Das Stegbauer-Anwesen  Hs.Nr. 63

 

1583/1623: Die andere Bramsensölde – 1641: Vilsersölde – 1691/1699: Häusl -

1760: Pöck Häusl – 1808: Ränzinger Hof Hof Hs.Nr. 12 – ab 1838 Hs.Nr. 63

 

heute Hafnerstraße 5

 

von Claudia Heigl

 

Auch auf diesem Anwesen waren hier ursprünglich Hafner ansässig. Im Jahr 1583 besitzen die Erben des Wolfgang Brams sel. das Anwesen auf Freistift.
Sie entrichtet eine Gilt von 5 Schilling Regensburger Pfennig und zahlt . wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von  5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

 

Auch auf dem Nachbaranwesen (heute Hafnerstr. 6, Echinger) lebt eine Hafnersfamilie Brams.
Im Salbuch wird dieses Anwesen daher als „die andere Bramsensölde“ bezeichnet, während das Nachbaranwesen als „die eine Bramsensölde“ geführt wird.

 

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Auf der Uraufnahme von 1827 hatte das Anwesen die Hs.Nr. 64
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

1623 ist ein Georg Huber als Hafner auf dem Haus ansässig.2 Das Häusl wird mit 5 Pfund Reg. Pfennige bewertet.3

 

1638 wohnen Markus Wörl und dessen Ehefrau Magdalena, geb. Foidl (ältere Schreibweise Foyerl) in dem Haus. Markus verdient seinen Lebensunterhalt als Schuster.

Er war zuvor in Wolferszell ansässig und wird ab 1638 urkundlich in Steinach erwähnt. Um 1638 hatte er Magdalena Foyerl, Tochter des Georg Foyerl von Mitterfels, geheiratet.4

Laut dem Heiratsvertrag, der erst 26 Jahre später beurkundet wird, bringt Markus zur Eheschließung einen eigenen Acker mit 85 Pfigang in Rothamer Feld gelegen und zwei Kühe mit in die Ehe ein. Davon bleiben dem Sohn Andreas aus erster Ehe noch 15 Gulden mütterliches Erbteil vorbehalten.
Magdalena bringt 30 Gulden Heiratsgut mit in die Ehe.

Im Giltregister aus dem Jahr 1641 wird das Anwesen als „Vilsersölde“ bezeichnet, auf der Marx (ältere Schreibweise von Markus) Wöhrl das Erbrecht besitzt.5

 

Woerl Besitzer

 

Am 3. April 1653 erwerben das Ehepaar den späteren „Grüneisl-Hof“ in Wolferszell Hs.Nr. 5 (heute zusammengelegt mit dem Nachbarhof Kreuzstr. 2, Amberger).6
Vier ihrer Kind sind bekannt
- Andreas heiratet am 22.11.1650 die Steinacher Bauerstochter Maria Magdalena Hitzinger und machte sich als Schuster in Steinach ansässig (Sohn aus erster Ehe).
- Michael (*25.08.1640)  übernimmt den elterlichen Hof
- Margaretha (*14.10.1643) heiratet am 16.08.1666 Wolfgang Schmidbauer einen Witwer und Weber von Agendorf Nr. 39
- Christoph (*12.1645) heiratet am 20.05.1669 die Bauerstochter Barbara Landstorfer. Er ist zunächst Weber in Wolferszell und macht sich dann in Aufroth ansässig.

 

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Das Stegbauer-Anwesen aufgenommen 1986
Bild: Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

Nachfolger auf dem Anwesen werden Johann Wiedenbeck und dessen Ehefrau Anna, geb. Hainzelsperger von Münster Hs.Nr. 14 (heute Chorherrenstr. 4).
Das Paar heiratet 1659 in Steinach; die Herkunft von Johann Wiedenbeck wird dabei nicht mit angegeben. Er übt auf dem Anwesen wieder das Hafnergewerbe aus.

Das Ehepaar hat zwei Töchter:
- Barbara (13.11.1663) heiratet 1689 in Steinach den Tagelöhnerssohn Michael Obermayer von Scheibelsgrub und wird mit ihrem Ehemann in Steinach ansässig.
- Eva (*09.12.1666) Hoferbin

 

1684 übernimmt die jüngere Tochter Eva das Anwesen. Sie heiratet den Tagelöhnerssohn Georg Wiesinger von Sattelpeilstein. Auch Georg übt das Hafnerhandwerk aus. Er gilt als Stammvater der Wiesinger-Hafner in Steinach, Ascha und Wetzelsberg.

 Das Ehepaar bekommt insgesamt neun Kinder:
- Kaspar (1684-1701)
- Georg Gregor (1686-1750) heiratet 1704 Katharina Stangl und 1705 Maria Margaretha Roßbauer. Er lässt sich als Hafner in Ascha nieder.
- Katharina (1689-1719) heiratet 1714 den Schneider und Mesner Mathias Kiefel in Gschwendt.
- Andreas (*1692)
- Andreas (*1695) heiratet 1713 in Ascha Barbara Lanzinger und 1729 Barbara Hausinger, auch er lässt sich als Hafner in Ascha nieder.
- Maria (*1698) heiratet 1723 den Häusler Johann Götz von Steinach
- Bartholomäus (1702-1705)
- Ignaz (1706-1780) Hoferbe
- Markus (*1706) heiratet 1727 in Steinach Eva Seehofer. Zwei Töchter kommen in Steinach zur Welt, dann zieht die Familie weg nach Wetzelsberg. Auch er übt das Hafnerhandwerk aus.

 

1728 übernimmt Ignaz Wiesinger das Hafneranwesen von seinen Eltern. Seine Ehefrau ist die Bauerstochter Walburga Haitzer von Ascha.
Das Ehepaar hat elf Kinder:
- Walburga (*1729) heiratet 1753 in Ascha den Schuster Wolfgang Haitzer
- Maria (1731) als Kind verstorben
- Sebastian (*1734) als Kind verstorben
- Barbara (*1735)
- Anna Maria (*1737)
- Mathias (*1740) als Kind verstorben
- Apollonia (1743-1807) heiratet 1768 den Maurer Simon Nickl von Steinach Nr. 4
- Joseph (*1743) als Kind verstorben
- Mathias (1745-1800) heiratet 1769 in Ascha die Hafnerswitwe Magdalena Seebauer, geb. Miller von Ascha Hs.Nr. 27 und wird dort Hafner
- Joseph (*1748) als Kind verstorben
- Maria Theresia (1752-1803), Hoferbin

 

Wiesinger Besitzer

 

Nachdem der einzig überlebende Sohn Mathias 1769 die Hafnerswitwe Magdalena Seebauer von Ascha heiratet und deren Hafnerwerkstätte übernimmt, fällt das Hafneranwesen in Steinach 1780 an die jüngste Tochter Maria Theresia.

 

Die 28-jährige heiratet den Hafnerssohn Johann Michael Ranzinger von Windorf, der die Hafnerei in Steinach weiterführt.

Das Ehepaar hat sechs Kinder:
- Theresia (*1776)
- Johann Nepomuk (*1782) als Kind verstorben.
- Ignaz (1783-1838), stirbt im Alter von 55 Jahren als lediger Hafnersgeselle in Steinach
- Johann Baptist (1783-ca. 1811) übernimmt 1802 die Hafnerei der Eltern
- Theresia (1787-1849)
- Anna Maria (*1793) erwirbt 1811 mit ihrem Ehemann die Hafnerei von der Schwägerin

 

1802 übernimmt Sohn Johann Baptist die elterliche Hafnerei in Steinach und heiratet die Bauerstochter Theresia Obermayr von Bühl bei Rattiszell.

 

Die Ehe bleibt kinderlos. Johann stirbt offenbar um 1811, denn im September 1811 erwirbt der Hafnerssohn Georg Fuchs von Steinach das Anwesen von dessen Witwe Theresia Ranzinger.
Im Oktober heiratet Georg deren Schwägerin Therese Ranzinger, eine Schwester des verstorbenen Johann Ranzinger.

Ihre verwitwete Schwägerin Theresia heiratet nicht erneut, bleibt in Steinach wohnen und stirbt 1841 im Alter von 61 Jahren.

 

Georg Fuchs ist der Sohn der Hafnerseheleute Vitus Fuchs und Anna Maria geb. Reisinger. Sein Vater Vitus arbeite vermutlich als Geselle bei einem Hafner, da er in Steinach nur als Einwohner geführt wird.

Georg und Theresia Fuchs bekommen insgesamt fünf Kinder:
- Barbara (1812-1859), stirbt mit 46 Jahren unverheiratet an Brustwassersucht. Sie hat einen unehelichen Sohn Ludwig (*1837)
- Theresia (*+1814)
- Anna Maria (*1815) als Kind verstorben
- Joseph (1818-1875) heiratet 1853 in Ascha die Hafnerswitwe Anna Eidenschink, geb. Schuhbauer und übernimmt die Hafnerwerkstätte seiner Ehefrau in Ascha Nr. 27
- Anna (1821-1893) Hoferbin

 

Auch in dieser Generation heiratet der einzige Sohn in eine Hafnerwerkstätte nach Ascha ein.

Die jüngste Tochter Anna übernimmt 1861 das Anwesen und heiratet den benachbarten Schusterssohn Johann Wallner von Steinach Nr. 64.
Das Ehepaar hat nur eine Tochter, die am 09.10.1863 geboren wird, jedoch bereits nach drei Wochen wieder stirbt.

Das Johann Wallner ebenfalls das Schusterhandwerk ausübt, endet mit dem letzten Hafner Georg Fuchs das alte Hafnergewerbe auf diesem Anwesen.

 

 

Ranzinger Besitzer

 

 

Nach dem Tod von Johann Wallner, verkauft die Witwe im Juni 1880 das Anwesen um 3678 Gulden an die Einwohnerstochter Maria Theresia Stegbauer von Niedersteinach.

1889 heiratet Theresia den verwitweten Franz Schießl von Niedersteinach, der von Kleinaign in Eschlkam abstammt. Aus der Ehe gehen keine Kinder hervor.

 

Im Oktober 1911 erbt der hinterbliebene Ehemann Alois Grüneisl, der ebenfalls bereits verstorbenen Nichte Maria Grüneisl, geb. Freundorfer, das Anwesen. Da die Familie Grüneisl in Wolferszell wohnt, veräußert er es noch am gleichen Tag an seinen Bruder Johann Baptist Grüneisl.

 

Besitzer Grneisl Stegbauer

 

 

Johann Grüneisl wohnte vorher mit seiner Ehefrau Therese, geb. Scherer, in dem Häusleranwesen Hs.Nr. 10 (heute Brunnenstr. 2) in Steinach. Seinen Unterhalt verdient er sich als Waldaufseher bei der Firma Schuhbaur und zudem war er 40 Jahre lang Totengräber in Steinach.

Das Ehepaar hat 13 Kinder, von denen sieben im Kindsalter versterben.
Von den sechs überlebenden Kindern lassen sich fünf in Frankfurt a. Main nieder.
- Johann Baptist (*1903)
- Maria (1904-1993), Hoferbin
- Joseph (*1905)
- Therese (*1906)
- Katharina (*1909)
- Alois (*1910)

 

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Therese Grüneisl mit drei ihrer Kinder und der Schwiegermutter Katharina Grüneisl, geb. Vogl.
aufgenommen ca. 1910
Bild: Josef Stegbauer, Steinach



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Das Grüneisl-Haus aufgenommen ca. 1910
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

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Therese Grüneisl, geb. Scherer und Johann Grüneisl
mit zwei ihrer Enkelkinder
aufgenommen ca. 1944
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

  Tochter Maria übernimmt schließlich das Anwesen in Steinach und heiratet 1937 den Bauernsohn Joseph Stegbauer von Maiszell.

 

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Joseph Stegbauer und Maria geb. Grüneisl an ihrem Hochzeitstag am 31.08.1937
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

 

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Das Stegbauer-Anwesen aufgenommen 1950
Bild: Josef Stegbauer, Steinach

 

 

 

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Umbau 1973
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Dias Pfarrer Ludwig Dotzler

 

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P59 II,  fol.234   Heiratsbrief vom 07.03.1663
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
6 StA Landshut, Rentkastenamt Straubing, P55,  fol.89  Consens vom 03.06.1653

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10583, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 56 - Ende, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10586, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1-65, 1906 – 1960
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel der Pfarrei Steinach

 

Stand: 07.02.2026

 

Das Listl-Anwesen  Hs.Nr. 38

 

1583/1623/1641: Steindlsölde – 1691: Hafnerhäusl - 1760: Haaberl Häusl –

1808: Holz Hof Hs.Nr. 3 – ab 1838 Hs.Nr. 38

 

heute Kirchweg 4

 

von Claudia Heigl

 

Bei diesem Anwesen im unteren Dorf handelte es sich um eine der fünf Hafnereien, die nach dem Dreißigjährigen Krieg verschwunden sind.

Im Jahr 1583 besitzt die Hafnerswitwe Margareth Scheibenkrug die „Steindlsölde“ auf Erbrecht.
Sie entrichtet eine Gilt von 1 Pfund 5 Schilling 15 Regensburger Pfennig und zahlt. wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

 

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1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 38
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas

 

1623 besitzt Georg Scheibenkrug die Steindlsölde auf Erbrecht.2 Das Häusl wird mit 7 Pfund Reg. Pfennige bewertet. Vermutlich ist er ein Sohn der vorgenannten Margaretha.
Den Hofbau, also die Felder, hat er aber an den Steinacher Müller Andreas Leimer verkauft, die mit 13 Pfund bewerten werden.3 1583 hatte die Mühle ein Blasius Scheibenkrug auf Freistift, also zur Pacht, besessen. Hier dürfte also eine verwandtschaftliche Verbindung bestanden haben.4

Da die Kirchenbücher von Steinach erst 1639 beginnen, sind von Georg Scheibenkruz keine Aufzeichnungen zur Familie vorhanden.
Er könnte jedoch zwei Töchter gehabt haben:
- Maria, vermutlich Hofnachfolgerin
- Eva Scheibenkrug heiratet am 31.01.1640 in Steinach Wolfgang Schöfthaler, Zimmermann in Münster. Bei der Hochzeit ist der Hafner Jakob Spießl von Steinach Trauzeuge.

 

 

Scheibenkrug Amerling

 

 

Jakob Spießl wird als nächster Hafner auf dem Anwesen gennant. Vermutlich ist er mit der Tochter von Georg Scheibenkrug verheiratet.Von ihm und seiner Ehefrau Maria ist ein Kind in Steinach getauft:
- Maria (*12.04.1640)

Einen Tag vor der Geburt seiner Tochter stirbt der Hafner Jakob Spießl an „Gries Stein“ und die Witwe Maria heiratet 1641 den ledigen Hafner Joachim Amerling aus der Stadt Eschenbach in der alten Pfalz.
Drei Kinder kommen in der Ehe zur Welt.
- Maria (1642-1644)
- Simon (1645-1649)
- Katharina (*01.09.1648) heiratet 1673 in Steinach den ledigen Richter Mathias Premer von Haunkenzell, später wird der Richter in Schönstein b. Stallwang

 

Joachim Amerling (auch Ämerling) ist eine geachtete Person in Steinach, der es zum Wohlstand bringt.
1654 hat er das ehrenvolle Amt eines Kirchenprobstes inne und 1659 betreibt er das Hofmarks-Wirtshaus in Steinach.
1674 stirbt der 60-jährige als Hofwirt. Auf das Wirtshaus kommt der Münsterer Kramer Georg Pämer.

 

 

 

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aufgenommen 1936
Der kleine Weiher rechts neben dem Haus wurde zugefüllt
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Auszug aus einerAnsichtskarte

 

 

 

 

 

Ab 1659 keine Hafnerei mehr

Auf der „Steindlsölde“ wird der Vorsteher des Schloßgutes Steinach, Georg Häberl, als Nachfolger genannt.

Georg und Maria Häberl haben sechs Kinder von denen vermutlich nur zwei das Erwachsenenalter erreichen:
- Eva (*13.05.1679
- Eva (*21.05.1676)
- Maria (*24.01.1678) heiratet 1705 den Häusler u. Tagelöhner Adam Holmer von Steinach Nr. 50
- Paul (*14.11.1680)
- Eva (*02.02.1684) Hofnachfolgerin
- Barbara 8*01.05.1688)

 

1708 heiratet die Tochter Eva den Bauerssohn Thomas Hien von Pellham.
Sechs Kinder kommen in der Ehe zur Welt.
- Maria Magdalena (1708-1764) heiratet 1734 den Tagelöhner Johann Michael Hitzinger von Steinach Nr. 33
- Johann (*1713) heiratet 1736 die Bauerstochter Elisabeth Kottbauer von Dunk. Er ist als Tagelöhner in Dunk und Aign in den Kirchenbüchern verzeichnet.
- Jakob (1716-1769), Hoferbe
- Walburga (*1719) als Kind verstorben
- Maria Anna (*1720) als Kind verstorben
- Maria (*1722) heiratet 1749 den Häusler Joseph Zollner von Steinach Nr. 34

 

Haeberl Hien Besitzer

 

Sohn Jakob Hien übernimmt das Anwesen. Er ist mit der Tagelöhnerstochter Katharina Holzer von Agendorf verheiratet.

Das Ehepaar hat eine Tochter, die in Agendorf geboren wird. Bei ihrer Taufe wird Jakob noch als Tagelöhner in Agendorf bezeichnet:
- Anna Maria (*1745), heiratet 1769 Mathias Luttner von Steinach Nr. 34

 

Das Anwesen wird wohl nach der Hochzeit der Tochter an Katharinas Bruder August Holzer verkauft.
August ist seit 1737 mit der Tagelöhnerstochter Magdalena Grimm verheiratet.
Das Ehepaar hat sechs Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Johann Michael (*1741) heiratet 1769 die Bauerstochter Anna Maria Thanner von Kapflhof und lässt sich als Häusler in Steinach Nr. 22 nieder.
- Maria (1744)
- Joseph (1745-1803), Hoferbe
- Johann Georg )*1752)
- Ursula (*1763)

 

Sohn Joseph übernimmt 1774 das Häusleranwesen und heiratet Magdalena Zink.
Magdalena ist die uneheliche Tochter des Steinacher Bauern Thomas Zink und Anna Maria Haas von Rattiszell.
Fünf Kinder kommen in der Ehe zur Welt, von denen eine Tochter als Säugling stirbt:
- Joseph (*1775) heiratet 1820 die Häuslerswitwe Magdalena Soller von Münster Nr. 37
- Anna Maria (*1778), Hoferbin
- Katharina (1781-1852) heiratet den Weber Sebastian Echinger von Steinach Nr. 36
- Johann (*1784)

 

Hien Holzer Besitzer

 

Tochter Anna Maria übernimmt das Anwesen und ehelicht den Halbbauerssohn Georg Wartner von Rammersberg.
Aus der Ehe gehen fünf Kinder hervor, von denen jedoch nur zwei Töchter das Erwachsenenalter erreichen:
- Therese (1811-1872), Hoferbin
- Walburga (1816-1892) heiratet 1843 den Bauern Jakob Hien von Steinach Nr. 29

 

1842 übernimmt Tochter Therese mit ihrem Bräutigam Georg Wurst den Hof. Georg ist der uneheliche Sohn des Wagners Joseph Wurst von Steinach Nr. 44 und Häuslerstochter Anna Maria Luttner (1781-1862) von Steinach Nr. 34.

 

Wartner Wurts Besitzer

 

 

Ihr einziges Kind  Maria übernimmt 1868 das Häusleranwesen mit 4 Tagwerk Grundbesitz und ehelicht Josef Sieber von Steinach Nr. 26.
Aus der Ehe geht eine Tochter hervor:
- Maria (1880-1935) heiratet 1901 Joseph Nickl, Postschaffner in Steinach Nr. 51


Als die 36-jährige 1885 stirbt, heiratet der Witwer die Söldnerstochter Katharina Prommersberger von Gschwendt Nr. 1.
Es kommen nochmals zwei Mädchen zur Welt, von denen nur Tochter Franziska (*1895) überlebt.

 

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Das Sieber-Anwesen aufgenommen 1919
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

 

1919 übernimmt Franziska Sieber, Tochter aus der zweiten Ehe, das Anwesen und heiratet den Müllerssohn Joseph Hartberger von der Aichmühl.

Das Ehepaar bekommt vier Kinder, drei Söhne und eine Tochter.
- Ludwig (*1917), vermisst im 2. Weltkrieg
- Josef (1920-1944), gefallen mit 24 Jahren
- Karl (1924-1943), gefallen mit 19 Jahren
- Karolina (1930-2022)

Die Familie trifft ein schweres Schicksal. Alle drei Söhne müssen im 2. Weltkrieg ihr Leben lassen.
Als Wachtmeister Gunkel mit der Todesnachricht des dritten Sohnes auf den Hof kommt, jagte ihn Joseph Hartberger mit der Mistgabel vom Hof.

 

Sieber Hartberger Besitzer

 

 

Tochter Karolina übernimmt 1954 den Hof und heiratet den Söldnerssohn Ferdinand Listl von Oberalteich.

 

neg stei 44 kopieaufgenommen 1960
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

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1974 wurde das Haus neu erbaut
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

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aufgenommen 1980
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram, München

 

 

 

 

Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“

Weitere Quellen:

Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127), Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach 1843 - 1960, Sig.17/42-4, 17/42-7, 17/42-11
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach

Stand: 20.02.2026

 

Das Bogenberger-Anwesen Hs.Nr. 48

1623: Die Neue Hafnersölde am Tonberg – 1691: Tonern Sölde – 1760: Thonberger Häusl

- 1808 Bachmayr Hof Hs.Nr. 27 – ab 1838: Hs.Nr. 48

 

Bärnzeller Str. 5 in Steinach

 

 

von Claudia Heigl

 

 

1623 wird dieses Haus als „Neue Sölde am Tonberg“ im Stiftregister verzeichnet. Hans Schwarz und seine Ehefrau Anna haben mit zwei ihrer Kindern, den Söhnen Georg und Hans, darauf das Leibrecht. Dafür müssen sie Abgaben in Höhe von 1 Pfund 3 Schilling 15 Regensburger Pfennige zahlen und jährich eine Henne abliefern. Dazu kommt noch der Tegelzins in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfg., wie bei allen Steinachern Hafnern üblich.1

Wie die umliegenden Häuser (Hs. Nr. 49 und Hs. Nr. 50) ist auch dieses Anwesen ab dem 30-jährigen Krieg verwaist. Im Stiftregister von 1641 wird es nicht mehr erwähnt.

 

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1838 erhielt das Anwesen die Hs.Nr. 48
Quelle: Bay. Vermesungsverwaltung München, Bayernatlas, Uraufnahme 1827

 

 

Erst 1691 zahlt ein Stephan Niedermair für die „Tonern Sölde“ wieder Abgaben.2
Stephan dürfte bereits seit 1658 auf den Anwesen gewohnt haben, denn 1658 finden wir seine Heirat mit „Barbara Colherin“ von Steinach in den Kirchenbüchern.
Von dem Ehepaar sind fünf Kinder bekannt:
- Johann (*11.07.1659)
- Anna (*23.08.1660)
- Anna (*18.09.1661)
- Mathias (*11.02.1663)
- Johann (*14.02.1667)

 

Nach dem Tod seiner Ehefrau heiratet er eine Katharina:
Von ihr ist nochmals ein Kind in den Kirchenbüchern eingetragen:
- Maria Franziska (*10.04.1676)

 

Niedermayr Besitzer

 

 

Ca. 1689 dürfte Andreas Bachmaier auf das Anwesen erworben haben.
Andreas stammt von Au bei Ascha und heiratet 1689 die Zimmermannstochter Maria Ortner (weitere Schreibweise Artmann) von Steinach.

 

Sohn Mathias übernimmt 1721 das Anwesen und nimmt die Nachbarstochter Maria Lankes von Steinach Nr. 49 zur Ehefrau.
Zwei Kinder sind bekannt:
- Sebastian (*1724)
- Ursula (1729-1811) heiratet 1762 den Witwer und Mesner Johann Georg Krieger vom Kapflberg.

 

Sohn Sebastian übernimmt 1746 den Besitz und geht eine Ehe mit der Tagelöhnerstochter Katharina Geiger von Agendorf ein. Auch er hat vermutlich als Zimmermann gearbeitet.

 

1780 übernimmt Sohn Jakob das Gütl und heiratet die Halbbauerstochter Anna Maria Zink von Steinach Nr. 8.

Das Ehepaar hat zwei Söhne:
- Lorenz (1780-1838) , Hoferbe
- Jakob (1787-1838) heiratet 1814 die Schusterstochter Anna Maria Fuchs von Steinach Nr. 68 und übernimmt mit ihr das Anwesen der Schwiegereltern

 

Der älteste Sohn Lorenz übernimmt 1800 das Anwesen und heiratet die Metzgerstochter Magdalena Luger von Haarbach. Die Ehe bleibt kinderlos.

1842 übernimmt Anna Maria Bachmaier, eine Tochter von Lorenz Bruder das Anwesen zusammen mit ihrem Bräutigam Martin Zäch (Zach) von Münster Nr. 32.

Das Ehepaar hat vier Kinder, von denen drei bereits im Säuglingsalter sterben.
Nur Tochter Kreszenz (*1853) überlebt.

 

Bachmaier Besitzer

 

 

 

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Bild: Familie Zollner, Steinach

 

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Das Bogenberger-Anwesen aufgenommen 1973
Bild: Archiv f.Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram München

 

 

 

Am 12.07.1867 verkaufen Martin und Anna Maria das Gütl an Jakob Schreiner und dessen Braut Therese Frankl.

 

Das Ehepaar hat eine voreheliche geborene Tochter namens Therese, die 1889 den Bauerssohn Johann Bogenberger vom Thanhof heiratet.

Johann hat mit der Müllerstochter Franziska Lehner (später verh. Brandstetter) von Gschwendt eine uneheliche Tochter Franziska (*1886), Sie wird Klosterschwester (Schwester Jolanda) der Engl. Fräulein in Burghausen
In der Ehe kommen vier Kinder zur Welt:
- Kreszenz (1889-1971), unverheiratet
- Anna (*+1895)
- Xaver (*1897)
- Johann (1900-1994)

 

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Johann und Therese Bogenberger

 

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Therese Bogenberger, geb. Schreiner

 

 

 

Schreiner Bogenberger Besitzer

 

1927 übernimmt Sohn Johann den Hof und ehelicht die Müllerstochter Rosa Kinzkofer von Gschwendt.
Sieben Kinder werden in der Ehe geboren, von denen eine Tochter im Säuglingsalter stirbt.

 

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Rosa und Johann Bogenberger

 

 

 

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Das Bogenberger-Anwesen aufgenommen 1983
Bild: Archiv f.Heimatgeschichte Steinach, Bestand Luftbildverlag Bertram München

 

Das alte Haus ist inzwischen abgerissen.

 

 

1 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691

Weitere Quellen:
BZAR Regensburg, Pfarrmatrikel Pfarrei Steinach

Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Landsteuer der Hofmark Steinach 1699
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster Steinach Umschreibehefte 1843-1960, Sig. 17-42/4, 17-42/7, 17-42/11

 

Stand: 24.02.2026

Das Schmid-Anwesen  Hs.Nr. 39

 

1583/1623: Imhofersölde – 1641: Imhofer oder Knaur Sölde – 1691: Hafnersölde - 

1760: Hofman Häusl – 1808: Artmann Hof Hs.Nr. 31 – ab 1838 Hs.Nr. 39

 

heute August-Schmieder-Str. 24

 

von Claudia Heigl

 

Bei diesem Anwesen im oberen Dorf, in unmittelbarer Nähe zum Schloss, handelte es sich um eine der fünf Hafnereien, die nach dem Dreißigjährigen Krieg verschwunden sind.

 

uraufnahme

Das Anwesen erhielt 1838 die Hs.Nr. 39
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas, Uraufnahme aus dem Jahr 1827

 

Im Jahr 1583 besitzt der Hafner Sigmund Imhofer die „Imhofersölde“ auf Erbrecht.
Er entrichtet eine Gilt von 4 Schilling 12 Regensburger Pfennig 1 Heller und zahlt. wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  
Neben ihm gab es noch einen Hans Imhofer, der als Hafner auf dem „Weinspach-Anwesen“ Hs.Nr. 50 wohnte.

 

1623 besitzt der Weber Konrad Knauer die Imhofer-Sölde auf Erbrecht.2 Das Häusl wird mit 5 Pfund Reg. Pfennige bewertet.
Konrad ist der Schwiegersohn des Sigmund Imhofer und als Weber tätig.3

 

1641 ist mit Urban Haizmann wieder ein Hafner auf dem „Imbhofer oder Khnaur Sölde“.4
Von ihm und seiner Ehefrau Eva werden vier Kinder in Steinach zur Taufe getragen, von denen nur eines überlebt:
- Maria (*+1642)
- Maria (1643-1644)
- Vitus (*+1645)
- Georg (*02.07.1647 + 01.02.1687), stirbt als 40-jähriger Hafnermeister in Iggensbach

 

Haizmann Besitzer

 

Die Hafnersfamilie zieht von Steinach weg und lässt sich in Iggensbach wieder nieder.
Damit endet auch das Hafnergewerbe auf diesem Anwesen.

 

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Das Schmid-Anwesen
aufgenommen 2010
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: Luftbild-Service.com

 

 

Seit ca. 1648 in Familienbesitz

Nachfolger auf dem Anwesen ist der Leinweber Paul Leutner mit seiner Ehefrau Barbara.
Lt. Stiftregister vom Jahr 1691 zahlt er von der „Hafnersölde“ Abgaben.5

Bereits ab 1643 kommen von dem Ehepaar Kinder in Steinach zur Welt:
- Magdalena (* 25.01.1643)
- Markus (*22.03.1645) heiratet 1671 in Steinach Ursula Dichl von Erpfenzell und lässt sich als Weber in Falkenfels nieder.
- Magdalena (*21.12.1647)
- Johann (*26.11.1649)
- Margaretha (*04.07.1651)
- Leonhard (1654-1655)
- Leonhard (*1656) heiratet 1677 Katharina Straßer von Falkenfels und wird Weber in Erpfenzell
- Barbara (1660-1724) heiratet 1682 den Bauerssohn Andreas Hitzinger. Das Ehepaar bewirtschaftet ab 1681 die Sölde Nr. 9 in Steinach

 

1681 heiratet der Witwer, nach dem Tod der Ehefrau, die Bauerstochter Walburga Berger von Untermannbach. Walburga ist eine Schwester des Steinacher Kramer Kaspar Berger von Hs.Nr. 55.
Aus der Ehe geht nochmals eine Tochter hervor:
- Walburga (*1682) heiratet 1706 den Pfeiffer Stephan Echinger von Steinach Nr. 33

 

1693 stirbt der Weber Paul Leutner. Im Kirchenbuch wird sein Alter mit 91 Jahren vermerkt.
Die Witwe Barbara heiratet 1695 den Wirtssohn Georg Hofmann von Roding.

 

Nach dem Tod von Walburga und Georg Hofmann erbt das Anwesen Ursula Kirschner von Steinach Nr. 32, eine Tochter der Magdalena Kirschner, die eine Nichte der oben genannten Walburga Berger ist.

 

Ursula heiratet 1728 den Bauerssohn Johann Artmann von Dunk.
Sechs Kinder gehen aus der Ehe hervor, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Michael (*1729)
- Mathias (*1732)
- Joseph (*1736), Hoferbe
- Johann (*1741)

 

Leutner Artmann Besitzer

 

1759 übernimmt Joseph Artmann das Anwesen und ehelicht die Söldnerstochter Katharina Schirmbrand von Agendorf Nr. 39.
Das Ehepaar hat sieben Kinder:
- Johann (*1759)
- Anna Maria (*1761) bekommt 1791 von dem ledigen Söldnerssohn Joseph Steimer von Falkenfels eine uneheliche Tochter: Anna Maria. Das Mädchen heiratet 1821 den Häusler Andreas Berger von Steinach Nr. 23
- Maria Anna (*1764)
- Johann Georg (*1765)
- Johann Georg (*1767)
- Joseph (1770-1838), Hoferbe
- Johann (*1773)

 

Sohn Joseph übernimmt 1794 das Häusleranwesen und heiratet die Einwohnerstochter Anna Maria Roßhaupter von Kirchroth.
Fünf Kinder:
- Anna Maria 8*1794)
- Joseph (1796-1857), Hoferbe
- Johann Michael (*1799) als Kind verstorben
- Johann (*1802)
- Maria (*1807)

 

Nach dem Tod seiner Ehefrau geht Joseph 1824 nochmals eine Ehe mit der Schmiedstochter Katharina Dotzler von Dietsdorf ein.

 

Am 16.12.1824 übergibt Joseph das „Artmannhäusl“ an seinen gleichnamigen Sohn Joseph, der die Häuserstochter Anna Dorfner von Haibach zur Ehefrau nimmt.

 

Artmann Besitzer

 

Das Ehepaar hat nur eine Tochter – Katharina, die 1856 mit dem Bauerssohn Johann Schötz von Rogendorf den Bund fürs Leben eingeht.
Das Ehepaar bekommt fünf Kinder, von denen zwei im Kindsalter sterben:
- Johann Nepomuk (*1857)
- Joseph (*1861)
- Katharina (*1868), Hoferbin

 

haus 1911

1911 wurde der Stall gemauert und das Dach des Hauses etwas angehoben.
Quelle: StA Landshut, Baupläne Steinach Nr. 3750

 

 

1890 übernimmt Tochter Katharina den Besitz und heiratet den Bauerssohn Franz Xaver Miedaner von Wolferszell Nr. 21.

Das Ehepaar hat vier Kinder:
- Katharina (*1895)
- Xaver (*1897), fällt am 19.12.1916 im 1. Weltkrieg mit 19 Jahren
- Josef (*1900) heiratet 1930 Maria Sturm
- Sofie (*1902), Hoferbin

 

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Das Haus nach dem Umbau von 1911
aufgenommen 1962
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: Luftbildverlag Bertram, München

 

 

Schoetz Pongratz Besitzer

 

 

1940 übernimmt Tochter Sofie das Anwesen und ehelicht Wolfgang Pongratz von Grafenwiesen.
 

Durch Heirat hat sich der Familienname inzwischen auf Schmid geändert.

 

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Neubau des Hauses 1974
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: Luftbildverlag Bertram, München

 

neg stei 76 kopieaufgenommen 1980
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Bestand: Luftbildverlag Bertram, München

 

Auch wenn der Familienname immer wieder wechselte, so ist das Anwesen seit dem Dreißigjährigen Krieg im Familienbesitz.

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691

 

 

Weitere Quellen:
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641
Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Stiftregister der Hofmark Steinach 1691
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127), Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach 1843 - 1960, Sig.17/42-4, 17/42-7, 17/42-11
BZA Regensburg, Pfarrmatrikel Steinach

 

Stand: 20.02.2026

Das Beck-Anwesen  Hs.Nr. 7

 

1583/1623: Sölde am Bach neben der Mühle – 1699: Häusl - 

1760: Küster Häusl – 1808: Gruber Hof Hs.Nr. 39 – ab 1838 Hs.Nr. 7

 

heute Brunnenweg 6

 

von Claudia Heigl

 

 

 

Auch bei diesem Anwesen war vor dem Dreißigjährigen Krieg ein Hafner ansässig.

 

uraufnahme kopie
Das Anwesen erhielt 1838 die Hs.Nr. 7
Quelle: Bay. Vermessungsverwaltung München, Bayernatlas, Uraufnahme aus dem Jahr 1827

 

Im Jahr 1583 zahlt der Hafner Erasmus Stromair Abgaben für die „Sölde am Bach neben der Mühle“.
Er entrichtet eine Gilt von 2 Schilling Pfennig und zahlt - wie alle Steinacher Hafner - noch zusätzlich Tegelgeld in Höhe von 5 Schilling 25 Reg. Pfennigen.1  

In unmittelbarer Nähe lag auch der Ziegelstadel der Hofmarksherrschaft. Vermutlich war Stromair auch für das Brennen der Ziegel zuständig.

 

1623 wird im Stiftregister ein Augustin Wastl als Besitzer genannt. Das Leibrecht läuft aber noch auf Katharina Strohmair, der hinterbliebenen Tochter des Hafners Erasmus Strohmair.2 Das Häusl wird mit 2 Pfund Reg. Pfennige bewertet.3

Vermutlich hat Augustin Wastl die Hafnerei schon nicht mehr betrieben haben, denn er zahlt  kein Tegelgeld mehr, wie es bei den anderen Steinacher Hafner üblich war.

 

Nachfolger auf dem Anwesen wird ein Michael Pidnstorffer, der ebenfalls das Leibrecht auf der Sölde hat.4

 

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Das Anwesen aufgenommen 1927
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach, Nachlass Niggl

 

Im Steuerregister von 1641 wird die Sölde nicht mehr aufgeführt. Ggf. waren die Besitzer im Dreißigjährigen Krieg umgekommen oder geflohen. Das Haus dürfte nicht mehr bewohnt gewesen sein.
Aus die in unmittelbarer Nähe gelegene Mühle ist im 30-jährigen Krieg zerstört worden.5

 

Der erste gesicherte Besitzer ist erst wieder ab 1728  Mathias Schuheder (weitere Schreibweise auch Schorneder).
Von ihm und seiner Ehefrau Magdalena kommen in Steinach vier Kinder zur Welt:
- Walburga (*1728)
- Ursula (*1730), Hoferbin
- Johann (*1735) als Kind verstorben
- Georg (*1739) heiratet 1767 die Tagelöhnerstochter Magdalena Kiefl von Agendorf. Er ist als Zimmermann in Agendorf und auf der Bruckmühle tätig.

 

 

1753 übernimmt Tochter Ursula den Hof und heiratet den Maurer Wolfgang Freimuth von Stallwang.
Zwei Kinder werden in der Ehe geboren:
- Johann (*1762)
- Anna Maria (*1764)

 

In dem Hofanlagsbuch von 1760 wird das Anwesen als „Kuester Häusl“ bezeichnet.

Zehn Monate nach der Geburt des zweiten Kindes stirbt der 34-jährige und die Witwe nimmt 1765 den Tagelöhnerssohn Joseph Zwingeisen von Steinach zum zweiten Ehemann.
In der Ehe werden keine Kinder mehr geboren.

 

Schuheder Zwingeisen Besitzer

 

 

Als nächste Besitzer sind Joseph und Gertraud Gruber bekannt. Wann genau das Ehepaar das Anwesen in Steinach erwirbt ist unbekannt.
Joseph stammt von Edenstetten und wird bei seiner Hochzeit 1766 als Schmidsknecht in Kößnach bezeichnet. Gertraud ist die Tochter der Bauerseheleute Martin und Magdalena Geier von Kößnach. In Steinach ist sie als Hebamme tätig.

 

Gruber Besitzer

 

1788 heiratet ihr Sohn Joseph Gruber die Häuslerstochter Anna Maria Eberl von Steinach.
Von ihren fünf Kindern erreicht keines das Erwachsenenalter.

 

Am 18.02.1810 übernimmt Wolfgang Gruber das Anwesen von seinem „Vater“ Joseph Gruber.
Wolfgang dürfte von Joseph und Anna Maria als Pflegekind angenommen worden sein.

Er wurde 1778 in Steinach als uneheliches Kind des Tagelöhnerssohnes Georg Gruber von Niedersteinach und der ledigen Tagelöhnerstochter Katharina Hitzinger von Steinach geboren.

 

Seine Ehefrau wird die Tagelöhnerstochter Walburga Freundorfer von Auhof bei Mitterfels.
Das Ehepaar bekommt drei Mädchen:
- Katharina (*1811)
- Anna Maria (*1812), 1849 Köchin in Wien
- Walburga (*+1818) als Kind verstorben

 

1841 übergibt Wolfgang Gruber das Anwesen an seine Tochter Katharina und ihren Ehemann Joseph Kaufmann, der als gutsherrlicher Gerichtsdiener arbeitet.

Vier Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Wolfgang (*1842)
- Rupert (*1843)
- Rupert Wolfgang (*1844)
- Alois (*1847)

 

Gruber Kaufmann Besitzer

 

 

1847 stirbt Katharina Gruber mit knapp 36 Jahren, vermutlich an den Folgen der vierten Geburt.
Ein Jahr später heiratet der Witwer eine Anna Maria Sauer. Ihre Herkunft ist nicht im Heiratsbuch eingetragen.
Eine Tochter kommt 1849 zur Welt, die auf den Namen Anna Maria getauft wird.

 

Mit Gesetz von 4. Juni 1848 wurden die Patrimonialgerichte in Bayern aufgelöst. Das bedeutete für Joseph Kaufmann, dass sein Einkommen als Gerichtsdiener wegfiel.
Die Aufgaben des ehemals adligen Gerichts von Steinach übernahmen nun das staatliche Landgericht in Straubing.

Dies dürfte auch der Grund gewesen sein, warum Joseph Kaufmann das Anwesen am 08.08.1849 an Sebastian Bachmaier verkaufte.

 

Sebastian war der Sohn der Söldnerseheleute Sebastian und Anna Maria Bachmaier von Steinach Nr. 18. Noch im gleichen Monat heiratet er die Bauerstochter Therese Lankes von Steinach Nr. 13.

Das Ehepaar hat neun Kinder, von denen das erstgeborene Zwillingspaar kurz nach der Geburt stirbt:
- Franz Xaver (*1851)
- Therese (*1853)
- Anna Maria (*1854)
- Joseph (*1856)
- Helena (*1858), Hofnachfolgerin
- Rupert (*1860)
- Katharina (*1869)

 

1881 kauft die Tochter Helena und ihr Bräutigam Georg Beck von Oberzeitldorn von Helenas Vater Sebastian Beck das Anwesen mit 3,83 ha Grundbesitz um 3.780 Mark

Zwei Kinder kommen in der Ehe zur Welt:
- Joseph (*1888), Hoferbe
- Anna (*1889) verh. Schmidbauer, Frankfurt

1912 wird der 54-jährige Georg Beck bei Waldarbeiten in der Nähe von Bärnzell von einem fallenden Baum tödlich getroffen.

 

Sohn Joseph übernimmt 1919 das Anwesen und ehelicht die Wirtstochter Berta Lutz. Bertas Eltern waren vorher Wirtspächter in Gschwendt, Wörth, Falkenfels und erwarben 1920 das Gasthaus Krone in Steinach.

Drei Kinder werden in der Ehe geboren:
- Joseph (*1920)
- Berta (*1921)
- Helena (*1922)

 

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Hochzeit am 07.05.1919
Josef Beck und Berta Lutz
Bild: Familie Neumann, Steinach

 

 

Bachmaier Beck Besitzer

 

Nach dem Tod der 40-jährigen heiratet der Witwer die Bauerstochter Anna Haslbeck von Unterharthof Nr. 28.

In der Ehe kommen nochmals drei Kinder zur Welt - Anna, Rosa, Johann

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Anna Beck, geb. Haslbeck
Bild: Familie Neumann, Steinach

 

fo stei 405 kopieDas Beck-Anwesen
aufgenommen ca. 1940
Bild: Familie Neumann, Steinach

 

 

fo stei 575 kopieaufgenommen 1956
Bild: Archiv f. Heimatgeschichte Steinach

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 Das als Haus ist inzwischen abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Bild: Familie Ameismeier, Steinach

 

 

 

 

1 Schlicht Josef, Die Geschichte von Steinach, 1908, „Stift-, Kasten- und Salbuch über Schloß und Hofmarch Steinach 1583“
2 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
3 StA Landshut, Landschaft Unterlands Bd 1183, Steuerregister der Hofmarksuntertanen Steinach 1623
4 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Untertanen der Hofmark Steinach 1623
5 Archiv für Heimatgeschichte Steinach, Gilt und Ausstandregister der Untertanen zu Steinach 1641

 

Weitere Quellen:
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 248, Konskription der Untertanen der Hofmark Steinach 1752
BayHStA München, Kurbayern Hofkammer, Hofanlagsbuchhaltung Band 514, Hofanlagsbuch der Hofmark Steinach 1760
StA Landshut, Rentamt Straubing B78, Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1808
StA Landshut, Rentamt Straubing B79, Umschreibebuch zum Häuser- und Rustikalsteuerkataster d. Steuerdistriktes Münster incl. Steinach 1814-1843
Vermessungsamt Straubing, Liquidationsprotokolle der Steuergemeinde Steinach von 1838
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10579, Umschreibehefte zum Urkataster  der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 72, 1843-1859
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127) 10582, Umschreibehefte zum 1. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1 – 55, 1859 – 1906
StA Landshut, Grundsteuerkataster (Rep.127 10586, Umschreibehefte zum 2. Renov. Kataster der Gemarkung Steinach Hs.Nr. 1-65, 1906 – 1960

 

 

Veröffentlicht: 23.02.2026