Ausbruch aus der Bruckmühle Hs.Nr. 46 1/3
heute Kinsachweg 7
von Claudia Heigl
aufgenommen 2018
links im Hintergrund die Bruckmühle
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Claudia Heigl
Nachdem Johann Georg Fischl 1829 die Bruckmühle verkauft hatte, behielt er drei Grundstücke zurück und errichtete darauf ein Wohnhaus, sodass ein neues Anwesen entstand, das die Hausnummer 46 1/3 erhielt.
Das Ehepaar hatte sechs Kinder von denen drei im Kindsalter starben:
- Therese (*1812)
- Johann Georg (1815-1860), Hoferbe
- Johann Baptist (1818-1874) heiratete 1861 in Steinach die Söldnerstochter Maria Wartner von Scheibelsgrub und wurde in Au bei Ascha ansässig.

Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Hier war das neue Anwesen noch nicht eingezeichnet. Die drei rot makierten Felder, behielt sich der Bruckmüller beim Verkauf zurück.
Quelle: Bay. Vermessungverwaltung München, Bayernatlas
1843 übernahm Sohn Johann Georg das kleine Anwesen. Er heiratete Anna Maria Bogner, Bauerstochter aus Steinach Hs.Nr. 27.
Aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor, von denen zwei im Kindsalter starben:
- Katharina (1846-1920), Hoferbin
- Helena (1851-1929) heiratete 1894 den Gütler Martin Urban von Steinach Nr. 69 ½
- Anna Maria (*1854)
- Kreszenz (*1858)
Nach seinem Tod ging die Witwe 1861 eine zweite Ehe mit Joseph Raith aus Ittling ein.
Im Jahr 1881 gelangte der Besitz an Katharina Fischl, der ältesten Tochter aus erster Ehe, und ihren Ehemann Xaver Buchs.
1911 übernahm deren Tochter Anna den fünf Tagwerk großen Besitz. Sie heiratete Karl Schambeck, einen Gütlerssohn aus Zinzenzell.
Zwei Mädchen werden geboren und ein Sohn, der im 2. Weltkrieg gefallen ist.
1943 folgte Tochter Rosa als Besitzerin. Sie heiratete Josef Grauvogel aus Wackersdorf; die Ehe blieb kinderlos. 1961 verkaufte Rosa das Anwesen an Johann Brunner und seine Frau Irmina, geborene Zink, aus Niederpiebing.
Anschließend erwarb Frieda Hirsch aus Hinterbuchberg bei Mitterfels das Anwesen.
Von ihr kauften es Otto und Angela Schmid aus Aiterhofen.
Inzwischen hat das Anwesen erneut den Besitzer gewechselt.

aufgenommen 2010
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte
Quellen:
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft zum Grundsteuerkataster von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
Kulturkreis Josef Schlicht e.V., Jahresheft 1993/94, Ausgabe 2/1994
Veröffentlicht: 07.11.2026
Das Hermsdörfer-Anwesen Hs.Nr. 70 1/2
heute Hafnerstraße 17
von Claudia Heigl
1877 erwerben Rupert Schuster und seine Ehefrau Anna geb. Högerl, ein Grundstück von Rupert’s Vater und errichtet mit seiner Ehefrau Anna darauf ein Haus.
Das Ehepaar hatte bereits 1875 geheiratet.
Rupert, übt wie sein Vater, das Schusterhandwerk aus.

Das Grundstück gehörte ursprünglich zum Schuster-Hof (heute Dietl) Hs.Nr. 70
Quelle: Vermessungsamt Straubing, Ortskarte Steinach Nr. 187c
Das Ehepaar hat vier Kinder:
- Rupert (1879 – 1953), Gütler in Wolferszell Nr. 20
- Karl (1880-1961), Maurer auf der Spek
- Maria (1889-1941) heiratet 1920 in Steinach Franz Xaver Dengler von Parkstetten. Beide ziehen nach Straubing
- Rosina (1893-1984), Hoferbin
Die jüngste Tochter Rosina übernimmt 1930 das Anwesen und heiratet Joseph Drexler (Drechsler) von Willerszell, der als Schreiner arbeitet.

Rupert und Anna Schuster mit ihrem Schwiegersohn Joseph Drexler
aufgenommen 1932
Bild: Franz Dengler, Salching

später wurde das Haus aufgestockt
(rechts vom Haus der ursprüngliche Schuster-Hof, später Kirmer, heute Dietl)
aufgenommen Oktober 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram

Straubinger Tagblatt vom 15.03.1971
Deren Tochter Anna erbt das Gütl und heiratet Heinz Hermsdörfer.
Weitere Quellen:
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
veröffentlicht am 29.10.2026
Das Hien-Anwesen Hs.Nr. 68
1623: Neues Häusl am Tanberg / 1641: Wolfen Fuchs Häusl am Tanberg - 1699: Söldenhäusl – 1760: 1/16 Wolfen Häusl - 1808: Hs.Nr. 15 Schuster Fuchsen Hof - ab 1838: Hs.Nr. 68
heute Hafnerstr. 12
von Claudia Heigl
Dieses Haus dürfte erst Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut worden sein. 1583 wird es noch nicht aufgeführt.

In der Uraufnahme von 1827 wurde das Anwesen mit der Nr. 69 eintragen.
1838 im Grundsteuerkataster hatte es die Hs.Nr. 68
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
In der Aufstellung der Hofmark Steinach von 1623 wird es als „Neues Häusl“ bezeichnet, auf der Wolfgang und Walburga Fuchs das Leibrecht haben. Hier wird Wolfgang als „Weber am Tanberg“ bezeichnet.1
Das Haus hat einen Wert von 4 Pfund Regenburger Pfennige.2
1641 besitzt ein Andreas Eglhover mit seiner Stieftochter Maria das Leibrecht auf dem „Wolfen Fuchs Häusl am Tanberg“.3
16914 und 16995 hat ein Marx (Markus) Fuchs Leibrecht auf dem Söldenhäusl, das mit 5 Pfund Regensburger Pfennige bewertet wird.
Markus Fuchs ist mit hoher Wahrscheinlichkeit identisch mit dem Sohn des Jakob und Barbara Fuchs vom Nachbaranwesen Hs.Nr. 64.6 Er übt das Schusterhandwerk aus.
Von ihm und seiner Ehefrau Eva werden neun Kinder in Steinach getauft:
- Katharina (1677-1740) heiratet 1701 den Söldner Markus Aichinger von Steinach Nr. 56
- Barbara (*1679)
- Magdalena (*1682)
- Maria (*1685)
- Mathias (*1687), Hoferbe
- Ursula (*+ 1689)
- Anna (*1693) heiratet 1733 Anton Mayr von Reinhartshofen, der als Hafner in Steinach bezeichnet wird.
- Margaretha (*1693)
- Georg (*1696)
Sohn Mathias übernimmt 1711 den Hof und heiratet Maria Haiberger von Gschwendt.
Sieben Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Christoph (*1711)
- Simon (*+ 1714)
- Maria (*+1716)
- Maria (*1718)
- Mathias (*1721)
- Johann Georg (*1723)
- Johann (*1726)
1745 übernimmt Sohn Johann Georg Fuchs an Anwesen, der wie sein Vater, auch als Schuster tätig ist.
Seine Ehefrau wird Maria Walburga Wolf vom Helmberg.
Sie bringt sechs Kinder zur Welt:
- Lorenz (*+1747)
- Johann Nepomuk (1749-1816), Hoferbe
- Simon (*1751)
- Sebastian (*1757) heiratet 1783 in Steinach die Bauerstochter Maria Katharina Hartberger von Steinach Nr. 24
- Joseph (*1762)
- Anna Maria (*1765)

Ihnen folgt 1775 Sohn Johann Nepomuk, der die Müllerstochter Anna Maria Schlierff von der Aichmühl zur Ehefrau nimmt.
Nach dem Tod der Ehefrau heiratet der Witwer erneut die Steinacher Kufnerstochter Anna Theresia Haindl von Steinach Nr. 42.
Tochter Anna Maria übernimmt 1814 das elterliche Anwesen und heiratet den Zimmermann Jakob Bachmair von Steinach Nr. 48.
Elf Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen nur vier das Erwachsenenalter erreichen:
- Georg (1815-1858), Hoferbe
- Anna Maria (1822-1870) heiratet 1842 in Steinach Martin Zächl von Münster und wird mit ihm in Steinach Nr. 48 sesshaft.
- Theresia (*1824)
- Katharina (*1830)

Sohn Georg übernimmt 1855 das Anwesen und ist ebenfalls als Zimmermann tätig. Er vermählt sich mit der Söldnertochter Katharina Laumer von Grand.
Als Georg 1858 als Nierenkrebs stirbt, geht die Witwe eine Ehe mit dem Weberssohn Wolfgang Weichselgartner von Wolferszell ein.
1892 übernehmen Katharina Laumer, eine Nichte der o.g. Katharina Laumer, und ihr Ehemann Ludwig Kellner das Anwesen. Die unehelich geborene Katharina dürfte bei ihrer Tante als Pflegetochter aufgewachsen sein.

Am 08.02.1898 erwerben der Schuhmacher Johann Kirmer und seine Ehefrau Franziska, geb. Wanninger das Anwesen von Ludwig und Katharina Kellner. Ihr bisheriges Haus, das ehemalige Sachenbacher-Anwesen Hs.Nr. 49, veräußern sie an Joseph und Franziska Zeindlmeier.
Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Rosina (*1885)
- Maria (*1887)
- Franziska (*1889)
- Sofie (1893-1960) heiratet 1920 den Gemeindesekretär Ludwig Handwerker
- Cäcilia (*1895)
- Johann (1898-1981), Hoferbe
Das Kirmer-Anwesen aufgenommen ca. 1930
Bild: Familie Hien, Steinach
Sohn Johann , der ebenfalls als Schuster tätig ist, übernimmt 1925 das Anwesen und heiratet die Bauerstochter Karolina Foidl von Wolferszell Nr. 22 ½.
Das Ehepaar hat vier Kinder:
- Johann (1925-2012)
- Maximilian (1926-2001)
- Maria (1928-1987)
- Josef (*1931)


Johann und Karolina Kirmer mit ihren Kindern
Maria, Josef, Johann und Maximilian
aufgenommen 1943
Bild: Familie Hien, Steinach
Tochter Maria übernimmt den Hof und heiratet Adolf Hien von Steinach Nr. 30.

Das Kirmer/Hien- Anwesen aufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach
1 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
2 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
3 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
6 Da der Heiratseintrag von Markus und seiner Ehefrau Eva im Kirchenbuch von Steinach fehlen, kann dies nur vermutet werden. Allerdings gab es zu diese Zeit nur eine Taufe eines Markus Fuchs in Steinach, die hier auch passen würde.
Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
veröffentlicht am 29.10.2026
Das Dietl-Anwesen Hs.Nr. 70
ab 1838 Hs.Nr. 70
heute Hafnerstraße 16
von Claudia Heigl
Am 5. November 1806 haben Philipp Kirchberger und Katharina Kaindl vom Hofmarksherrn in Steinach, Felix Graf von Zech von Lobming, die Lizenz für die Ansässigmachung und die Heirat bekommen.
Katharina brachte ein Vermögen von 95 Gulden und ihr künftiger Ehemann von 200 Gulden mit in die Ehe. Zudem hatte Katharina Kaindl eine Zulassung als approbierte und examinierte Hebamme und eine Zulassung „ihre Kunst in der Nähe von Steinach ausüben zu dürfen, wohin sie berufen wurde.“ 1
Da in Steinach eine Hebamme benötigt wurde, stellte die Gemeinde dem jungen Paar einen kostenlosen Grund zur Verfügung, auf dem sie ca. 1808 ein kleines Häuschen errichten konnten. Siehe hierzu auch "Hebammen in Steinach".
Den weiteren Grund Fl.Nr. 268 hat Philipp Kirchberger am 08.08.1830 von Johann Förg (Bergbauern-Hof Hs.Nr. 24) um 115 Gulden erkauft.

Das Haus erhielt die Hs.Nr. 70
Uraufnahme aus dem Jahre 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas
Das Ehepaar hat drei Kinder, von denen ein Kind bereits als Säugling stirbt:
- Anna Maria (1808-1864)
- Johann Evangelist (*+1810)
- Katharina (1813-1835) wird mit 22 Jahren bei einem Einsturz einer Schüttgrube auf dem Berghof getötet.

Die älteste Tochter Anna Maria übernimmt 1836 das Hebammen-Amt von der Mutter in Steinach. Wahrscheinlich war die jüngste Tochter Katharina hierfür vorgesehen, aber durch deren frühen Tod zog Anna Maria mit ihrem Ehemann Johann Georg Schuster wieder nach Steinach.
Die Schuster-Familie lebte vorher in Windberg und Waidholz.
Sie haben insgesamt 14 Kinder, von denen drei im Kindsalter sterben):
- Katharina (*1831 in Windberg)
- Joseph (1832-1914), Hoferbe
- Johann Georg (*1833 in Windberg)
- Franz Xaver (*+ 1835 in Waidholz)
- Franz Xaver (*1836)
- Anna Maria (*1838)
- Anton (*+1840)
- Helena (1841-1886), heiratet 1869 Joseph Ring von Steinach Nr. 69 und ist als Hebamme in Steinach tätig.
- Johanna (*1843)
- Alois (*1845)
- Karolina (*1847)
- Rupert (1849-1935), Schuster in Steinach Nr. 70 1/2
- Johann Baptist (*+1851)
- Anton (1853-1854)
Neben dem Haus befand sich der Löschweiher des oberen Dorfes.
Am 09.09.1858 erwirbt Johann Georg Schuster von der Gemeinde dieses Nachbar-Grundstück Nr. 25 (mit Weiher). Der Weiher wird später aufgefüllt.
Sohn Joseph übernimmt 1866 das Anwesen vom Vater. Zwei Jahre später heiratet er die Häuslerstochter Maria Feldmann von Pillnach.

Das Kirmer-Anwesen, heute Dietl aufgenommen 1940
Bild: Familie Dietl, Steinach
Die einzige Tochter Maria übernimmt das elterliche Anwesen und heiratet 1896 Franz Xaver Kirmer von Rattiszell.
Aus der Ehe gehen sechs Kinder hervor:
- Helene (*1897) heiratet in Münster 1930 Josef Vogl, Landwirt in Münster Nr. 65
- Therese (*1898)
- Xaver (*1900)
- Ludwig (*1903)
- Alois (1905-1987), Dr. BGR Ivo Kirmer, Pater in Schweiklberg (Primiz am 30.03.1932 in Steinach)
- Joseph (1909-1945), Hoferbe

Primiz von Pater Ivo Kirmer am 30.03.1932 in Steinach
stehend v.l. Helene (Schwester) mit Ehemann Josef vogl, ?, ?, ?, Pater Ivo Kirmer, ?, ?, Josef (Bruder)
sitzend v.l. ?, Maria Kirmer (Mutter) ?, Franz Xaver Kirmer (Vater)
Bild: Familie Dietl, Steinach
1936 übernimmt Sohn Joseph Kirmer den Hof und nimmt die Bauerstochter Magdalena Buchner von Oberast zur Ehefrau.

Hochzeit am 25.08.1936
Josef Kirmer und Magdalena Buchner
Bild: Familie Dietl, Steinach
Sechs Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen eines als Säugling stirbt.
Am 10.02.1945 fällt der 35-jährige Familienvater im Krieg und die Mutter zieht ihre fünf Kinder alleine groß.

1961 übernimmt Tochter Magdalena den Hof und heiratet Johann Dietl von Münster Nr. 62.
1 Pfarrarchiv Steinach, Heiratserlaubnis 1806
Weitere Quellen:
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10587, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 66-Ende, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
veröffentlicht am 29.10.2026
Haus Nr. 20 „Nebenhaus“ des Jägerhofes in Wolferszell
heute Mühlenweg 4
von Claudia Heigl
Bei diesem Anwesen handelt es sich um das ehemalige Nebenhaus des sogenannten Jägerhofes (später Schuhbauer) in Wolferszell.
Als der Bauer Michael Hartberger im Jahr 1834 den Jägerhof an Mathias Zollner verkauft, veräußert er das Nebenhaus mit etwas Grundbesitz separat an den Wolferszeller Kramer Joseph Wiesmüller.

Der Jägerhof hatte ab 1838 die Hs.Nr. 19, das Nebenhaus erhielt die Hs.Nr. 20
Uraufnahme aus dem Jahr 1827
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

Wiesmüller verkauft es mit 11 Tagwerk Grund am 1855 wieder an den Nachbarn Mathias Zollner. Damit kommen die Grundstücke wieder zum Jägerhof hinzu.

Das Haus aufgenommen 1960
Bild: Familie Thomas, Wolferszell
Bei der Versteigerung des Jägerhofes am 04.05.1868 wird das Nebenhaus erneut separat versteigert.
Alois Stegbauer, Inwohnerssohn von Niedersteinach, erhält mit einem Meistgebot von 605 Gulden den Zuschlag.
Am 29.10.1870 verkauft er das Haus an seine Schwester Maria, die mit dem Schneiderssohn Xaver Freundorfer verheiratet ist. Xaver arbeitet, wie bereits sein Vater, als Schneider und stirbt am 07.08.1901 im Alter von 66 Jahren an einer Magenverhärtung.

Nach dem Tod von Xaver Freundorfer verkauft die Witwe Maria Freundorfer 1907 das Haus an Rupert und Franziska Schuster und zieht mit ihrem Schwiegersohn Alois Grüneisl in das „Müllergut“ Hs.Nr. 16. Dort stirbt sie im Alter von 77 Jahren am 02.01.1915 an Altersschwäche.
Rupert Schuster stammt von Steinach und ist als Baumann im Schlossgut Steinach tätig.
Aus der Ehe mit der Gütlerstochter Franziska Renner von Geraszell gehen 14 Kinder hervor.
Darunter befindet sich eine seltene Drillingsgeburt, bei der alle drei Kinder die Geburt überleben:
- Jakob (*1901)
- Rupert (1905-1943)
- Karl (*1906)
- Ludwig (*1907)
- Otto (*1908)
- Maria (*1909)
- Xaver (*1911)
- Franziska (*1913)
- Karolina (*+1915), stirbt mit zwei Monaten
- Josef (*1916)
- Maximilian (*+1918) stirbt mit neun Tagen
- Lorenz (1919-1920), Drillingskind stirbt mit vier Monaten an Brustkatharr
- Stephan (1919-2003), Drillingskind, Landwirt in Steinach Nr. 87
- Johann (1919-1941), Drillingskind
Nach dem Tod seiner 40jährigen Ehefrau heiratet der Witwer die Kramerstochter Katharina Landstorfer von Zinzenzell.
Aus der Ehe gehen nochmals fünf Kinder hervor, die alle das Erwachsenenalter erreichen:
- Katharina (1923-1999), Hoferbin
- Rosa (*1925)
- Max (*1927)
- Alfons (*1932)
- Maria Anna (*1939)

Das Anwesen übernimmt schließlich im Jahr 1956 die Tochter Katharina, die mit Otto Thomas verheiratet ist.

Später wurde das alte Wohnhaus aufgestockt.
aufgenommen 1983
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram
Quellen:
Rentamt Straubing B139, Umschreibbuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster Wolferszell 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokoll der Steuergemeinde Agendorf von 1836
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9932, Umschreibeheft von Agendorf 1843 - 1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9935 Umschreibeheft von Agendorf 1859 - 1894
StA Landshut, Grundsteuerkataster 9939 Umschreibeheft von Agendorf 1894 - 1960
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach
veröffenlticht: 07.10.2026
