

 

 

 

 

1874 wird Sohn Joseph aus der zweiten Ehe mit Katharina Hiegeist Nachfolger auf dem Bauernanwesen in Gschwendt. Er ist zweimal verheiratet. Am 27.11.1874 nimmt er Maria, die Tochter des Bauern Joseph Zollner aus Denkzell und seiner Frau Barbara, geb. Schollerer, zur Gattin.

Aus dieser Ehe gehen sechs Töchter hervor. Die letzten beiden Mädchen sind Zwillinge und sterben. Auch Maria stirbt nach der Geburt, weil die Hebamme nur eines der Mädchen zur Welt bringt und nicht erkennt, dass die arme Frau Zwillinge erwartet. Die Frau stirbt nach drei Tagen mit dem zweiten Kind im Bauch.
- Theresia (1875-1902) heiratet 1895 den Bauern Joseph Niemair aus Unterniedersteinach Nr. 5  
- Anna (*1877) heiratet den Schlossbrauereibesitzer Adolf Schauer aus Sattelpeilnstein
- Maria (*1878) heiratet den Bauern Johann Binder aus Ried bei Stallwang
- Helena (*1881) heiratet den Bauern Georg Thanner aus Machtenhof

 stubenhofer josef maria

Joseph Stubenhofer mit seiner ersten Ehefrau Maria, geb. Zollner (1874)

 

Joseph Stubenhofer ist auch Bürgermeister in Gschwendt.

 

 stubenofer maedchen

Die Töchter aus erster Ehe des Joseph Stubenhofer mit Maria: Theresia, Anna, Maria und Helena

 

Am 07.10.1884 heiratet der Wittwer Katharina Baier, Tochter des Söldners Anton Baier aus Schwarzholz bei Steinach/Rotham und seiner Frau Anna, geb. Niemeier aus Unterniedersteinach.  
Von den vier Kindern aus der Ehe mit Katharina sterben zwei im Babyalter, Sohn Joseph fällt im ersten Weltkrieg, nur Tochter Katharina überlebt.

 

stubenhofer familie

Joseph Stubenhofer und seine zweite Ehefrau Katharina, geb. Baier mit den vier Töchtern aus erster Ehe.
v. l.: Maria, Anna, Theresia, Helena,
aufgenommen wahrscheinlich zwischen 1895 und 1898

 

stubenhofer josefGedenktafel für Joseph Stubenhofer in der Kirche St. Christopher in Gschwendt

 

 Stubenhofer Josef

Am 14.11.1917 geht Katharina Stubenhofer die Ehe mit Peter Landstorfer aus Trudendorf bei Bogen ein. Peter ist Sohn der Bauerseheleute Franz Xaver und Kreszenz Landstorfer, letztere eine geborene Karl aus Rammersberg.

 

 landstorfer stubenhofer

 Peter Landstorfer und Katharina Stubenhofer
aufgenommen 1917

 

 

landstorferhof 1920

 Der Landstorfer-Hof in den 1920er Jahren.

 

 

 

 

[1] Stadtarchiv Straubing, Salbuch fol. 864-870; vgl. Urkundenbuch Straubing, Nr. 356, S. 280.
[2] Solleder, Fridolin: Urkundenbuch der Stadt Straubing, 1911-1918, S. 280, Urkunde 356.
[3] Vgl. Laschinger Johannes: Geschichte der Spitalstiftungen in Straubing, in: JHVS 87 (1985), Straubing 1986, S. 244, Vgl. auch Stadtarchiv Straubing, Salbuch 1630, fol. 654
[4] StA Landshut, Rentkastenamt Straubing B157, Sal- und Stiftbuch der St. Michaels-Pfarrkirche in Steinach mit Abschriften der Kaufbriefe, fol. 8.
[5] Spitalrechnung ca. 1570, aufgrund der Besitzgült und Beschreibungen ziemlich sicher, dass Hans Mair auf diesem Anwesen war (Wiesgült, Khünbach)
[6] 1609-1611,1620: Das Kollegiatstift zur Alten Kapelle in Regensburg gegen das Spital Straubing wegen strittiger Grundherrschaft über zwei Sölden in der Hofmark Gschwendt
[7] Vgl. Stadtarchiv Straubing, Salbuch 1630 von Gschwendt, fol. 654.
[8] Stadtarchiv Straubing, Rechnung Bürgerspital 1651
[9] StALa, Kommunalarchive, Rep. 219, Verhörsprotokoll der Straubinger Spitalh0fmark, fol. 6‘
[10] BZAR, Pfarrakten Steinach, Nr. 34
[11] StALa, Kommunalarchive (Rep. 219) 1609, fol 67